Als Aargauer unterwegs

Auf schmalen Reifen in Andalusien

Auf der Route des Cols
Auf der Route des Cols

Auf Schleichwegen in Spanien unterwegs

| 6 Kommentare

W├Ąhrend des Morgenessens entlud sich ein f├╝rchterliches Gewitter ├╝ber Banyuls-sur-Mer. Mit allem was dazu geh├Ârt. Blitz und Donner und starker Regen. Hatte ich k├╝rzlich das Gef├╝hl, dass man hier in S├╝dfrankreich nicht so richtig auf viel Regen eingestellt ist, verst├Ąrkte sich diese Vermutung heute Morgen zur Gewissheit, als das Servierpersonal kaum mehr Zeit hatte f├╝r die G├Ąste, daf├╝r mit Wassereimer und Frott├ęt├╝cher und ganzen Bett├╝berz├╝gen versuchte dem eindringenden Wasser Meister zu werden.

Als ich fertig beladen hatte, hatte sich das Gewitter ausgetobt. Nat├╝rlich war noch lange alles nass, die Strassen wie B├Ąche, von den H├Ąngen lief das Wasser noch lange ├╝ber alle St├╝tzmauern herunter.

Von der Route des Cols zur Route des Vins

Von der Route des Cols zur Route des Vins

Mein Weg f├╝hrte gleich von Anfang an auf der „Route des Cols“ weiter, zuerst ein St├╝ck hinauf. Bald ├Ąnderte der Name auf „Route des Vins“. Die Topografie blieb die Gleiche. Weiterhin h├╝geliges auf und ab, aber am Strassenrand standen jetzt reihenweise Rebst├Âcke. Nach einigem Auf und Ab, entlang des ├Ąussersten Randes der Pyren├Ąen, ├╝berfuhr ich dann auch die Grenze nach Spanien.

Grenz├╝bertritt

Grenz├╝bertritt

Auch wenn das Wetter hier noch so f├╝rchterlich aussieht, es regnete meist nur sehr kurz und nicht wirklich intensiv. Die gr├Ąuliche Luft d├╝rfte eher vom aufgew├╝hlten Meer her kommen, denn dieses tobte weiterhin. Vielleicht eine Art Nebel, bestehend aus der Gischt des Meeres? Die Luft war allerdings fast windstill.

Nach den Pyren├Ąen f├╝hrte mich die Strecke sehr bald durch sehr l├Ąndliche Gegenden. Wiederum kaum D├Ârfer, vereinzelt H├Âfe.

aufmerksam beobachtet

aufmerksam beobachtet

Ich fuhr bereits an Olivenplantagen vorbei. Auch bl├╝hende Mandelb├Ąume standen reihenweise am Wegrand. Nach ein paar Kilometern unasphaltierter Strasse, merkte ich pl├Âtzlich, dass ich doch wieder auf der sch├Ânen Strasse stand, die ich k├╝rzlich verlassen hatte. Also eine Abk├╝rzung gefahren bin. Es kamen erste Zweifel ob der Idee meiner Routenplanung auf. Denn die Wahl des k├╝rzesten Weges ist schon ok, aber nicht um jeden Preis.

Ein weiteres Mal lockte mich das GPS auf eine Abk├╝rzung:

Heute mache ich keinen Umweg

Heute mache ich keinen Umweg

Aus der Erfahrung in den Lagunen, schaute ich zuerst auf GoogleMap nach einer anderen M├Âglichkeit. Doch ich war bereits viel zu weit in den Pampas draussen. Ich musste, wohl oder ├╝bel, dem violetten Strich auf dem Navi folgen. Es ging lange recht gut. Ein paar riesige Wasserlachen konnte ich auf dem linken oder rechten Wegrand entlang marschierend mein Gef├Ąhrt stossen, derweil das Rad bis ├╝ber die Radnaben im Wasser versank. Es folgte wieder einmal eine Art Servicestrasse entlang der Bahnlinie, es kamen H├╝gel, Waldwege, ├Ąrgster Morast und Sumpf. Der Untergrund recht lehmig und sandig. Das Gewicht des Anh├Ąngers und mein eigenes Gewicht reichten nicht mehr, um gen├╝gend Druck auf das Hinterrad zu bringen. Es drehte durch, selbst auf nur wenig ansteigenden Strassen. Adventure / Abendteuer um jeden Preis?

