Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Blick zurĂĽck
Blick zurĂĽck

Logrono – Pamplona (Navarra)

Der grösste Teil der Fahrt ging heute durch die Region Navarra. La Rioja verliess ich schon bald nach dem Start. Auch Navarra dĂĽrfte uns als Weinregion bekannt sein. Doch so auffällig viele Rebstöcke standen gar nicht an meinem Weg. Oft waren es Getreidefelder, in höheren Regionen GebĂĽsch und Wald. 

Unterwegs durch die Region Navarra

Unterwegs durch die Region Navarra

Heute war es nochmals sehr hĂĽgelig. Meine dreistellige Strassennummer wurde bald zu einer Vierstelligen. Dass die Strasse auch schmaler wurde als die letzten Wochen, war mir ja noch egal. Aber sie fĂĽhrte auch steiler ĂĽber die HĂĽgel. Da lagen dann schon mal 10% und mehr drin, was ich schon lange nicht mehr hatte. 

In der Gegend von Los Arcos tönte der Lärm des Circuit de Navarra, der Autorennbahn, herüber.

Auffällig viele Schilder und Tafeln zu Klöstern, Kirchen und römischen Ruinen standen heute am Strassenrand. 

Torres del Rio

Torres del Rio

Auch dem Jakobsweg bin ich heute nochmals viele Male begegnet. Auch auffallend viele Radfahrer mit Gepäck waren heute unterwegs. 

Unterwegs durch Navarra

Unterwegs durch Navarra

Ziemlich genau in der Mitte des Bildes marschiert gerade eine Gruppe Pilger durch die Getreidefelder. Ich werde morgen den französischen Pilgerweg verlassen. Der führt nämlich noch ein Stück südlich der Pyrenäen entlang, überquert diese dann über den Col du Somport und führt weiter via Pau nach Le Puy-en-Velay. Ich selber werde Morgen nach einem letzten Hügel an den Atlantik hinunterfahren.

Das Wetter war etwas wärmer als gestern. Die Regenschauer konnte ich in der Ferne immer wieder vorbeiziehen sehen. Der Wind hielt sich nochmals sehr zurĂĽck. Temperaturmässig reichte es gerade fĂĽr ein Mittagessen unter freiem Himmel. 

Es ist angerichtet

Es ist angerichtet

Danach war der letzte HĂĽgel fĂĽr heute fällig. Leider kannte der Wind kein Erbarmen mehr. Die Regenschauer zogen immer näher vorbei. So kam mir ein Fotohalt gerade gut gelegen. 

Weinroute Navarra

Weinroute Navarra

Zudem wurde meine Strasse immer steiler. Bei 13% Gefälle brauchte ich eine Verschnaufpause und leistete mir einen Blick zurück.

Blick zurĂĽck

Blick zurĂĽck

Plötzlich stellte sich so etwas wie Heimweh ein. Heimweg nach Spanien. Seit fast zwei Monaten, genauer seit dem 30.03.2019, fahre ich nun auf spanischen Strassen herum. Zuerst entlang der KĂĽste von Cambrils nach Mojacar, dann vier Wochen als Guide in der Gegend von Mojacar, und seit dem 04.05.2019 auf dem Heimweg quer durch Andalusien, hinauf nach Santiago de Compostela und nun sĂĽdlich der nördlichsten spanischen Bergkette hinĂĽber nach Pamplona. Ich glaube, dass ich sagen darf, dass ich vieles gesehen und erlebt habe. Ich habe Andalusien aus einer ganz anderen Perspektive kennen gelernt, als nur die sandigen, brĂĽchigen HĂĽgel rund um Mojacar. Ich habe viel Geschichtliches, vor allem von Andalusien gesehen und gehört. Ich fuhr in Sevilla durch die Hitze des SĂĽdens bei 40 Grad und fror gestern auf dem La Pedraja bei nur noch 4 Grad. Obwohl ich mich nie wirklich als Pilger geoutet habe, so fuhr ich doch ĂĽber viele hundert Kilometer ähnliche Wege. Ich versuchte in Santiago de Compostela hinter das Geheimnis des Pilgerns zu kommen. Und heute, bei diesem Blick zurĂĽck, kommt mir der Satz im Pilgermuseum wieder in den Sinn: „Pilger sind Wanderer in fremden Ländern“. Bin ich jetzt doch, alleine durch mein Verhalten, zum Pilger geworden? Halt einfach ein fahrender statt ein wandernder?

Die letzten hundert Höhenmeter gehen zäh unter den Rädern durch. Der Gegenwind bläst, als wolle er mich zurĂĽckhalten. Auf der höchsten Stelle des Passes steht nicht einmal eine Passtafel. Es wären ja auch nur gut 680 Meter ĂĽber Meer gewesen. Bei der Abfahrt nach Pamplona hinunter verlasse ich mich heute auf das GPS. Denn auch diese Strasse hört kurz vor Pamplona auf und „vereinigt“ sich mit der Autobahn. 

Während den letzten Kilometern durch das sonntägliche und fast verkehrsfreie Pamplona werde ich doch noch von einem kurzen Regenschauer ĂĽbergossen. 

Logrono - Pamplona (Navarra)

Logrono-Viana-Torres del Rio-Los Arcos-Lizarra-Cirauqui-Maneru-Puerte la Reina-Legarda-Astrain-Pamplona

Relive ‚Logrono – Pamplona (Navarra)‘


Weblog am 26.05.

JahrTitel
2020Mutschellen retour
2019Logrono - Pamplona (Navarra)
2018Altdorf - nach Hause
2017Espalion-Saint Chély d'Apcher, fast wie im Jura
2016Eine weitere Runde ĂĽber die Hausberge
2015Knapp hinterher
2014Warten auf die letzten Sonnenstrahlen
2013erste Idee fĂĽr die Sommerferien
2011Schon besser
2010Schneller Entscheid
2009Das Gewicht halbiert
2007Bin zum Mittagessen zurĂĽck
2006Ein geschenkter Tag
2005Nächstes Schicksal
200410. Etappe: Lautaret - Galibier - Telegraph, die Königsetappe


 

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Heute auf dem Rad
Vormittag
Fahrrad

Spanien, La Rioja, Navarra,

97.1KM

1503 HM
5:34 H

Nachmittags
stark_bewoelkt

Grad

bewoelkt

12 Grad

Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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