Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

7. Tag: der Tag auf der Grossglockner Hochalpenstrasse

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Der Morgen begann wie hier offensichtlich üblich, mit Nebel an den Berghängen. Bis ich das Morgenessen gegessen hatte, und wieder reisefertig meine Füsse einklickte, war das Wetter auch heute, wieder ganz passable. Vielleicht etwas kühl.

Ich radelte auf der Bundesstrasse das Tal hinunter nach Lienz, von dort über den Iselsberg-Pass hinüber ins Mölltal und damit auf die Grossglockner Hochalpenstrasse, oder wenigestens die Auffahrtsrampe dazu. Der Iselsberg-Pass ist das Einstiegstor zur Hochalpenstrasse: 10 und 12%-Rampen liegen hier in Reihe hintereinander.

Dann ein kleines Stück bergab. Bis Heiligenblut dürfte es wahrscheinlich keine 10%-er mehr drin haben. Dafür steigt die Strasse wellenartig in die Höhe. Immerwieder hat man das Gefühl, es müsste doch hinunter gehen. Die flacheren Stücke zwischen den Rampen täuschen aber. Es geht fast immer bergauf. Die letzte grosse Steigung führt dann nach Heiligenblut. Ab dann dürften auch wieder 10%er dabei sein.

Oberhalb Heiligenblut erreicht man schon bald die Mautstelle. Sogar Fahrräder haben hier eine eigene Barriere. Man muss zwar nichts bezahlen, aber immerhin einen „Push“-Knopf drĂĽcken, damit die Barriere aufgeht. Es sei alles videoĂĽberwacht und nebeneinanderfahren sei verboten, steht da noch.

Ich fahre weiter. Ăśberlege mir immer wieder, wie lange ich mich wohl auf dieser Strasse aufhalten darf, um am Abend doch noch zu einer vernĂĽnftigen Zeit im Hotel zu sein.

Seit der Überquerung des Iselsberg-Passes, hat sich der Himmel deutlich verdunkelt. Noch scheint ab und zu die Sonne durch die Wolken, aber grösstenteils ist es grau. Einzelne Regentropfen sind auch schon gefallen. Ich mache mal eine Foto von dem grossen massigen Berg vor mir. Vielleicht ist es ja der Grossglockner, vielleicht auch nur ein Berg im hier so nahen Tauern Nationalpark.

Auf etwa 1900 Meter über Meer, wird die Strasse endlich flacher und biegt in das Tal ein. Die kommenden Spitzkehren sind im Gelände, dank der teils hohen Stützmauern gut erkennbar. Ebenfalls gut erkennbar ist, dass da gerade eine Regenwand das Tal herunter kommt. Soll ich bei der Schaukäserei auf dieser Ebene unterstehen? Warten bis der Regen vorbei ist? Ein kühlender Gegenwind bläst ins Gesicht und jagt die Regentropfen vor sich her.

Ich rechne wieder: eine halbe Stunde warten? Dann vielleicht nochmals eine knappe Stunde in die Höhe fahren? Oben nichts sehen, weil ich mich mitten in den Wolken und dem Nebel befinde? Zwei nasse Autos kommen entgegen. Grossglockner-Hochalpenstrasse einfach abhaken, im Sinne von „ich war auch dort“?

Ist mir trotz aller Anstrengungen irgendwie zu Schade. Auch dieser Pass hat etwas besseres verdient als nur gerade ein Häckchen hinter dem Namen. Ich versuchs ein anderes Jahr wieder.

Schnell bin ich wieder in Heiligenblut, fahre einmal durch, an den Souvenirläden und den Restaurans vorbei. Stürze mich anschliessend in die Tiefe, ins Tal hinunter. Schöne Strasse, mit teils langen Geraden, sogar mit dem Rennrad kann mans einfach laufen lassen. Irgendwo unterwegs, auf einem Bänkchen an einem Flüsschen, Mittagessen aus dem Rucksack.

Passhöhe IselsbergDer Regenguss erwischt mich bei der Auffahrt auf den Iselsberg. Nicht heftig, es geht gerade ohne Regenschutz. Auf der anderen Seite nach Lienz hinunter ist die Strasse noch trocken.

Ab Lienz finde ich zufällig den Radweg nach Matrei hinauf. So bleibt mir die Auffahrt auf einer der Bundesstrassen erspart. Dafür ein schmales, geteertes Strässchen der Isel entlang. Vor mir der nächste Regenguss. Ich werde es nicht trocken nach Matrei hinauf schaffen.

Ein paar kräftige Windstösse lösen die ersten dürren Blätter der zahlreichen Birken. Es beginnt bereits zu nieseln. Ich suche Schutz in einem zufällig vorhandenen Lager mit Schneefräsen und Schneepflügen. Der Wind jagt den Regenschauer hinter dem nächsten Hügel durch. Es bleibt bei Nieselregen. Wenige Kilometer weiter vorne ist die Strasse allerdings klatschnass.

Doch auf den letzten drei Kilometern vor dem Hotel erwischt mich der nächste Regenschauer doch noch.

Auch wenn ich dieses Mal die Grossglockner Hochalpenstrasse nicht geschafft habe, so habe ich auch gemerkt, dass ich viel Wert darauf lege, auf die höchste Stelle der Hochalpenstrasse zu gelangen, die Edelweissspitze. Dies notabene auch noch bei vernünftigem Wetter und einer Fernsicht, bei der man noch etwas erkennen kann. Grossglockner Hochalpenstrasse, ich komme wieder. Einmal wird es mir sicherlich gelingen.

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Heute auf dem Rad
Vormittag
Fahrrad

Rennrad

146.8KM

2348 HM
07:26 H

Nachmittag
leicht_bewoelkt

Grad

wechselhaft_teilweise_Regen

Grad

Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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