Adventure-Bike

Adventure-Bike

Irgend einmal brachte mich der violette Strich am Navi doch wieder auf eine befestigte Strasse. Am n├Ąchsten Kreisel die Angabe, dass es bis Girona, meinem heutigen Etappenziel, noch 21 Kilometer seien. Das GPS lockte mich bald wieder durch ein kleines Dorf, weg von der grossen Strasse. Doch als dieser Weg hinter dem Friedhof wieder unbefestigt war, und mit einer Wasserlache anfing, war f├╝r mich der Fall klar: „alles schon gesehen, alles schon erlebt“. Ich kehrte zur├╝ck zum Kreisel und f├╝r die restlichen gut 20 Kilometer auf wundersch├Ânen, zwar h├╝geligen, Hauptstrassen bis vor mein Hotel.

A propos Wetter und Landschaft: Seit der Umfahrung der Pyren├Ąen ist das Wetter deutlich besser geworden. Noch einzelne kurze Regenschauer, die ich bis auf einen Fall, sogar einfach durchgeradelt bin. Die Landschaft, vor allem das Gras, ist jetzt deutlich gr├╝ner. Nebst den weissen Blumen zwischen den Rebst├Âcken, sind jetzt auch vereinzelt gelbe Blumen auf der Wiese vorhanden.

Ich m├Âchte hier eigentlich lieber ├╝ber die Landschaft berichten, als ├╝ber schlammige Wege und schon fast „Extrem-Adventure“. Ich versuche deshalb f├╝r Morgen mal eine neue Strategie mit der Routenplanung. Mal schauen, was ich mir damit f├╝r ├ťberraschungen einhandle. Im g├╝nstigeren Fall gibt es ein paar sch├Ânere Fotos des Landes.

Auf Schleichwegen durch Spanien

Banyuls-sur-Mer(F)-Roses(E)-Girona

Die Aufzeichnung des GPS wirft Fragen auf: Gestartet bin ich ja m├Âglicherweise schon bei ca 50 Meter ├╝ber Meer. Aber ich war sicher nie unter dem Meeresspiegel, jedenfalls nicht fast 200 Meter und ich bin auch keine senkrechte Wand hinauf gefahren. Um 60 Kilometer herum habe ich mir eine kleine Rast geg├Ânnt. Ob das der Einfluss der aktuellen Gewitterlage ist, oder ob das GPS einen Wasserschaden aus den letzten Tagen hat?

Als weiteren Schaden muss ich den Verlust meiner Fahnenstange am Anh├Ąnger melden. Bei all dem Geholper ├╝ber unbefestigte Strassen, unter B├Ąumen und durch W├Ąlder hindurch, ist mir die Stange mit den Wimpeln abgebrochen. Ich bemerkte dies erst bei einem zuf├Ąlligen Blick nach Hinten. Viel zu sp├Ąt halt.


 

 

Heute auf dem Rad
Vormittag
Fahrrad

Rennrad

103.26KM

1203 HM
5:52 H

Nachmittags
gewitterhaft_teilweise_Sonne

Grad

bewoelkt_mit_einzelnen_Sonnenabschnitten

13 Grad

Autor: Urs

W├╝rde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher f├╝r lange Ausfl├╝ge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein f├╝r dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelm├Ąssig ├╝ber meine Fahrten.

6 Kommentare

  1. David Lienhard

    Hier in Malaga ist es Sonnig und warm, sieht gut aus f├╝r dich ­čśŐ

  2. Urs Himmelrich

    Nur noch wenige Tage, und ich werde auch in den Genuss kommen. Aber es bessert hier auch schon ­čśë

  3. ich w├╝nsche dir weiterhin eine unfall- und pannenfrei Fahrt.
    Lg aus dem goldenen Engadin.

    Fredy

  4. Sali Urs, e cooli sach was du do machsch, witerhin alles gueti und viel spass. ­čśë

    • Danke. Jetzt wo au s’Wetter glaub langsam igseht, dass ich das eifach wott, wird’s immer besser. Isch uf alli F├Ąll unheimlich abw├Ąchsligsrich.

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