Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Cristallo-Runde

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Wie prognostiziert war es heute Morgen bereits spürbar wärmer. Der längeren Tour um den Cristallo, stand also nichts mehr im Wege. Bereits um 08:30 machten wir uns auf den Weg.

Bei der Auffahrt zum Passo di Valparola waren wir der Natur wieder einmal ganz nahe. In einer der letzten Spitzkehren standen tatsächlich Murmeltiere an der Strasse und schauten uns regelrecht zu. Mein Guide klärte mich dann auf, dass etwa an dieser Stelle früher Murmeltiere von den Touristen richtig gefüttert wurden. In der Zwischenzeit wurde dies aber den Tieren zu liebe verboten.

Ich erfahre viel über die geologische Zusammensetzung der Dolomiten. Einzelne Berge, die eher flachen Hügel, sind nämlich keine typischen Dolomiten. Das Dolomitgestein besteht vorwiegend aus Sedimenten des Meeresgrundes, die vom Druck der Afrikaplatte vor x-Millionen Jahren aufgestellt, aufgeschoben wurden. Dazwischen gibt es ab und zu kleine Vulkanhügel, die eben eine ganz andere Gesteinszusammensetzung haben. Wenn man das weiss, fallen einem solche Hügel plötzlich überall auf.

Ăśber das „Passpaar“ Passo di Valparola (2192 MĂĽM) und den Passo di Falzarego (2105 MĂĽM) erreichten wir nach einer 18 Km langen Abfahrt, meist durch Tannwälder, Cortina d’Ampezzo. NatĂĽrlich genossen wir vor der Abfahrt auf den Pässen auch die ĂĽberwältigende Aussicht auf die nahen Berge. Auch ein paar Hinweise zu Spuren aus dem ersten Weltkrieg (1. Weltkriegsmuseum, (vermutlich ein ehemaliger Bunker), diverse Stollenfenster in den Bergen, Soldatenkapelle) fehlten nicht.

In Cortina d’Ampezzo (Winterolympiade 1956) machten wir einen kurzen Halt bei einem der Hauptplätze in Zusammenhang mit Skifahren. Wir bestaunten einen Moment lang die Bilder, wie eben 1956 noch Eishockey gespielt, oder Bobabfahrten, oder Eisschnelllauf auf dem gefrorenen Misurina-See betrieben wurde.

Während der Weiterfahrt gelangten wir über den Cimbanche (1529 MüM). Ein zwar kleiner aber schöner Pass, mitten im Wald. Auch er hat eine Geschichte. Führte doch früher eine Eisenbahn über den Pass. Das Trassee wird heute im Sommer von den Mountainbikern benützt und ist im Winter eine Langlaufloipe.

Nach einer kurzen Abfahrt nach Schluderbach (Carbonin) nehmen wir die Strasse in Richtung Misurina. Wir gelangen auf ein Plateau und können heute die „drei Zinnen“ von der SĂĽdseite her bestaunen. In der Schweiz werden diese drei Zinnen eigentlich immer von der Nordseite dargestellt und dĂĽrften somit einen hohen „Erkennungswert“ haben. Am SĂĽdfuss der drei Zinnen, gibt es ein kleines Restaurant. Dieser Ort war schon ein paar Mal auch Ankunftsort des Giro d’Italia.

Es gibt allerdings ein kleines Problem. Das Restaurant ist etwa 600 Meter höher, die Distanz dorthin etwa 7.5 Kilometer. Dazwischen ein ziemlich langes gerades Stück, welches sogar noch etwas hinunter geht. Es dürften somit problemlos 10% im Schnitt sein. Doch der Gwunder ist so gross, wir biegen ab und nehmen die erste Rampe.

Da nun der Anfang gemacht ist, fahren wir auch noch den Rest hinauf. Irgendwann verrät mir mein Guide, dass wir jetzt in einer 20%-Rampe drin fahren, ich solle nicht nach oben schauen. Worauf es dann prompt nicht mehr lange dauerte, bis ich einen Moment kurz innehalten muss. SĂĽssigkeiten nachschieben, Wasser und weiter geht’s fĂĽr die letzten 200 Höhenmeter.

Der Abstecher hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wunderbare Aussicht über die Berge von halb Norditalien. Eine der Dohlen hat mir dort oben nach etwas Zögern sogar aus der Hand gefressen.

Nach der Abfahrt gelangen wir an den Lago Misurina. Bei uns in etwa vergleichbar mit dem See von Sankt Moritz, nur dass da nicht so viele Hotels herumstehen.

Anschliessend nehmen wir noch den Passo Tre Croci (1805 MĂĽM), machen eine kleine Spazierfahrt auf der Flaniermeile von Cortina d’Ampezzo, fĂĽllen nochmals unsere Bidons und nehmen dann den letzten Rest des Heimwegs ĂĽber das gleiche „Passpaar“ wie am Morgen unter die Räder. Nur mit dem Unterschied, dass jetzt zuerst mal etwa 1000 Höhenmeter am StĂĽck vor uns stehen. Bei einer flacheren Stelle, auf den Stufen der Militärkapelle, fĂĽhren wir uns nochmals ein paar SĂĽssigkeiten zu.

Einen weiteren gelungenen Tag, eine schöne Rundfahrt um den Cristallo, einem weiteren Bergmassiv der Dolomiten, beenden wir heute mit einer 14 Kilometer langen Abfahrt in unseren Ferienort.

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Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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