Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Berge vor Zaragoza
Berge vor Zaragoza

Teruel-Zaragoza, über vier Pässe

Der gestrige Regen hat die Luft stark abgekĂĽhlt. Das Thermometer zeigte heute Morgen in Teruel (830 Meter ĂĽber Meer) lediglich noch 4 Grad an. Bis weit in den Nachmittag waren an einzelnen Stellen am Strassenrand noch Wasserlachen zu finden. Es muss gestern mancherorts wohl heftig geregnet haben.

Weil es bald nach dem Hotel in die Höhe ging, entschloss ich mich, nicht allzu viel überzuziehen. Die Beine würden wohl genügend Wärme produzieren. Zudem schien ja auch die Sonne, bereits von allem Anfang an. Es dauerte dann aber doch bis in den Nachmittag, bis ich mich des Windstoppers entledigte.

Die ersten 50 Kilometer waren eigentlich recht eintönig. Es ging über eine Art Hochebene. Vielleicht da und dort ein Getreidefeld. Keine Bäume, meist nur ungenutztes Land. Ein paar Ruinen, ab und zu eine verwaiste Tankstelle.

Weite Leeren

Weite Leeren

Zu meiner Überraschung tauchte plötzlich eine Passtafel auf. Puerto de Cella (1013 M), etwa eine Stunde später eine weitere Tafel vom Puerto de Singra (1000 M). Beide auf einer Hochebene. Später folgten noch zwei weitere Tafeln. Bei der ersten musste ich wenigstens eine Spitzkehre hinauf fahren und bei der zweiten ging es dann anschliessend mit 5% in die Tiefe.

Die vier Pässe von heute

Die vier Pässe von heute

Etwas interessanter war der mittlere Teil der Fahrt. Ab KM 60 schlängelte sich die Strasse durch ein paar recht fruchtbare Täler. Sogar eine Pflanzung mit Obstbäumen habe ich gesehen. Mandelbäume nur vereinzelt, dafür wieder Reben.

Auch ein paar merkwĂĽrdige Gesteinsformationen und Einschnitte waren da.

Taleinschnitt

Taleinschnitt

Rund um Daroca herum standen viele TĂĽrme und Ruinen die ich spontan den Römern zugeordnet hätte. Man machte dort auch Reklame fĂĽr irgendwas mit „romans“. Doch als vorbeifahrender Tourist ist es gar nicht einfach zu unterscheiden, zwischen wirklich „wertvollen, geschichtsträchtigen“ Ruinen, oder Häusern die einfach ihrem Schicksaal ĂĽberlassen wurden.

Nach der letzten Abfahrt, kurz nach KM 120 nochmals ausgedehnte Getreidefelder und Felder mit Rebenstöcken, bevor sich langsam die industrielle Agglomeration vor Zaragoza bemerkbar machte. Es traf sich übrigens so, dass ich zu meiner gewünschten Route zum Hotel ein grösseres Stück auf einem schönen Radweg, mitten durch Zaragoza zurücklegen konnte.

Fahrradweg in Zaragoza

Fahrradweg in Zaragoza

Immer wieder begegnen mir Hinweise entlang der Strasse zu dieser Provinz Aragon. Immer wieder kommen die Begriffe „Imperial“ oder „Corona“ vor, sei es bei Hotelnamen, Strassennamen, selbst Bäche, zum Beispiel der Rio Imperial, usw. Tatsächlich war Aragonien mal ein Königreich. Später vereinigte es sich mit dem Königreich Kastilien. Auch Andalusien soll dabei mal eine Rolle gespielt haben.

Auszug aus Wikpedia:

Das Königreich Aragón (aragonesisch Reino d’Aragón, katalanisch Regne d’Aragó, spanisch Reino de Aragón) war ein Staatsgebilde des mittelalterlichen Spaniens, welches von 1035 bis 1707 existierte.

Das Königreich Aragón ging 1035 durch eine Abspaltung aus dem baskischen Königreich Navarra unter einem Seitenzweig des Hauses Jiménez hervor. Im ersten Jahrhundert seines Bestehens konnte es sich neben dem Königreich Navarra, dem aus dem Königreich Asturien hervorgegangenen Königreich León-Kastilien und dem wiederum davon abgespaltenen Königreich Portugal als eines der vier wichtigsten christlichen Reiche auf der Iberischen Halbinsel etablieren. Ursprünglich auf die Südausläufer der Pyrenäen begrenzt konnte es im Zuge der Reconquista gegen das muslimische Al-Andalus territorial erheblich nach Süden expandieren.

In der Mitte des 12. Jahrhunderts wurde das Königreich Aragón zum Namensgeber der Krone Aragón. Dieses Territorialkonglomerat wurde durch die Union des Königreichs mit Katalonien unter dem Haus Barcelona geschaffen.

Durch eine dynastische Vereinigung im frühen 16. Jahrhundert wurden Aragón und die mit ihm assoziierten Länder mit dem Königreich Kastilien zum modernen Königreich Spanien verbunden. Aragón bestand darin allerdings als autonome Gebietskörperschaft fort, bis es im Jahr 1707 durch König Philipp V. in den Decretos de Nueva Planta aufgelöst und mit den Institutionen Kastiliens zu einem spanischen Zentralstaat vereint wurde. Erst im Jahr 1982 erhielt Aragón, nun als autonome Gemeinschaft innerhalb Spaniens (siehe: Aragonien), wieder den Status einer eigenständigen Gebietskörperschaft.

Scheint wohl eine sehr geschichtsträchtige Gegend zu sein, durch die ich jetzt gerade gefahren bin, oder noch unterwegs bin.

Teruel-Zaragoza, über vier Pässe

Teruel (Botanicos)-Daroca-Saragossa (Diagonal)


 

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Heute auf dem Rad
Vormittag
Fahrrad

Rennrad

192.62KM

894 HM
8:04 H

Nachmittags
etwas_Wolken

Grad

einzelne_Wolken

16 Grad

Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

3 Kommentare

  1. Sascha Hosennen

    192 km? ojojoj, jetzt willst du es aber wissen?? weiterhin viel spass…

  2. Hoi Urs, Hast Du die 192 km so vor gehabt? Ist ja eine wahnsinnige Leistung !! Mittlerweile bin ich wieder zu Hause angelangt. Am nächsten Mal aufs Velo werde ich wahrscheinlich am Mittwoch oder Donnerstag gehen. Weiterhin gute Fahrt und lockere Beine.

    • Ich fand während der Planung der Etappe nach gut 100 KM kein Hotel, das mir passte. Dann realisierte ich, dass es viel bergab gehen wĂĽrde und versuchte es mal. GlĂĽck hatte ich, dass sich der Wind erst während der letzten 20 KM vor Zaragoza als Gegenwind bemerkbar machte. Es hätte sonst ein schöner Chrampf werden können. GlĂĽck war auch, dass es in Teruel bereits ab 7 Uhr ein sehr gutes und reichhaltiges FrĂĽhstĂĽcksbuffet gegeben hat, da hatte ich wenigstens eine ganze Weile keine Probleme mehr mit Nachschub. Die Notportion aus dem Anhänger reichte noch.


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