Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Raten und Ibergeregg

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Jeweils im FrĂĽhling kann ich es kaum erwarten, ein paar schöne, blĂĽhende Fruchtbäume vor die Linse zu bekommen. Mit dieser Absicht setzte ich mich heute Morgen in der FrĂĽhe auf den Renner, in Richtung Innerschweiz. Eine Fahrt entlang von Zugersee, Ă„gerisee und Vierwaldstättersee, das war meine Absicht. Ich hoffte in dem milden Klima der Seen auf eine „blĂĽhende Arena“.

Am morgen war es noch ziemlich kühl, doch spätestens beim Anstieg von Baar zum Ägerisee hinauf musste ich mich bereits vom Velojäckchen trennen. Es wurde auch höchste Zeit für ein erstes Foto. Bereits im Reusstal war ich schon an unzähligen blühenden Bäumen vorbeigefahren. Wie es scheint, sind die Kirschbäume bereits grösstenteils verblüht. In voller Blüte scheinen zur Zeit die Birnbäume zu stehen.

Ich kam gut und zĂĽgig voran. Als ersten kleinen Versuch meiner „Steigfähigkeiten“ bog ich am Ă„gerisee in Richtung auf den Ratenpass ab. Er sollte somit immerhin mein erster Pass in diesem Jahr werden, der wenigstens ĂĽber 1’000 Meter hinauf steigt. Sobald man die tieferen Ebenen oder gar die Seen verlässt, ist nicht mehr viel los mit FrĂĽhling. Die Wälder immer noch braun, kaum etwas GrĂĽnes am Boden. Deshalb ist auch die Aussicht auf dem Ratenpass nicht wirklich etwas Wunderbares. Die Natur ist noch zu wenig in den FrĂĽhling fortgeschritten. Deshalb gibt es hier auch nur das obligate Passfoto vor der Weiterfahrt in Richtung Biberbrugg.

Weil ich so gut und zĂĽgig auf den Ratenpass hinaufkam, wollte ich es noch an der Ibergeregg versuchen. Von der Seite von Einsiedeln und dem Sihlsee her, ist sie mit einer Steigung von nur etwa sechs Kilometern deutlich weniger lang als von der Schwyzer-Seite her. Sie dĂĽrfte auch weniger steil sein.

So fahre ich denn nach Biberbrugg dem Sihlsee entlang. Unterwegs gönne ich mir zwecks Nachschub von weiteren Kalorien, damit es für den nächsten Berg auch wirklich reicht, eine kurze Pause. Die Sicht heute, war eher dunstig. Fernsicht war kaum möglich. Die Alpen am Horizont verschwanden regelmässig in einer Dunstwolke.

Auf dieser Höhe, um 1’000 Meter herum, ist noch nicht allzu viel von FrĂĽhling zu spĂĽren. Die Wiesen sind ĂĽbersät mit dem gelben Löwenzahn. Ich entdeckte sogar eine Wiese, welche vollständig ĂĽbersät war mit der SchlĂĽsselblume. Besonders gefallen hat mir eine Schafherde am Weg. Es waren vielleicht 20 oder 30 Schafe, mit fast unzähligen Lämmern. Diese standen teils bei ihren MĂĽttern, teils aber bildeten sie auch grössere Gruppen. FĂĽr einzelne der Lämmer schienen die Velofahrer Attraktionen zu sein. Sie trabten und hĂĽpften immer wieder in Richtung des aufgestellten Zaunes. Schafe in allen Farben, wobei die Weissen klar in der Mehrzahl waren. Doch auch Braune und Schwarze gehörten zur Gesellschaft.

In Oberiberg wird dann die Strasse deutlich steiler und gewinnt rasch an Höhe. Es dauert nicht lange, bis ich an den ersten Schneefeldern und Schneehaufen vorbeifahre. Oben auf der Passhöhe der Ibergeregg liegt allerdings kaum mehr Schnee.

Nach dem Mittagessen fahre ich nach Schwyz hinunter. Die Luft ist erstaunlich warm. Ich halte es jedenfalls nicht für notwendig, irgend etwas Wärmendes für die Abfahrt überzuziehen. Unten in Schwyz angekommen, ist auch der Frühling wieder da. Die meisten Bäume blühen wieder, die Wiesen sind durchsetzt mit gelben Blüten, sogar Raps-Felder tragen schon deutlich sichtbare gelbe Knospen. Irgendwo am Vierwaldstättersee entdecke ich dann diesen grossen, mächtigen und voll in der Blüte stehenden Birnbaum.

Ich schlängle mich dem Vierwaldstättersee entlang, zwischen viel Ausflugsverkehr und Baustellen bis nach Küssnacht. Noch ein paar Mal fahre ich an ganzen Plantagen von blühenden Bäumen vorbei, bevor mein Weg wieder hinüber an den Zugersee geht.

In Risch nochmals eine kurze Pause mit Wasser nachfüllen und einer kleinen Zwischenverpflegung am Brunnenrand, bevor dann die Fahrt über Hünenberg, Sins und Muri ins Freiamt weitergeht. Kurz nach Muri kann ich nochmals eine letzte Foto von einer ganzen Reihe von Birnbäumen machen. Als ich dann kurz vor zu Hause am letzten Rapsfeld vorbei fahre, fällt mir nochmals auf, dass ich genau an diesem Rapsfeld am Morgen die ersten gelben Knospen gesehen habe. Jetzt, vielleicht 10 Stunden später, sind viele der Blüten schon voll ausgepackt. Das Feld steht da, fast wie ein gelber Teppich.

Es ist dies das erste Mal seit langer Zeit, dass ich eine so lange Ausfahrt an einem Sonntag gemacht habe. Normalerweise war ich bis jetzt immer am Samstag unterwegs. Da fällt schon auf, dass auf der Strasse andere Verkehrsteilnehmer unterwegs sind. Viel mehr Ausflugsverkehr. Am Morgen in der Frühe sind es vielleicht noch eher die Sportler, die eine kurze Runde hinpedalieren, später dann eher die ambitionierten, die nur schnell auf den Raten oder die Ibergeregg hinauf wollen, bevor sie dann vielleicht mit der Familie den Nachmittag verbringen und am Nachmittag dann ganze Familien. Familien mit den kleinsten und der Jungmannschaft führt da offensichtlich auch Rad. Auffällig viele ältere Autos, wahre Schmuckstücke waren an diesem Sonntag ebenfalls unterwegs.

Weil ich das Wetter und die Schönheit der Natur bis zur letzten Minute ausgekostet habe, fehlte mir dann schlussendlich die Zeit, um dieses Posting noch am Sonntagabend ins Netz zu stellen. So kommt es eben erste heute, aber dafür noch mit dem Datum von Gestern. 🙂

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Heute auf dem Rad
Vormittag
Fahrrad

Rennrad

200.3KM

2113 HM
08:03 H

Nachmittag
dunstig

Grad

dunstig

Grad

Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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