Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Reise ans Ende der Welt 3. Tag

Das Innere unserer Fähre Nach einer ruhigen Nacht auf einer leicht vibrierenden Fähre, suchten wir während der Durchfahrt durch die Schäreninseln von Finnland kurz vor Helsinki, das Morgenbuffet heim. Da war alles vorhanden. Vielleicht im Unterschied zu einem “kontinentalen” FrĂĽhstĂĽcksbuffet war das Angebot an Fisch, allen voran Lachs, deutlich grösser. Aber sonst war alles da. Brot, Käse, Eier, Omeletten, Konfi, Honig, FrĂĽchte, MĂĽesli, Cerealien in vielen Varianten und schier unendlich.

Die Fähre legte um 10:00 Uhr, finnische Zeit, an. Während der Nacht haben wir in die Osteuropäische Zeitzone gewechselt und mussten die Uhren eine Stunde vorstellen, sofern das nicht die Elektronik schon besorgt hatte. Am Hafen wurden wir von Petra, einer örtlichen Reiseleiterin für eine Stadtrundfahrt in Helsinki, begrüsst.

In frischer, fröhlicher Art und Weise, erzählte sie alles Mögliche ĂĽber Geschichte, Politik, Sozialwesen, Sport und Arbeit der Finnen. Auch in Helsinki waren die Strassen heute auffällig leer, fast alles geschlossen. Nicht nur weil es Sonntag ist, sondern weil auch hier die Finnen wegen des Mittsommerfestes ausserhalb der Stadt waren. Fast jeder Finne besitzt nebst seiner Miet- oder Eigentumswohnung auch noch ein Häuschen an einem der knapp 200’000 Seen von Finnland. Dort geniesst er sehr oft das Wochenende in der Sauna, beim Fischen auf dem See, beim Grillieren seines Fanges und Schlafen.

Schon während der Stadtrundfahrt ist mir immer wieder aufgefallen, wie wichtig der Sport in Finnland ist. In vielen Sportarten gibt es viele bekannte Sportler, nicht nur bei den nordischen Disziplinen. Selbst in Formel 1, Laufsportarten, Rallyfahren und Leichtatlethik gibt es viele bekannte Namen. Finnland vergleicht sich gerne mit Schweden und geniesst es noch mehr, wenn sie besser, schneller als die Schweden sind. Wohl deshalb stossen wir in Helsinki immer wieder auf Einrichtungen des Sports.

Geschichtlich gesehen gehörte Finnland und Schweden schon mal zusammen, Finnland wurde aber auch schon mal von der Sowjetunion überrollt und feiert dieses Jahr 200 Jahre Unabhängigkeit.

Sibelius Als Höhepunkt sei vielleicht der Besuch des Denkmals von Sibelius genannt. Die 24 Tonnen schwere Röhrenkonstruktion aus rostfreiem Edelstahl soll den Wald darstellen. Sibelius war ein Komponist der seine Musik im Kopf hörte, die Noten dazu aufschrieb, ohne dass er, wenigstens in den ersten Jahren, überhaupt ein Musikinstrument besass.

Altarbereich der Felsenkirche Auch die Felsenkirche haben wir besucht. Im Prinizip wurde ein Loch in den Felsen gesprengt, die Steine aussen herum aufgeschichtet und ein Kupferdach darüber gelegt. Der Regen und das Schmelzwasser rinnen entlang den Wänden in der Kirche herunter. Die Akkustik soll einmalig sein. Nur eben mit den vielen Touristen, schwindet da so ziemlich alle Ehrfurcht und Andacht auf den Nullpunkt. Aber als Konzertsaal, soll die Akustik unschlagbar sein.

Nach dem Mittagessen in einem Kaffee machen wir uns wieder auf den Weg in Richtung Norden. Hatte sich das Wetter bis jetzt etwas zurückgehalten, regnete es den ganzen Nachmittag in Strömen. Einige der vielen Seen, denen wir meist entlang gefahren sind oder manchmal auch auf Brücken überquert haben, sahen zwar aus wie Überschwemmungen, gehören aber zur Landschaft.

Übrigens die vielen 1000 Finnen kommen heute, Sonntag-Abend tatsächlich von ihren idyllischen Häuschen am See zurück. Auf den Autobahnen und Landstrassen kommen uns kilometerlange Autoschlangen entgegen. Viele Staus auf der Strasse behindern den Gegenverkehr in einem zügigen Vorwärtskommen.

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Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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