Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

8. Tag: Matrei – Staller Sattel – Bozen

Wie schon fast gewohnt, war es auch heute morgen wieder recht k├╝hl und der Himmel mit einem Gemisch von Wolken und Nebel verhangen. Nach nur etwa 7 Kilometern Fahrt bergab, musste ich in Huben bereits rechts abbiegen. Direkt neben der Bundesstrasse beginnt die 10%-Steigung. Im ersten Moment fluchte ich zwar, als mir ausgerechnet jetzt die Kette vom kleinsten Blatt auf das Tretleger abrutschte. Im Nachhinein, war es vielleicht nicht schlecht, zur Aufw├Ąrmung auf dem grossen Parkplatz des ├Ârtlichen Bauamtes noch ein paar Runden zu drehen, um so dann in die Rampe zu steigen.

Die Anfahrt auf den Staller Sattel verlief des ├Âftern nach dem gleichen Schema. So eine Art Treppensteigen war angesagt. Nach Rampen folgten wieder kurze flache Abschnitte. Wenn gleich die erste Rampe, wohl die heftigste war. Das Defreggen-Tal ist langgezogen, der Wald reicht bis fast auf die 2052 Meter hohe Passh├Âhe hinauf. Etwa ab Erlsberg trifft man des ├Âftern Hinweistafeln, dass die Strasse besch├Ądigt sei. In der Regel handelt es sich um L├Ąngsrillen, mit zunehmender H├Âhe aber auch echt abgerochene St├╝cke in der Strasse, wahrscheinlich Frostsch├Ąden.

W├Ąhrend der ganzen Auffahrt konnte ich einem Schauspiel des Wetter zuschauen. Eine Niederschlagswolke trieb weit hinten ihr Unwesen. Manchmal am rechten Talrand, manchmal am linken Talrand. Als ich dann auch hinten eintraf, bekam ich noch die letzten Spritzer des Schauers ab und fuhr den Rest bis zur Passh├Âhe einmal mehr auf regennasser Strasse. Gl├╝ck gehabt.

Kurz vor der Passh├Âhe Staller SattelDer Staller Sattel ist ein ziemlich langgezogener Pass mit einem kleinen Bergsee und den ├╝blichen Restaurants, Parkpl├Ątzen und einem Hospiz. ├ťber ihm verl├Ąuft zudem die Landesgrenze von Italien und ├ľsterreich, beziehungsweise zwischen dem Tirol und dem S├╝dtirol.Von der westlichen Seite, woher ich kam, ist der Pass trotz der Strassensch├Ąden recht gut ausgebaut, auf der ├Âstlichen Seite, hinunter nach Italien, kann der Pass immer nur zur ersten Viertelstunde gefahren werden. Die Strasse ist zwar in einem guten Zustand, aber schmal, hat keine Ausweichstellen, ist steil und sehr viele Spitzkehren.

Heute ist es wegen der Wolkendecke ziemlich k├╝hl auf dem Pass. Die Wartezeit bis zur erlaubten Abfahrt verbringe ich mit Verpflegungsnachschub, und Kleider f├╝r die Abfahrt ├╝berziehen.

W├Ąhrend der Abfahrt muss ich nat├╝rlich meist und kr├Ąftig an den Bremsen ziehen. Wegen der K├Ąlte werden die Finger ganz kalt und starr auch Beine, Knie und F├╝sse beginnen die K├Ąlte zu merken. Nach vielleicht einer Viertelstunde gelangt man an einen grossen See. Ich ziehe es vor, weiter zu radeln, f├╝r W├Ąrme besorgt zu sein. Das Tal geht weiter und z├╝gig hinunter. Mehr und mehr zeigt sich auch die Sonne. Kurz vor Bruneck finde ich einen Rastplatz f├╝r das Mittagessen. Mittlerweile ist mir wieder recht warm, sogar schon fast zu warm geworden.

Bruneck/Brunico, meine Sorgen mit dieser Stadt und dem richtigen Weg hindurch: ich glaube ich habe ihn heute gefunden. Das GPS wollte mich zwar unter allen Umst├Ąnden ├╝ber das W├╝rzjoch locken, aber im zweiten Anlauf habe ich sie dann doch noch gesehen, die Tafel, welche die Radfahrer vor der Tunneldurchfahrt hindert und als Ausweg einen kleinen Weg, hinauf zur Sonnenburg anbietet. Nach dieser kurzen und steilen Rampe steht neben der Sonnenburg wenigstens ein Brunnen mit pl├Ątscherndem frischem Wasser bereit.

Der Rest der Fahrt nach Bruneck ├╝ber Brixten/Bressanone nach Bozen, war dann schlicht und einfach eine Fr├Ąserei auf Bundesstrassen. Ich wollte die etwa 50 Kilometer bergab m├Âglichst rasch hinter mich bringen. Zumal ich die Strecke von anderen Fahrten in fr├╝heren Jahr her schon etwas kannte.

Fahrradweg vor BozenErw├Ąhnenswert ist aber trotzdem der Radweg unterhalb Bressanone. In einem ersten Versuch bin ich ihm eine Weile lang gefolgt. Um Kirchenmauern herum, durch Schreberg├Ąrten, im rechten Winkel auf Br├╝cken zu, immer wieder Fussg├Ąnger drauf. Das war mir viel zu langsam, ich wechselte wieder zur├╝ck auf die Bundesstrasse. Sp├Ąter dann, vermutlich nach Klausen, die Bundesstrasse bog in ein Tunnel ein, versuchte ich es nochmals. Da fand ich den Traum von einem Radweg. Vermutlich wurden hier vielleicht 20 Kilometer ehemaliges Bahntrasse zu einem Radweg umgebaut. Das Gef├Ąlle meist leicht bergab, Kurven mit einem riesigen Radius, Tunnels und Gallerien weit ├╝berdimensioniert, frischer und feiner Teerbelag. Zwar ist alle Bahntechnik abmontiert, doch das Trassee, die Tunnels, an einer Stelle die doppelspurige Eisenbahnbr├╝cke. Es hat zuviele Anzeichen, es muss ein ehemaliges Bahntrasse sein. Nach einem letzten langgezogenen Tunnel endet der Radweg fast mitten in Bozen.

├ťbrigens treffe ich in Bozen bei sch├Ânstem Wetter und br├╝tender Hitze ein. Nach einem Start heute Morgen in Matrei auf knapp 1000 Metern ├╝ber Meer, befindet sich Bozen gerade noch knapp 300 Meter ├╝ber Meer.

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Heute auf dem Rad
Vormittag
Fahrrad

Roubaix mit Anhaenger

154.1KM

1610 HM
07:18 H

Nachmittag
bewoelkt_mit_einzelnen_Sonnenabschnitten

0 Grad

einzelne_Wolken

0 Grad

Autor: Urs

W├╝rde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher f├╝r lange Ausfl├╝ge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein f├╝r dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelm├Ąssig ├╝ber meine Fahrten.

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