Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Erlebnis Schwarzwald

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Dorfeingang Zell im WiesentalMeine heutige Ausflugsvariante wählte ich durch den Schwarzwald, genauer über den Feldberg. Landschaftlich eine reizende Gegend. Auch leitungsmässig nicht allzu schwierig. Dennoch voller Hindernisse.

Am frühen Morgen nach einem ausgiebigen Morgenessen fuhr ich in Richtung Koblenz, Waldshut. Es sollte eine Rundfahrt über den Feldberg geben. Meist wähle ich den Anfahrtsweg ab der deutschen Grenze rechts weg nach Lauchringen und fahre dann das Tal der Steina bis Bonndorf hinauf. So auch heute, nur war der Weg zwischen Waldshut und Lauchringen wegen Bauarbeiten und aufgerissenen Strassen alles andere als einfach. Kein gutes Omen, wie sich später herausstellte.

Das Steina-Tal ist stark bewaldet und fast verkehrsfrei. Die Strasse führt in einer gemächlichen Steigung, meist im Wald, anfänglich viel Laubbäume, später dann die bekannten Rottannen des Schwarzwaldes bis nach Bonndorf hinauf. Kurz vor Bonndorf eine mittelmässige Steigung (ca 4 % nach Cyclomaster). Wenige, schon fast idyllisch anmutende Dörfer säumen den Weg.

Kurz nach Bonndorf, bevor die Strasse in die Tiefe in Richtung Titisee geht, nehme ich jeweils den Linksabbieger nach Schluchsee. Heute stand dort eine riesengrosse, nicht zu übersehende Fahrverbotstafel. Ich wartete einen Moment. Doch als zwei grosse Lastwagen trotzdem durchfuhren, dachte ich: so ernst kann das nicht gemeint sein und fuhr ebenfalls durch. Schon nach wenigen Kilometern, begannen sich Zahlen und Bemerkungen in grüner und roter Schrift auf der Strasse zu häufen. Die Vorboten der Bauarbeiten. Wenig später dann aufgerissene Strassen, Teermaschinen, Brandheisse und neue Beläge überstreut mit haufenweise Sand bis fast hinüber nach Schluchsee.

Von Schluchsee bis ĂĽber Aha hinaus, mehrere Kilometer das selbe Schicksal. Kam dazu, dass mein linkes Knie, erstmals in meiner Velokarriere zu schmerzen begann. Keine Ahnung warum, die Tour heute war bis jetzt nicht besonders anstrengend. Wars die RĂĽttlerei auf den aufgerissenen Strassen?

Die Auffahrt von Bärental auf den Feldberg hat unten einen gewaltigen Knick (ca 7 %) flacht dann aber wieder auf ein vernünftiges Mass ab. Zum Schluss, nach vielleicht 5 Km, noch ein letzter Kraftakt bis 12% und dann leichtes Ausrollen über die Passhöhe. Mein Knie hielt sich wieder gut.

Mittagessen auf dem Feldberg bei 22 Grad und einem schon fast stürmischen Wind. Im Restaurant gabs keine Spaghetti, aber der Wurstsalat mit Käse, eingekauft beim Bauern aus dem Hochschwarzwald (so stand es auf der Menukarte) war auch nicht schlecht. Mein Knie schien sich wieder beruhigt zu haben.

Nach dem Essen noch einen kurzen Überblick über Feldberg verschafft und dann in einer rasanten Fahrt das Wiesental hinunter bis Schopfheim. Denkste! Gegenwind, aufgerissene Strassen, Belagsmaschinen und so weiter. Das Tal selber erinnert irgendwie an Hochalpine Täler in unseren Alpen. Nur stehen merkwürdigerweise auf dieser Seite des Feldberges fast ausschliesslich Laubbäume Das Knie begann wieder zu schmerzen, viel heftiger als vor dem Essen. Jeder Druck auf das Pedal war mittlerweile eine Qual.

So beschränkte ich mich damit „einbeinig“ zu treten, bis ich das richtige Mass von Tretgeschwindigkeit und Kraft auf dem Pedal herausgefunden hatte. Irgendwo hatte ich mal gehört, dass auch das Verstellen des Sattels in solchen Fällen etwas bringen könnte. Auch das habe ich natĂĽrlich ausprobiert. Ich glaube die Schmerzen haben danach tatsächlich etwas nachgelassen.

Die etwas langsamere Fahrweise öffnete dann aber auch die Augen fĂĽr das eine oder andere Detail, so zum Beispiel den witzigen Einfang von Zell, oder die „besondere“ Strassenbezeichnung in Schopfheim. Später dann, wieder zurĂĽck in der Schweiz, hĂĽpfte mir in Effingen auch noch diese Heuschrecke vor die Linse.

Den Bözberg schaffte ich mit dem lädierten Knie mit einer Geschwindigkeit kurz vor dem Umfallen. Jeder Mountainbiker hätte mich wahrscheinlich überholt. In der Abfahrt vom Bözberg nach Hause dann die letzte Überraschung: Plattfuss, und zwar gerade so, dass auch der kürzlich montierte neue Mantel zu Müll wurde. Ein richtiger Querschnitt.

Fazit: Die Strecke an und für sich ist optisch und velofahrerisch ein Genuss. Mache ich sicherlich wieder einmal wenn die Strassen alle geflickt sind. Und mit dem Knie: Treppengehen über mehrere Etagen, Kniebeugen, (Keine Vorschläge): alles funktioniert ohne Schmerzen. Nicht einmal gerötet oder geschwollen. Mal sehen wie das weiter geht.

Details zur heutigen Fahrt:
(alle Angaben nur bis zum Plattfuss, praktisch vor der HaustĂĽre)
159.55 KM
60.4 KM Maximale Geschwindigkeit
1533 Höhenmeter
6:59 Fahrzeit
22.7 KM/h Durchschnitt

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Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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