Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Ruhetag, Ruhetag?

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Ja, es war die reine Absicht. Zum Mittagessen, irgendwo in der Höhe, vielleicht in einer Jause Station, jedenfalls dort, wo man mit dem Renner noch hinkommt, sollte heute Mittag ein Weizenbier auf dem Tisch stehen.

Mit ein bisschen Umwegen und Fototour, bin ich zuhinterst in einem Tal eines Nationalparks, in Peder, fündig geworden. Dort wo die (geteerte) Strasse nicht mehr weiter geht und die Welt der Mountainbiker und Wanderer anfängt, dort wo auch die Verbindung zu 3G-Netzen wegen der hohen Berge ringsum miserabel ist, da stand eine Wirtschaft.

Ein Weizenbier, Schinken- und Käsebrot, Apfelstrudel und Kaffee. Das war mein Mittagessen. Merkwürdig vielleicht, aber ich hatte einfach Lust danach.

Diese kurze Fahrt, zudem auf grösstenteils schon bekannten Strassen von früheren Ausflügen her, gibt mir heute die Möglichkeit, ein paar Worte über meinen Aufenthalt hier in den Dolomiten zu verlieren:

  • Ich bin hier untergebracht in einem eher kleinen Hotel, dem Hotel Diana in La Villa. Bis vor kurzem waren wir drei Radfahrer, seit Dienstag (mit dem schönen Wetter) kommen weitere Gäste dazu.
    • Das Morgenessen fĂĽr italienische Verhältnisse ungewohnt reichhaltig. Mehrere Sorten Brot, Käse, Fleisch, Jogurt, MĂĽesli in verschiedenen Varianten, frische FrĂĽchte, Orangensaft und die fast immer präsenten sĂĽssen Gipfeli. Ab und zu ein Gadget, wie kĂĽrzlich eine Flasche Gatorade liegt auch noch drin.
    • Das Nachtessen ein Traum: Suppe oder Salat, dann ein Riesenteller von hausgemachten Teigwaren, immer wieder mit anderen Zutaten. Anschliessend ein Teller Fleisch mit einer GemĂĽsebeilage und Kartoffeln oder Polenta oder was halt gerade so passt.
    • Ein feines Dessert schliesst dann das Nachtessen ab.
    • Auf der Speisekarte steht: „geniessen mit allen Sinnen“. Dieser Idee wird die KĂĽche auf jeden Fall gerecht.
    • Da Velofahren Durst macht, nehme ich in der Regel zuerst noch ein kleines Weizenbier, sowie dann zum Essen einen feinen Rotwein der Gegend aus der umfangreichen Weinkarte.
  • Das Angebot der 11’000 Höhenmeter der Dolomiten, offeriert von Dolomite Biking befriedigt mich ĂĽber alles. Dazu ist auch zu erwähnen, dass ich während der ersten drei Tage der einzige Gast war, der dieses Angebot gebucht hatte. Ich hatte also während drei Tagen einen schon fast privaten Guide, der sogar die Getränke und die Esswaren (Verpflegung aus dem Rucksack) fĂĽr mich ĂĽber die HĂĽgel geschleppt hat. Er spielte sozusagen nebst dem Guide auch noch das Begleitfahrzeug.
    • Es gibt auch die Möglichkeit, dieses Angebot der 11’000 Höhenmeter in zwei separaten Paketen zu buchen. Die erste Hälfte der Woche 6’000 Höhenmeter in 3 Etappen und 5’000 Höhenmeter in zwei Etappen in der zweiten Hälfte der Woche. Ab Morgen Freitag, sollen dann aus diesem aufgeteilten Angebot weitere Gäste dazukommen.
    • Die beiden Guides, die ich in den ersten 3 Etappen hatte, sind beide zwei aufgestellte jĂĽngere Herren, welche es verstehen, auf die Gäste (wenigstens mal auf mich) einzugehen. Sie wissen, wo die guten Punkte fĂĽr die Fotos sind, sie kennen sich landschaftlich und kulturell sehr gut aus. Der eine im Winter ein Skilehrer(?) kennt natĂĽrlich jede Piste und Schlucht wo man auch noch runter kommen könnte, der andere ein leidenschaftlicher Rennvelofahrer, auch wenn es um längere Strecken geht.
    • Von ihnen habe ich ĂĽbrigens auch den Tipp fĂĽr das heutige Mittagessen erhalten.
