Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

3. Tag: Ettal(D) – Zell am Ziller(A)

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Geweckt wurde ich heute Morgen durch das Plätschern des Dachwassers im Fallrohr vom Dach herunter. Bis ich das Morgenessen eingenommen hatte, bezahlt und gepackt, hatte der Regen zwar etwas nachgelassen, nass war aber dennoch alles. Ein weiterer Tag im Regenanzug kündigte sich an.

Doch zuerst das Erfreuliche: Wenn ich gestern Abend vorzüglich gegessen habe, so kam ich heute Morgen auch noch in den Genuss eines richtigen Radfahrer Morgenessens. Da war fast alles da, was man so begehrt. Es fehlte lediglich noch der Kuchen. Benediktiner Mönche scheinen gut zu leben.

Weil die Strasse immer noch „spritznass“ war fuhr ich mal den ersten Teil wiederum in Regenkleidern davon. Kurz nach dem Hotel ging es denn auch wie erwartet mehrheitlich hinunter nach Garmisch Partenkirchen, dann (nicht wirklich erwartet) ĂĽber einen HĂĽgel (und im strömenden Regen) zum Eingang in das Isartal. Im einen Teil fĂĽhrt eine Mautstrasse entlang der Isar und durch einen Naturpark. Wirklich eine sehr schöne Gegend. GlĂĽcklicherweise konnte ich von ein paar Sonnenstraheln profitieren, entledigte mich des Regenzeugs und schoss mal eine Foto, dass mal wenigstens etwas zu sehen ist von der heutigen Fahrt.

Die Fahrt ging dann weiter, immer mit einem Auge auf die Isar gerichtet, über eine Brücke über der gestauten Isar, die Staumauer und weiter Richtung Achensee. Die Gegend könnte schon noch ein paar Fotosujets hergeben, doch wenn die ganze Elektronik immer wieder wasserdicht verpackt werden muss, wartete ich lieber auf einen noch besseren Moment. Und plötzlich ist alles vorbei. Kein See mehr, keine Isar mehr, dafür wieder Regen.

Den Achenpass lasse ich aus (Regen und Nebel) und fahre direkt das Tal hinunter zum Achensee. Vor einem Tunnel werden die Radfahrer von der Strasse auf einen Radweg geleitet. Das ist auch gut so. Denn nun hat man den See in nächster Nähe neben sich. Könnte mir vorstellen, dass sich an einem schönen Sommertag hier endlos viele Ausflüger aufhalten. Doch heute war der Weg menschenleer.

Ab und zu ist sogar die Strasse trocken, es reicht aber kaum, die Regenkleider auszuziehen, so sieht man schon den nächsten Schauer um die Ecke kommen. Deshalb habe ich es auch hier verpasst, eine Foto zu machen. Das Tal kenne ich allerdings schon, von früheren Ferientagen, einfach auf der anderen Seite des Sees.

Am Ende des Sees geht es dann „fast senkrecht“ nach Jenbach hinunter, ein kleines StĂĽck ostwärts und dann ins Zillertal hinein.

Ich muss den Eingang ins Zillertal regelrecht suchen. Nichts als Autobahnanschlüsse und -abführten und dicht befahrene Strassen. Wobei dicht hier wirklich bedeutet: Autos aus beiden Richtungen im Sekundentakt. Fast keine Chance eine Strasse zu queren oder auch nur von der linken Seite sich in den Verkehr einzureihen. Schliesslich gelingt es dann aber doch. Aber damit geht der Horror nur weiter. Ich habe ja eigentlich selten Angst auf der Strasse. Aber wenn Wohnwagen, Autos mit überbreiten Anhängern, Lastwagen und der ganze übrige Verkehr auf einer eigentlich zu schmalen Überlandstrasse sich neben mir kreuzt, so wird es selbst mir etwas mulmig. Bei der nächsten Abzweigung bog ich einfach mal ab, das GPS wird es dann schon richten. Doch das GPS wollte nur wieder zurück auf diese letzte Strasse. So suchte ich mir halt den Weg selber durch das Zillertal hinauf. Fündig wurde ich schliesslich auf der Ostseite des Tales. Eine normale Verbindungsstrasse, schön von Dorf zu Dorf, mit ein bisschen Lokalverkehr. Es geht also doch.

Bei der heutigen Fahrt durch den Regen, habe ich mir ein paar Gedanken zu den nächsten Tagen gemacht. Vielleicht auch versucht, diese etwas an das Wetter anzupassen. Unter anderem deshalb, bin ich heute in Zell am Ziller, also noch vor dem Gerlospass abgestiegen. Ich glaube, so habe ich die Möglichkeit, Morgen den Gerlospass zu fahren und anschliessend bis an den Fuss zum Grossglockner weiterzufahren. Ăśbermorgen kann ich mich dann wetterabhängig entscheiden, ob ich den Grossglockner fahre, oder einfach, quasi unten durch zur Nockalmstrasse weiterpedale. Schlimmstenfalls könnte ich auch die Nockalmstrasse noch umfahren, doch was hatten dann meine Ferien hier fĂĽr einen Sinn? Anderseits habe ich keine grosse Lust, einfach ĂĽber diese 2’000er Strassen zu fahren, nur damit ich sie abhaken kann. Denn schliesslich sind es Panoramastrassen, sogar mautpflichtig. Da mĂĽsste auf jeden Fall mehr drinliegen, als einfach nur ein Hochkurbeln fĂĽr einen Haken hinter dem Namen der Passhöhe.

Habe ich im falschen Jahr die falsche Strecke fĂĽr mein 2’000er-Pässe-Ziel gewählt? Die nächsten Tage haben die Antwort bereit.

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Heute auf dem Rad
Vormittag
Fahrrad

Roubaix mit Anhaenger

118.4KM

1003 HM
05:59 H

Nachmittag
wechselhaft_mehrheitlich_Regen

Grad

wechselhaft_teilweise_Regen

Grad

Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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