Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Flucht ĂĽber den Nebel

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Die Meteorologen haben es uns angedroht. Von einer dicken und zähen Nebeldecke, welche noch zusätzlich durch die Bise (=Ostwind =kalter Wind) angehoben werden soll, sich aber nur stellenweise auflösen würde. Ich wagte den Versuch, eben doch darüber zukommen.

Der öffentliche Verkehr brachte mich bereits sehr früh am Morgen nach Altdorf, in der Innerschweiz. Ausgangspunkt zahlreicher Wanderungen und für mich heute der Startpunkt für eine Fahrt über den Klausenpass.

Entlang dem Zürichsee, Zugersee, Lauerzersee lag noch eine dicke Nebeldecke. Erst entlang dem Vierwaldstättersee konnte man langsam Hoffnung haben, dass sich die Decke vielleicht doch noch lockern würde. Tatsächlich war sie dann in Altdorf aufgelöst. Da aber Altdorf um diese Jahreszeit und Tageszeit noch im Schatten liegt, fuhr ich dennoch die erste halbe Stunde durch eine sehr kühle Luft. Es dauerte bis nach Bürglen hinauf, bis mich die ersten Sonnenstrahlen trafen. Später dann nochmals der Knick in der Passstrasse nach Unterschächen und damit nochmals in die Schattenzone hinunter. Doch ab dann war Sonne pur angesagt. Wenigstens auf dieser Seite des Passes.

Ich genoss die Kurblerei in die Höhe. Ich erfreute mich an den farbigen Blättern der Bäume, die relative Ruhe auf der Passstrasse. Kühe und Schafe weideten links und rechts der Strasse, hie und da der Dreiklang eines Postautos. Direkt über mir türmten sich imposante Felswände in die Höhe, während auf der anderen Talseite die Schnee- und Eisfelder der Berge in der Sonne glitzerten. Irgendwie idyllisch.

Beim Hotel auf der Passhöhe war heute ziemlich viel los. Autos, Motorräder aber auch Wanderstöcke. Fast schien es, als ob ein Grossteil der Schweizer sich über die Nebeldecke gerettet habe. Über die Passhöhe selber wehte ein eigenartiger, ziemlich warmer Wind.

Ich entschloss mich aber dennoch für die Abfahrt von der Passhöhe, wärmere Kleider überzuziehen. Die Nebeldecke lauerte in der Nähe des Urnerbodens, also etwa auf der Hälfte der Abfahrt. Auf der Glarnerseite des Passes muss sich heute irgend etwas mit alten Autos abgespielt haben. Während meiner Talfahrt kamen mir immer wieder Oldtimers, fast ausnahmslos Cabriolets, entgegen. In einer der Spitzkehren mit imposantem, felsigem Hintergrund, wurden die Wagen während der Vorbeifahrt auch fotografiert oder gefilmt.

Kurz vor dem Eintauchen in die Nebelsuppe, suchte ich mir noch eine Ecke für mein Mittagessen aus dem Rucksack. Die letzten paar Augenblicke an der Sonne und in der Wärme. Der Nebel stieg und hüllte mich schon bald einmal ein.

Die Nebeldecke war nicht so dicht wie befĂĽrchtet. Nach der Wegfahrt von meinem Mittagessen, war ich jedenfalls schon bald einmal darunter. Einzelne Sonnenstrahlen fanden sogar noch einen Weg bis auf den Talboden hinunter. Doch der Wind war in der Zwischenzeit merklich kĂĽhler und auch heftiger geworden.

Ich fuhr noch bis nach Pfäffikon am Zürichsee. Das ergab einen guten 100er. Zusammen mit der Sonne und dem herbstlichen Erlebnis am Pass, eine gelungene Ausfahrt mehr in meiner Sammlung der Herbstausflüge.

A propos Herbst: Es ist fast unglaublich, wie viele Marroni-Stände ich heute gesehen habe. Da müssen 100rte von Kilo geröstet worden sein. Aber auch Tafeln und Reklamen für künftige Festivitäten wie Alpabzüge, Glockenfeste, Sennenfeste, Metzgete, Feuerwehrfeste usw. Ich glaube, man könnte in der Gegend zwischen dem Vierwaldstättersee und dem Zürichsee ab jetzt bis weit in den November hinein an jedem Wochenende an irgend einem Fest teilnehmen.

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Heute auf dem Rad
Vormittag
Fahrrad

Rennrad

103KM

1791 HM
05:02 H

Nachmittag
schoenster_Sonnenschein

Grad

Nebel

Grad

Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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