Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

7. Tag: Bad Kleinkirchheim – Lienz

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Der Morgen zeigte sich mit einem strahlend blauen Himmel. Wohl hingen über den Wäldern noch letzte Nebelfetzen des gestrigen Regens, doch das schien eher eine Zier, als ernstzunehmende Bewölkung zu sein.

Das Morgenessen liess heute in diesem Garni-Hotel keine Wünsche aus. Der Hotelier gab mir noch gute Tips für die Fahrt nach Lienz mit. Recht hatte er eigentlich schon. Ich hätte entlang dem Millstättersee fahren können und anschliessend alles im Drautal bis fast nach Lienz. Kaum Höhenmeter, aber dafür, wie mir scheint, jede Menge Bundesstrassen.

Ich blieb bei meiner Variante, nach dem See etwas südlich herum zu fahren und den Kreuzbergsattel anzusteuern. Was ich bei der Planung nicht so wirklich gesehen habe, ist das ständige Auf und Ab. Glücklicherweise kam ich von Osten. Da waren die Anstiege meist nur mit 15% markiert, während die Abfahrten in der Regel 18% markiert waren.

Am Morgen bewegte ich mich fast ausschliesslich auf Nebenstrassen. Konnte trotz der Höhenmeter etwas das Kärntner Hinterland geniessen. Kam vorbei an schönen, herausgeputzten Dörfürn. Ab und zu auch eine schöne Aussicht auf umliegende Berge und Hügel. Zeitweise sogar staubige Strassen, als ob es hier unten, im Süden von Kärnten schon lange nicht mehr geregnet hätte.

Auf der „Windische Höhe“ und später bei Bruggen (assoziiert auf Windisch und Brugg) hätten schon fast HeimwehgefĂĽhle ausbrechen können. Kurz vor dem Mittagessen traf es mich dann doch noch auf die B111 (Villach – Salzburg). Heute war der Verkehr nicht so gewaltig wie vor ein paar Tagen zwischen Bruck und St. Johann. Ich kam zĂĽgig zum Mittagessen in Hermagor, draussen im Gärtenrestaurant bei richtig sommerlichen Temperaturen.

Anschliessend ging es dann nochmals auf eher kleinen Strassen zum Kreuzbergsattel hinauf. Den ersten Schauer konnte ich noch mit Warten unter einer Baumgruppe wegstecken. Auf der Passhöhe selber wieder nichts besonderes zu erleben oder zu sehen. Glücklicherweise gibt es eine Haltestelle des ÖV, die ich natürlich schnell fotographierte.

Anschliessend ging es wieder einmal steil hinunter. Diesmal in das Tal der Drau. Dem Drau hätte ich eigentlich seit dem Morgen folgen können, doch dies war mir damals bei der Planung noch zu wenig. Zurück im Tal der Drau, war auch die Bundesstrasse B100 da.

Langsam bekomme ich den Eindruck, dass es sich bei den Bundesstrassen um eine Art überdimensionierte Kantonsstrassen handelt. In der Regel führen sie an den Dörfürn vorbei, Auf- und Abfahrten sind zum Teil ähnlich dimensioniert wie bei uns auf Autobahnen. Autobahnen sind es aber trotzallem nicht. Ausser manchmal über Brücken oder durch Tunnels. Dann werden aber die Velofahrer runtergeholt und umgeleitet.

Ich möchte nicht behaupten, dass das Tal der Drau langweilig sei. Aber nach 20 oder mehr Kilometern, Dörfürn aus der Ferne, Abwechslungsweise Mais- und Kornfelder, hie und da eine Baumgruppe, eine Schlucht oder sonst ein Engniss, hat mans gesehen. Es bleiben noch 25 Kilometer bis nach Lienz. Was soll ich mich da mit dem ständigen Auf und Ab in den Dörfürn abmühen. Lieber mich vom bisschen Rückenwind und den Bugwellen der Autos stossen lassen.

Gegen Abend funktioniert „Bugwellen-Surfing“ optimal. Die Landwirtschaftstraktoren kommen dann nämlich vom Feld heim, sind nur wenig schneller als ich, und haben hinter sich in der Regel eine lange Kolonne von Fahrzeugen. Da kommt man vorwärts.

Die gelegentlichen Regenschauer habe ich nur zweimal mit dem Windjäckchen bewältigt. Bei anderen Gelegenheiten wollte ich auf der Bugwelle der Autos mitreiten. Die Kleider trockneten sowieso wieder ab.

Doch in Lienz, da musste ich mich in das nächste Hotel flüchten. Dieser Schauer wäre nicht mehr ohne oder nur mit dem Windjäckchen zu bewältigen gewesen.

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Heute auf dem Rad
Vormittag
Fahrrad

Roubaix mit Anhaenger

123.8KM

1793 HM
06:46 H

Nachmittag
einzelne_Wolken

Grad

leicht_bewoelkt

Grad

Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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