Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Strava-Fieber

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Eigentlich kam es so, wie ich es erwartet hatte. Die Zeitungen haben sich wohl im Vorfeld der kommenden Winterferien / Sportferien, einen grösseren Schneefall herbeigewünscht. Doch als heute Morgen nach dem Surren des Weckers der Regen auf die Strasse plätscherte, verliess mich meine eigene Überzeugungskraft. Ich kehrte mich nochmals um und döste eine Runde vor mich hin.

Später dann, beim Fussmarsch unter dem leuchtenden Halbmond auf klatschnasser Strasse, wusste ich nicht recht, ob ich diesen Arbeitsweg als verpasste Chance für den Erhalt meiner Radstatistik oder einfach als sportlichen Ruhetag abstempeln sollte. In der Kaffeepause haben dann einzelne von Glatteis gesprochen. Also doch Ruhetag!

Im Verlaufe des Tages fielen dann tatsächlich ein paar Schneeflocken auf die Strasse. Der Uetliberg hinterliess einen Moment lang einen recht winterlichen Eindruck. Doch bis am Abend war dann alles wieder trocken.

Vor knapp zwei Jahren (März 2012) habe ich meine ersten Velofahrten bei Strava hochgeladen. Ich hielt damals Strava einfach für einen mehr, der sich an unsere GPS-Tracks macht, eine Stelle mehr, wohin wir unsere Tracks raufladen.

Das hat sich in der Zwischenzeit massiv verändert. Mit dem Erstellen der ersten Segmente, und der „Enttäuschung“ wenn man darauf nicht mehr der Schnellste ist, wuchs auch der Ergeiz, zur RĂĽckeroberung dieser Pokale und Persönlichen Rekorde. Wenn ich zudem irgendwo unterwegs bin, kann es durchaus vorkommen, dass ich auf einem wildfremden Segment unter die ersten 10 Ränge fahre. Und da Strava ja alles weiss, wissen die auch, ob ich das letzte Mal hier schneller oder langsamer vorbei kam. Selbst dann, wenn das Segment bei der ersten Durchfahrt allenfalls noch nicht existierte.

Von allem Anfang an gab es immer wieder „Challenges“, Aufgaben, Herausforderungen, eine bestimmte Anzahl Kilometer, manchmal auch Höhenmeter oder gar nur Trainingsstunden, in einer bestimmten Zeit zu fahren. Stets waren dies Herausforderungen, die machbar erschienen, dann aber doch frĂĽher oder später zur wirklichen Herausforderung wurden. Von diesen kleinen Events geht trotz allem eine wahnsinnige Motivation aus, wenigstens empfinde ich dies so. Mit der Zeit wurden regelmässig solche Challenges organisiert. Manchmal zugeschnitten auf die Rennradfahrer, manchmal auf die Mountainbiker, seit neuestem auch fĂĽr die Läufer. Und seit letztem Jahr ziemlich regelmässig fĂĽr alle drei Sportstypen. Dies Weltweit, Da erfĂĽllt es einen schon etwas mit Stolz, wenn man von vielleicht 50’000 oder 60’000 Radfahrern, mit dem blossen ErfĂĽllen eines solchen Challenges bereits in den ersten 5’000 ankommt. Und das alles nur fĂĽr einen kleinen elektronischen „Badge“, manchmal auch ein Stoffabzeichen, oder der Einkaufsmöglichkeit von etwas gĂĽnstigeren Veloklamotten. Gaube in der Zwischenzeit, dass Strava fĂĽr mich der grössere Motivationsfaktor ist, als meine eigene Radstatistik.

Im Verlaufe des letzten Jahres gab es zum Beispiel einen solchen monatlichen Event, fĂĽr den man 1’000 KM im Monat fahren musste, draussen, GPS-registriert. Im Sommer wurde dieser Event dann auf 1250 KM erhöht. Ich wunderte mich zwar, aber diese 1250 KM wurden auch fĂĽr den November und den Dezember aufrechterhalten. Und es machte mir nicht einmal viel aus, diese 1250 KM abzuspulen. Dem langen Arbeitsweg sei Dank.

Strava ist mittlerweile auch am Mittagstisch und in der Kaffeepause im Geschäft, das Thema Nummer 1. Statistiken werden verglichen, Pläne werden geschmiedet, wie man die aktuelle Challenge wohl am einfachsten erledigen könnte. Ich, mit meinem langen Arbeitsweg habe es da bei den Kilometern etwas einfacher, während die Mountainbiker bei den Höhenmetern obenauf sind.

Um so mehr drĂĽckt es auf meine Moral, dass ich die aktuelle Challenge mit den 130 KM am StĂĽck fĂĽr den Januar zwar gefahren bin, aber das GPS dabei versagte. Die nächsten Tage werde ich wohl meinen „Ausflugs-Renner“ in den Service bringen mĂĽssen, da das Ăśbersetzungskabel demnächst reissen dĂĽrfte. Auch die Kette wird wohl hinĂĽber sein. Zudem will ich an den nächsten Wochenenden mit den technischen Umstellungen meines Weblogs entscheidend weiterkommen, denn der 10-jährige Geburtstag des Weblogs naht. Diesmal passt bei weitem nicht mehr alles unter einen Hut.

Doch eine kleine Hoffnung, die 130 KM am Stück abraffeln zu können, besteht noch: Freitagnachmittag, 31.01.2014, letzter Moment, allerletzte Chance.

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Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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