Totana – Mojacar

Region Murcia

Auch die letzte Etappe meiner Fahrt von Cambrils nach Mojacar war wieder voller Überraschungen. Wasserrohrbruch, Sumpfpisten, aber auch Salat- und Gemüsekulturen in kilometerlanger Grösse. Das GPS registrierte 90.1 KM und 500 Höhenmeter.

Das Hotel befand sich etwas ausserhalb der Stadt, in einer Industriezone. Nachdem ich meinen GPS-Track wieder gefunden hatte, konnte es losgehen. Prognostiziert war etwas Wind aus nördlicher Richtung, ideal für meine heutige letzte Etappe. Die erste Abzweigung meines Tracks verpasste ich. Wieder etwas zurückfahren, dann nochmals probieren. Es dauert nicht lange, bis ich vor einem Wasserrohrbruch stehe. 

caption id=““ align=“aligncenter“ width=“800″Unterwegs nach Mojacar Unterwegs nach Mojacar/caption

Auf der anderen Seite wuseln irgendwelche Mitarbeiter herum, telefonieren, schauen sich die Sache an, hinter mir bellen sich irgendwelche Köter heiser. Irgendwann wird mir das Warten zu blöd. Ich geb richtig Gas und fahr durch. Ein paar Strassen und Kilometer später, lockt mich das GPS durch eine Eisenbahn-Unterführung. Also wenigstens unter einem Trasse hindurch, auf dem aber noch nie ein Zug gefahren ist, da noch keine Geleise verlegt sind. 

Das Wasser steigt immer höher in dieser Unterführung. Der Boden ist noch betoniert. Ich schleiche mich der Wand entlang, versuche herauszufinden, wie das nach dem Ende der Unterführung aussieht. Aus der Wasserlache steigt eine asphaltierte Strasse heraus, immerhin das. Ich fahre langsam vorwärts, die Brühe wird undurchsichtig. Das war eine Schwelle, ich stehe jetzt sicher 5 cm tiefer, langsam sinkt das Rad immer tiefer. Umkehren? Vorwärts machen? Nur stehen bleiben ist keine Option. Alles gibt nasse Füsse. Ich habe dann durchgekurbelt, bis ich wenigstens mal auf einem Wiesenbord mit einem Fuss abstehen konnte. Dann Rad und Anhänger durchgezerrt. Das Resultat:

caption id=““ align=“aligncenter“ width=“800″vorher vorher, später auf dem Waschplatz vor dem Hotel/caption

Glücklicherweise reichte der Dreck wenigstens nicht bis an die Kette hinauf. Aber vor der Weiterfahrt musst ich dennoch all das klebrige, feuchte Zeugs zwischen Rahmen und Räder herauslösen. Damit war nun das Rad zum zweiten Mal auf dieser Fahrt so richtig dreckig geworden. Das erste Mal, geschah das vorgestern auf dem Stück zwischen den Via Verdes. 

Während der restlichen Fahrt überquerte ich weiter die Ebene zwischen Lorca und Pozo de la Higuera. Viele Kilometer Salatkulturen, Gemüsekulturen, wahrscheinlich auch Spargeln. 100e von Arbeitern die in Handarbeit hier pflücken und ernten. 40-Tönner die die Ernte wegbringen. 40-Tönner auf schmalsten Strässchen.  

caption id=““ align=“aligncenter“ width=“800″Region Murcia Region Murcia/caption

Um die Mittagszeit erreiche ich die Grenze zwischen Murcia und Andalusien

caption id=““ align=“aligncenter“ width=“800″Region Murci / Region Anducia Region Murci / Region Anducia/caption

Gemäss dem Höhenprofil hätte ich schon längst von etwas Gefälle profitieren sollen. Doch der prognostizierte, schwache Wind aus Norden, kam einerseits aus Süden und wurde zudem immer stärker. Die Gegend hier ist sehr offen, keine Bäume die den Wind zurückhalten könnten oder gar ablenken würden. Sandhügel vielleicht, aber wenn der Wind da richtig darüber hinweg bläst, …. Jedenfalls wurde es immer mühsamer. 

caption id=““ align=“aligncenter“ width=“800″Mojacar Mojacar/caption

Doch auch diese Etappe hatte ein Ende. Nach ziemlich genau 700 KM und knapp 5000 Höhenmetern, bin ich jetzt in Mojacar im Hotel angekommen und werde ab Sonntag vier Wochen lang einen Teil der Feriengäste von EitzingerSports durch die Gegend führen, und natürlich auch darüber hier weiter berichten. 

caption id=““ align=“aligncenter“ width=“800″nachher Nach der Wellnesskur für das Rad/caption

Auch für die Hotelgäste soll dieser Wind heute Nachmittag überraschend heftig gewesen sein. Es soll Windböen bis 100 km/h darunter gehabt haben. Heftig war es auf jeden Fall.

caption id=““ align=“aligncenter“ width=“800″Totana - Mojacar Totana-Alporchones-La Torre y El Charco-Altobordo-La Alcanara y Los Bucanos-Los Abades y las Norias-La Escarihuela-Pozo de la Higuera-Pulpi-Las Canalejas-Los Lobos-La Muleria-Las Herrerias-Garrucha-Mojacar/caption

Relive ‚Totana – Mojacar‘


table id=222 /

subscribe2

Kommentare

4 Antworten zu „Totana – Mojacar“

  1. Thomas Hofmann

    Hoi Urs
    Wie immer spannend Deine Berichte. Die weisse Domina hat Dich wieder einmal sicher ans Ziel geführt… Viele Vergnügen mit den Gästen. Ich vermisse es sehr…

    1. Danke, ja. Die weisse Domina ist jetzt wieder weiss! Und ja, ich bin auch froh, dass alles gut gegangen ist, und ich jetzt wieder zusammen mit den Gästen auf sauberen Strassen herumkurven kann.

  2. Markus

    Super! Da hast du wirklich einiges erlebt und durchgestanden… Wahrscheinlich schon etwas anders als geplant.
    Ich wünsche einen guten Start in Mojacar!
    Viele Grüsse aus Cambrils
    Markus

    1. Das Positive ist, dass man immer wieder dazu lernen kann. Schön war vor allem die viele Abwechslung, die eigentlich gute Routenwahl und dass ich gleich drei Via Verdes befahren konnte. Weniger schön, vielleicht sogar enttäuschend ist, dass diese Euroveloroute 8, Abschnitt Valencia, eigentlich gar nicht bereit ist für den Radfahrer. Einerseits ist der Track, teilweise schlicht falsch, mancherorts nicht unterhalten. Und vor allem die Strecke ist nicht wirklich ausgeschildert oder markiert. Ein paar zufällig vorhandene „Radweg-Markierungen“ auf der Strasse machen eben keine Euroveloroute aus. Nach meinen sehr guten Erfahrungen zum Beispiel auf der Rhoneroute, bin ich im Moment ein bisschen enttäuscht. Aber Spanien ist halt nicht gleich Frankreich. 🙂