    • Dolomite Biking ein noch junges Unternehmen, das sich zum Ziel gesetzt hat, per Rad oder Wanderweg den Touristen die Dolomiten zu zeigen.
    • Das Angebot, die Zusammenstellung der Radtouren, ist sehr abwechslungsreich und hat täglich einen anderen Schwerpunkt. Sella-Runde, die Runde um den Kronplatz und gestern die Runde um den Cristallo. Jede dieser Runden zeigt einen anderen Teil der Dolomiten. Wenn man rundherum fährt, so hat man zwar auf der einen Seite immer den gleichen HĂĽgel, auf der anderen Seite aber immer wieder neue Einblicke in andere Talschaften. FĂĽr mich als Tourist, der hier das erste Mal in der Gegend rumkurvt, irgendwie faszinierend, auf jeden Fall sehr abwechslungsreich.
      • Die Strassenverhältnisse in den Dolomiten sind generell fĂĽr die Rennräder sehr gut. Ab und zu mal Längsrillen oder Frostschäden, das ĂĽbliche halt in den Bergen.
      • Die Gefälle der Bergstrassen scheinen mir, mit Ausnahmen wie Kronplatz oder Drei Zinnen, wirklich einfacher als in den französischen / italienischen Alpen zu sein. In der Regel sind die Aufstiege auch kĂĽrzer. Auf wenigen Kilometern lassen sich oftmals mehrere Pässe ĂĽberfahren.
      • Die Anzahl der Motorräder, wenigstens jetzt unter der Woche, hält sich in einem vernĂĽnftigen Rahmen. Man trifft sie halt, wenn es schönes Wetter ist.
      • Der ĂĽbrige Verkehr bewegt sich vor allem um die grösseren Städte und hält sich an die direkten Verbindungsstrassen. Auffällig wenig Wohnmobile, aber vielleicht ist ja auch die Ferienzeit noch nicht richtig angebrochen.
  • Mechaniker und Reparaturen: Ich hatte schon mal erwähnt, dass mein Renner mit der Schaltung an den grossen Kettenblättern MĂĽhe hatte. Mit dem dauernden Regen und dem eingewaschenen Sand wurde das immer schlimmer. Vermutlich hat es auch das FĂĽhrungsblech der Kette irgendeinmal verbogen. Ich war jedenfalls gezwungen, bei der Auffahrt auf das Grödnerjoch, am Sonntag als es noch schneite, die Kette manuell auf das kleinste Zahnrad zu legen. Da ging nichts mehr. Ich brachte den Renner dann am Montag frĂĽh beim örtlichen Radhändler vorbei. Der hat innerhalb einer Stunde alles gewaschen, geölt und eingestellt. Da kratzt oder schleift nun schon seit Tagen gar nichts mehr. Ich meine, dass die hier etwas davon verstehen, wie Rennräder eingestellt sein mĂĽssen.
  • Zum Schluss die Dolomiten selber: Anfang der Woche, als sie noch frisch verschneit waren, da lag so eine Art Winterzauber ĂĽber den Bergen. Jetzt wo der Schnee (saisonangepasst) langsam weggeschmolzen ist, zeigen sie vielleicht eine andere Schönheit. Teils mächtig und felsig stehen sie ĂĽber dem Waldrand. Wenigstens fĂĽr Rennradfahrer unerreichbar. FĂĽr Wanderer, Mountainbiker und Kletterer vermutlich ein Paradies. Und an jedem neuen Morgen, und während jeder neuen Fahrt, entdecke ich immer wieder neue, schöne, faszinierende Momente an diesen Bergen.

Selbst, wenn ich die beiden letzten Rundfahrten noch nicht gefahren bin, (Freitag: unter anderem Würzjoch und Samstag: Passo Giau) so bin ich froh und dankbar das Angbot von Dolomite Biking gefunden und gebucht zu haben. Es werden viele schöne Erinnerungen zurückbleiben.

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Heute auf dem Rad
Vormittag
Fahrrad

Rennrad

73.2KM

1232 HM
03:39 H

Nachmittag
schoenster_Sonnenschein

Grad

schoenster_Sonnenschein

Grad

Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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