Als Aargauer unterwegs

auf schmalen Reifen unterwegs

Sevilla
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| 9 Kommentare

Es war ein anstrengender Tag. Diesmal nicht fĂŒr die Beine, sondern fĂŒr den Kopf. Von einer feurigen Spanierin, geboren in Sevilla, wurden wir wĂ€hrend sieben Stunden durch die Altstadt gefĂŒhrt. Sehr vieles haben wir gesehen, noch mehr gehört. FĂŒr mich haben sich ein paar Geheimnisse rund um Andalusien gelöst, gerade in Bezug zu den verschiedenen Zeiten der Römer, Mauren, Arabern und den Spanieren, beziehungsweise der Christianisierung. 

Ich kann hier nicht jedes Detail wiedergeben. Einfach eine Auswahl von ein paar Highlights.

Sevilla

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Begonnen hat die FĂŒhrung auf dem spanischen Platz, der fĂŒr die Landesausstellung 1929 erstellt wurde. Ein riesiges GebĂ€ude, bei dem alle 55 spanischen Provinzen ihren Platz haben. Eine Art EnzyklopĂ€die. Klar habe ich mich um die Ecke von Almeria gekĂŒmmert. 

Sevilla

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Ein Bild, das einen entscheidenden Zeitpunkt in der jeweiligen Provinz darstellt. Plus eine Karte der Provinz.

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Danach ging es ĂŒber den Platz der Opern, Bilder von Carmen und Barbier von Sevilla durften an den WĂ€nden der HĂ€user nicht fehlen, weiter. Eine Parfumerie, die aus den OrangenblĂŒten den Duft von Sevilla herstellt. Übrigens Bitterorangen werden exportiert und dort zu Marmelade verarbeitet. In der Stadt soll es nur Bitterorangen geben, auf dem Land meist nur SĂŒsse.

Es ging zum Alcazar. Eine Kopie, Nachahmung der Alhambra in Granada. Aber halt ein ganzes StĂŒck kleiner.

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Gut sichtbar, vor allem im inneren der GebĂ€ude ist, wie sich die Religionen ergĂ€nzt oder aufbauend gewirkt haben. Es wurde damals nicht zerstört, sondern was zerfallen war, wieder aufgebaut und die neue Religion darĂŒber gebaut. Eine MusterstĂŒck von Toleranz. 

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Danach verbrachten wir lĂ€ngere Zeit in der Kathedrale von Sevilla. Nach Rom und London immerhin die drittgrösste der Welt. Am meisten beeindruckte mich der Hochalter, mit all dem spanischen Barock und dem vergoldeten Mahagoni. Das Gold wurde damals von Mexiko herĂŒber gebracht. Leider ist das Gitter davor, so grob und dicht, dass kaum ein gescheites Foto gemacht werden kann. Auch der Tresorraum mit vielen grossen Monstranzen, Kronen von Königen und anderem Gold und Silber war sehr beeindruckend. 

In der Kathedrale sind auch Überreste von Christoph Columbus aufbewahrt.

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Selbst nach seinem Tode fand er keine Ruhe. Seine sterblichen Überreste wurden innerhalb Spanien mehrmals „umgezogen“, sogar nach Übersee wurden sie gebracht und wieder zurĂŒck.

Nach einem kurzen Mittagslunch ging es mit dem Schiff auf dem Rio Guadalquivir hin und her. Zuerst dem Quartier Tirana entlang, spĂ€ter mitten durch die ehemalige Landesausstellung von 1992, beziehungsweise noch deren Überreste. Auf dem Foto, das Quartier der KĂŒnstler und Segler. Auf der einen Strassenseite waren die KĂŒnstler wie Musiker und Maler einquartiert auf der anderen Seite die Segler, wie zum Beispiel Magellan.

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Zwei weitere Kirchen und ein Spital, ebenfalls mit einer Kirche, wurden besucht, um uns die Eigenheiten des spanischen Barocks zu zeigen.

Um den Tag vollends abzuschliessen hatte ich mir noch eine Flamenco-Show gebucht, im Museum „Casa de la Memoria“. Denn Sevilla soll ja der Geburtsort des Flamenco sein.

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Weblog am 10.05.

