Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

5. Tag: Oeztal – KĂĽhtaisattel – Inntal

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Die morgendlichen Nebel scheinen eine Eigenart des Öztals zu sein. Doch bis ich mein Morgenessen eingenommen hatte, waren auch die Nebel weg. Hotel bezahlen, Anhänger einklinken und abfahren.

Einklinken? Da fehlt doch etwas! Das metallene Teilchen auf der Hinterradachse, welches dafür sorgt, dass der Anhänger nicht abrutscht sondern schön auf der Achee eben eingeklinkt werden kann. Der Schreck war gross, als ich mich an das metallene Klimpern von gestern erinnerte. Ich wunderte mich noch, was man an einem Renner aus Carbon wohl verlieren kann, was so metallisch klingt. Schaltung, Bremsen alles schien noch zu funktionieren. Ich war schon auf dem Weg, den Hotlier nach Schrauben und Unterlagsscheiben anzubetteln, als mir einfiel, dass ich ja eine zweite Hinterradachse über all die Hügel mitschleppe. Natürlich befindet sich solches Zeugs im Anhänger zuunterst, aber immerhin, die Achse war da. Nachdem ich sie ausgewechselt hatte und der Anhänger nun nicht mehr abrutschen konnte, konnte auch die Fahrt weitergehen.

Nach wenigen Kilometern bergab nach Oetz, konnte ich die Steigung zum Kühtai in Angriff nehmen. Schon bald musste ich feststellen, dass es heute nicht so richtig rund lief. Ich fand den Rhythmus nicht. Da halfen auch die teils schönen Ausblicke hinunter ins Oetztal und das Inntal nicht wirklich weiter. Gut, die erste Passage ist auch laut dem Profil sehr steil. Dass es in Gallerien oftmals noch steiler ist, als ausserhalb, das weiss ich mittlerweile ja auch. In Ochsengarten dann endlich eine längere Strecke, ohne grossen Höhengewinn. Doch dann die zweite Bergstrecke hinauf zum Stausee. Auch sie wollte kaum enden.

Bis fast auf die Passhöhe hinauf, fährt man durch viel Wald. Dann, mit einem Mal, beim kleinen Stausee (Wasser für die Beschneiungsanlagen?) öffnet sich das Tal und der Wald ist weg. Fast rundherum stehen die zackigen Berge. Auf dem Kühtaisattel selber trohnt Kühtai, ein Winterort. Skilifte, Bergbahnen, Gondelbahnen, Sessellifte, Hotels, Boutiquen, Restaurants, Souvenirs, Skivermietungen und Bikevermietungen, halt alles so was es braucht.

Als Passfoto habe ich mir das grosse Schild mit der goldenen Kuh ausgelesen. Übrigens schon möglich, dass es am Kühtaisattel mehr Kuhroste in der Strasse hat als am Glaubenberg in der Schweiz. Dazu laufen auch hier die Kühe und die paar wenigen Pferde, unbeaufsichtigt und nicht eingezäunt über die Passstrasse.

Nach der Abfahrt hinunter ins Inntal, stiess ich mehr zufällig als absichtlich auf den Inntaler – Radweg. Es war inzwischen deutlich wärmer geworden. Ich kam bis Innsbruck ziemlich zĂĽgig voran.

Mittagessen an einem schattigen Platz in einem Park, dann ging die Fahrt weiter. Die Wegweiser mit „Kufstein/D“ waren jetzt die Richtungsweiser. Der Teil des Radweges unterhalb Innsbruck, scheint mir weniger romantisch angelegt zu sein. Kilometerweise schnurgerade Strecken ĂĽber Landwirtschaftsgebiete, oder entlang der Autobahn. Auch die Abschnitte mit ungeteerten Feldwegen sind hier viel häufiger anzutreffen.

Dazu kam noch ein heftiger Gegenwind. Es war mir nicht möglich, über längere Zeit ein Tempo von 25 km/h zu halten. Da kam der Traktor (maximal 25 km/h) als Windschattenspender gerade richtig. Auch andere Velofahrer schienen in diesem Gegenwind zu leiden. Oder animiert ein vorbeibrausendes Rennrad mit Anhänger, tatsächlich zu einer Fahrt im Windschatten? Ich kann mir nicht recht vorstellen, dass hinter dem Anhänger noch genügend Windschaten vorhanden ist. Zudem hängt ja die CH- und die AG-Fahne hintenraus. Egal, einige habens versucht.

Mit anderen Worten, ich kam heute nicht ganz so weit, wie ich mir das vorgestellt habe. Dennoch, der Tag war wunderbar, angefangen beim Wetter, der Landschaft am Kühtai. Selbst die Fräserei, die Jagerei mit den anderen Radfahrern im Inntal und gegen den Wind, hatte ihren Reiz.

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Heute auf dem Rad
Vormittag
Fahrrad

Roubaix mit Anhaenger

124.5KM

1425 HM
08:27 H

Nachmittag
einzelne_Wolken

Grad

einzelne_Wolken

Grad

Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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