Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Bruggerberg – MĂĽlligen

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Schon frĂĽh am Morgen wurden die Quartierstrassen vom nächtlichen Schneefall freigepökelt. Der Himmel blieb weiterhin grau. Es fiel zwar kein Schnee mehr, doch nur knapp ĂĽber den HĂĽgeln rundherum hing der Nebel, oder vielleicht auch die Wolkendecke. So genau war das nicht zu sehen. Das blieb so, auch noch um die Mittagszeit herum. Es brauchte mich einige Ăśberwindung, an die Kälte und in der Nässe herumzufahren. Eigentlich hätte ich fĂĽr heute ja vorgesehen gehabt, die Bergstrecke auf der Rolle zu fahren, den zweiten Konditionstest. Doch irgendwie hatte ich auch dazu keine Lust….

Nach einem letzten heissen Kaffee war es dann geschafft. Die Kleider angezogen, die Schuhe steckten auch in ihren Überzügen. Ich nahm das Mountainbike aus dem Velohäuschen und fuhr los.

Gemütlich, aber als erstes gerade mal in die Höhe. Da liegt der Bruggerberg eben am nächsten. Auf dem Hexenplatz die erste Foto. Über die Stadt Brugg und Agglomeration. Weiter ging es, vorbei am zugefrorenen Hexenweiher in Richtung Alpenzeiger. Hier nochmals eine Foto, wieder über die Agglomeration Brugg. Als dritten Halt dann, der Aussichtspunkt auf das Wasserschloss, dem Zusammenfluss von Aare, Reuss und Limmat.

Dank des dauernden bergauf Fahrens, hielt sich auch die Kälte bis hierher einigermassen in Grenzen. Sogar die Strassenverhältnisse auf den Waldwegen waren recht gut und nicht besonders rutschig oder vereist.

Für die Abfahrt vom Bruggerberg fuhr ich diesmal einen für mich neuen Weg in Richtung Rüfenach hinunter. Er war steiler, als der Aufstieg, auch deutlich rutschiger. Jedenfalls hatte ich dauernd den Bremshebel im Griff. Damit fing dann vermutlich das Unheil auch an. Die Kälte schlich sich langsam durch die Finger in den Arm. Schon bald schien mir das unerträglich zu sein. Bergab geben auch die Beine keine Wärme mehr ab, da die ja nichts mehr zu tun haben.

Schon auf dem ganzen Weg, habe ich immer wieder viele Abdrücke im Schnee von Vögeln gesehen. Ich habe schon davon gehört und gelesen, dass Bergfinken in grossen Schwärmen am Bruggerberg hausen sollen. Kurz vor dem Waldrand, auf der Seite von Rüfenach, habe ich sie dann gesehen. Das müssen hunderte von Vögeln gewesen sein. Kleine, kleiner als die uns bekannten Spatzen, ziemlich flinke Kerle, stoben da regelrecht auseinander, als ich mit dem Mountainbike auftauchte.

Unten am Waldrand angekommen, blies mir eine fürchterlich kalte Bise mitten ins Gesicht. Nach wenigen Metern sah ich davon ab, noch schnell auf den Rotberg zu fahren und kehrte um. Ich wollte hinter dem Bruggerberg zurück nach Hause, in die Wärme.

Bei der Abfahrt auf dem letzten Teil der Bözbergstrasse nach Umiken, sah ich den Kilometerstand, etwa 10 Kilometer, eine Stunde unterwegs, in vielleicht fĂĽnf Minuten wäre ich zu Hause gewesen. War’s das schon? Ist das ĂĽberhaupt einen Eintrag wert im Weblog?

Irgendwie fiel es mir plötzlich nicht mehr schwer, in Umiken beim ersten Kreisel, die erste Abfahrt zu nehmen und damit mal mindestens nach Villnachern zu fahren. Ich gab Vollgas, hatte etwas RĂĽckenwind. Die Strasse leicht hĂĽgelig, und siehe da: die Finger begannen wieder aufzutauen, der „Kuhnagel“ ist zwar eine zeitlang ziemlich schmerzhaft, geht aber in der Regel bald vorbei. Ich liess eine weitere Abzweigung fĂĽr den Heimweg an mir vorbeifliegen. Weiter ĂĽber das Feld bis zur Graströchni und dem neuen Kreisel. Ich schlug die Richtung nach Schinznach-Bad ein, hatte jetzt etwas Gegenwind. Das machte mir aber nichts mehr aus.

In Schinznach dann den Hügel nach Scherz hinauf genommen. Dann aber doch auf den Habsburgerberg verzichtet und weiter nach Lupfig, dann quer über das Feld nach Mülligen gebrettert. Mir wurde langsam gemütlich warm. Jetzt mussten nur noch die Füsse wieder etwas an Wärme gewinnen. So fuhr ich dann weiter, sehr zügig über Windisch wieder nach Hause.

Am Schluss der Fahrt muss ich zugeben, dass es nicht mal so schlimm war mit der Kälte. Für die warmen Füsse hat es zwar nicht mehr gereicht. Dennoch machte es deutlich mehr Spass, als 60 Kilometer auf der Rolle einen virtuellen Berg hinauffahren. Und hat erst noch gleichviel Punkte für den Winterpokal gebracht. 🙂

Heute auf dem Rad
Fahrrad

Mountainbike

32.6KM

421 HM
01:53 H

Nachmittag
stark_bewoelkt

Grad

Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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