JahrTitel
2019Sevilla
2018Auf Umwegen zum Aussichtspunkt
2017Puerto de la Virgen
2016letzte Möglichkeit
2015Wieder einmal im Schwarzwald
2014Besser versteckt
2013Ein weiterer Schritt ist gelungen
2011Kapellen-Tour
2010Recognition-day
2009Zum Schluss
2008Rundfahrt Baselland und Solothurn
2007Pestalozzis Wirken in Birr
2006Schon fast langweilig
2005Botanischer Garten


 

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Autor: Urs

WĂŒrde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher fĂŒr lange AusflĂŒge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein fĂŒr dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmĂ€ssig ĂŒber meine Fahrten.

9 Kommentare

  1. hallo Urs
    Super, dass du dir in einer solch geschichtstrĂ€chtigen Stadt eine Auszeit gegönnt hast. Ich wĂŒnsche dir weiterhin eine unfall -und pannenfreie Fahrt. Geniesse deine Zeit.
    lg UuF

  2. Sascha Hosennen

    das hesch dĂ€r eu me wa verdientđŸ™ŒđŸ» wieterhin gĂŒeti fahrt und sorg ha…

  3. Brigitte Rizzardi

    Waaaaas, Du bist nicht Velo gefahren…? 😳 Geht es Dir gut ?

  4. Spannender Bericht aus Sevilla. Weiterhin gutes Radeln…

  5. Danke Euch,
    ja, ich hatte mir tatsĂ€chlich ĂŒberlegt, eine Stadtrundfahrt per Rad, zu kaufen, das gibt es nĂ€mlich auch. Habe es dann aber sein lassen.

  6. Als Aargauer unterwegs

    hamers no ĂŒberleit, a Stadtrundfahrt um em Velo z’buche. Has denn aber doch lo si. 😟 Cha ned guet fötele und velofahre, mitenand. 😭

  7. Als Aargauer unterwegs

    Danke, đŸ˜đŸš”â€â™‚ïžđŸ‡Ș🇾

  8. Schön Sevilla!
    Ich will hier nicht rummeckern, aber die Aussage zur Religionstoleranz steht etwas zu stark im Kontrast mit dem Goldaltar in der Kathedrale, an dem ziemlich viel Blut aus Übersee klebt. Von 350 Jahren Spanischer Inquisition und Töten im Namen der Kirche wollen wir mal gar nicht sprechen. Das nur als Gedankenanstoss, von wo die religiöse Pracht herkommt.
    Weiterhin schöne Fahrt.
    LG
    Spoony

    • Hallo Spoony,
      ich bin mir schon bewusst, dass StadtfĂŒhrungen immer etwas „verherrlichendes“ haben. Vor allem dann, wenn sie sogar von einer einheimischen Person geleitet werden. Ich glaube aber nicht, dass man so viele Themen gleich mit einander mischen darf.

      Die Spanische Inkuisition (https://de.wikipedia.org/wiki/Spanische_Inquisition) ist ja das Thema, dass AndersglĂ€ubige, vor allem Juden und Muslimen zur Konversion gezwungen wurden. Viele haben sich zwar taufen lassen, lebten dann aber doch nach ihrem ursprĂŒnglichen Glauben weiter. DafĂŒr wurde die Inquisition, auf Geheiss oder mit Wissen des Papstes, eingerichtet. Viele der Prozesse sind nicht wirklich dokumentiert, ihr Ausgang ist unklar, Vermutungen sind viele da. Ja, gewiss es gab Hinrichtungen, aber nicht in „völkermĂ€ssiger AnhĂ€ufung“. Das Ausmass ist nicht wirklich bekannt.

      Das andere ist die Sache mit dem Gold und Silber, welches damals fast ausschliesslich von Übersee herankam. Was dort genau passiert ist, kann ich nicht sagen. Es gibt in Sevilla einen „Torre del oro“, einen Goldturm. Dort wurde das Gold von Übersee aufbewahrt und bewacht. Heute ist der Turm ein Museum der Navigation. Durch den hat uns die StadtfĂŒhrung nicht geleitet.

      Das dritte ist die Toleranz von der ich vielleicht zu wenig deutlich sprach: es geht um die Architektur. Die römische, arabische und muslimische Architektur wurde in der Regel nicht zerstört, sondern sogar repariert und darĂŒber, beziehungsweise darauf, diejenige der neuen Welt gebaut. Unter anderem schön zu sehen, an einem Minarett, das jetzt ein Glockenturm ist.

      Danke fĂŒr deinen Input
      Viele GrĂŒsse
      Urs

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