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Villnachern
Villnachern

Gemeinde Villnachern

Wappen_Villnachern

 

 

Von der frĂŒhen und dauernden Besiedlung dieser Gegend zeugen Funde aus der jĂŒngeren Steinzeit und Reste von römischen Bauten im „Muracher“ sowie alemannische GrĂ€ber beim „LetzihĂŒbel“. Bis zum Jahr 1141 gehörte der Hof „Filnacker“ zur Benediktinerabtei St. Blasien im Schwarzwald und ging darauf in den Besitz der Habsburger ĂŒber. Im habsburgischen GĂŒterverzeichnis von 1306 erscheint der Name „Wilnach“. Die Burg Villnachern (auch Lichtenau genannt) befand sich von der Mitte des 13. Jahrhunderts in den HĂ€nden der Herren von Ostrach, einem sĂŒddeutschen Dienstmannengeschlecht. Dieses starb um 1450 aus, und die Herrschaft ĂŒber Villnachern wechselte oft. Die Burg wurde aufgegeben und schon 1491 als Ruine (Burgstall) bezeichnet. Im Jahre 1460 gewann Bern mit der Oberhoheit ĂŒber die Herrschaft Schenkenberg auch diejenige ĂŒber die Herrschaft Villnachern. WĂ€hrend der Berner Herrschaft unterstand das Gericht der Landvogtei Kasteln. Die Bevölkerung war vor allem in der Landwirtschaft tĂ€tig. Auch das Handwerk hatte einen guten Boden. So ist bekannt, dass Kalk und Gips gebrannt wurde. Auch Zimmerleute, Wagner und Schreiner fanden ihr Auskommen. Maurermeister Hans Ulrich Spillmann aus Villnachern erbaute 1770 – 1774 die grosse Ufermauer der St. Peterinsel im Bielersee.

Der Muschelkalkstein von Villnachern soll schon in vorrömischer Zeit ausgebeutet worden sein. Aus den SteinbrĂŒchen Villnachern und Riniken mussten ab 1242 unter anderen der Zisterzienserabtei Kappel am Albis „vier wolgewachsen mĂŒlistein“ jĂ€hrlich als Zins geliefert werden. Im „Dachsenloch“ wurden auch Steine fĂŒr Fenster- und TĂŒrgewĂ€nde gebrochen. Eine Eisenerzgrube war nur vorĂŒbergehend in Betrieb und eine im 18. Jahrhundert entdeckte warme Quelle ging wieder verloren.

Unter der Berner Herrschaft wurde der Weinbau am SĂŒdhang des Bözbergs gefördert. In der BlĂŒtezeit massen die Weinberge Villnachern 100 Jucharten und wurden auch von Bözbergern und Linnern bewirtschaftet. Heute noch zeugen die vielen Trockenmauern von der frĂŒher intensiven Nutzung der SteilhĂ€nge. In den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts fĂŒhrten Fehljahre und Rebkrankheiten zu Missernten und Hunger. In diese Zeit fallen auch der Bau der Bözbergbahn und die Industrialisierung von Brugg. Die damit verbundene Abwanderung der ArbeitskrĂ€fte in die Industrie und die Einfuhr von billigem AuslĂ€nderwein haben ebenfalls zum Untergang des alten Villnacherer Rebbaus beigetragen.

In den Jahren 1979 -1989 wurde eine GĂŒterzusammenlegung durchgefĂŒhrt. Neben der Arrondierung des Landwirtschaftslandes und des Waldes gelang es, grössere zusammenhĂ€ngende FlĂ€chen fĂŒr den Naturschutz (Trockenstandorte) und fĂŒr einen neuen Rebbau zu sichern. Mit der parallel dazu verlaufenen und nun rechtskrĂ€ftigen Nutzungsplanung Kulturland konnten die verschiedenen Nutzungen gesichert werden.

Elf initiative Winzer pflanzten in der „Sommerhalde“ rund 5 ha Blauburgunder- und rund 2,8 ha Riesling x Silvaner- und rund 20 Aren Bacchus-Reben neu an. Es wird im Rebberg nach den neuesten Erkenntnissen möglichst naturnah gearbeitet. Der Boden bleibt grĂŒn, Spritzmittel und DĂŒnger werden sowenig wie möglich eingesetzt. DafĂŒr werden die natĂŒrlichen Begebenheiten ausgenĂŒtzt und die vorhandenen NĂŒtzlinge gefördert. Dass sich erhaltenswerte Natur und Rebbau nebeneinander vertragen, beweisen die Orchideen und anderen seltenen Pflanzen am SĂŒdportal des Buechtunnels der SBB, mitten im Weinberg, und das Biotop mit verschiedenen TĂŒmpeln und Weihern in der „Gehlimatt“, am Fuss der Reben.

Bis heute ist Villnachern ein Dorf geblieben. Daran Ă€ndern die MehrfamilienhĂ€user am Dorfrand nichts. Um die alten Dorfteile mit den spĂ€tgotischen Bauten, die zum grössten Teil renoviert sind, wurden in den letzten Jahrzehnten vor allem EinfamilienhĂ€user erstellt. Das Dorf zĂ€hlt heute nur noch 7 hauptamtlich gefĂŒhrte Landwirtschaftsbetriebe. Ihre Existenzgrundlage wurde mit der Arrondierung des Eigen- und Pachtlandes nun hoffentlich so gesichert, dass kein weiterer RĂŒckgang eintritt. Neben dem Kraftwerk Wildegg-Brugg der NOK beschĂ€ftigen verschiedene Kleingewerbebetriebe, hauptsĂ€chlich aus der Baubranche, etwa 50 Personen. Die ĂŒbrige erwerbstĂ€tige Bevölkerung pendelt in den Raum Brugg-Baden, ins Birrfeld oder auch nach ZĂŒrich. Dass die Einwohner einen guten Zusammenhalt haben beweist die Existenz von rund 24 Dorfvereinen. Zur Zeit wohnen rund 1’600 Personen in Villnachern. Der Anteil der auslĂ€ndischen Wohnbevölkerung betrĂ€gt rund 15 %.

Die Wasserversorgung wurde im Jahre 1908 erstellt. Vorher musste die Bevölkerung das Wasser aus privaten Sodbrunnen, spĂ€ter aus öffentlichen Brunnen, beziehen. Heute können in den Reservoiren „Chessler“ und „Buech“ total 1’300 m3 Wasser gespeichert werden. Quellwasser wird in der NĂ€he der Linner Linde gefasst und dem Reservoir „Buech“ zugeleitet. Der Grösste Teil des Wassers wird im „Stieracher“ dem Aare-Grundwasserstrom entnommen und ins Reservoir „Chessler“ gepumpt. Die Wasserversorgung Villnachern liefert auch an den Weiler „Wallbach“ (Gemeinde Schinznach-Dorf) und die vereinigte Wasserversorgung der Bözberggemeinden (Ober- und Unterbözberg, Linn, Gallenkirch und Mönthal) Trink- und Brauchwasser. (Quelle: Auszug aus unser Dorf)

 

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Referenz: Villnachern

Autor: Urs

WĂŒrde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher fĂŒr lange AusflĂŒge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein fĂŒr dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmĂ€ssig ĂŒber meine Fahrten.

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