Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

1. Tag: Ascona – Santhia

Um es vorweg zu nehmen: Santhia liegt am Rande der Poebene, etwa 50 oder vielleicht auch 60 Kilometer von Turin entfernt. Die nächsten grösseren Städte duften Biella und Vercelli sein.

Die erste heutige Etappe dorthin war wie erwartet ziemlich flach. Zu erst entlang dem Lago Maggiore bis nach Verbania, dann ĂĽber einen HĂĽgel an den Lago d’Orte. Am Ende nochmals einen HĂĽgel. Der Rest war gefĂĽhlsmässig ziemlich flach. Obwohl: ich bin schon ein bisschen erschrocken, als am Strassenrand die 10% – Tafel fĂĽr die Colli Novarese standen. Aber mehr als gefĂĽhlte 5 % dĂĽrften es dann doch nicht gewesen sein.

Entlang der Seen war die Temperatur noch auszuhalten. Ein Lüftchen wehte fast immer. Die Strasse wies viele Kurven und Unebenheiten auf. Für den Velofahrer wenigstens irgendwie abwechslungsreich. Auch die Sicht wechselte immer wieder durch Dörfer und entlang von Wäldern oder eben der beiden Seen. Wenig später allerdings, bald nach Borgomanero wurde es immer heisser, eintöniger, die geraden Strecken immer länger, die Dörfer immer weiter auseinander. Mein Wasservorrat ging langsam zur Neige. Vermutlich habe ich hier auch meinen Motor einen Moment lang überdreht. Jedenfalls musste ich an einem der seltenen Schützenplätze anhalten und Beine und Kopf etwas ausruhen lassen.

Trotz allem hatte ich aber immer auch Zeit, die Umgebung anzuschauen. Einige Dörfer sind mit Blumen, vielleicht Oleander, sehr schön geschmĂĽckt. Manchmal fĂĽhren richtige Alleen mit Bänklein zwischen den Bäumen in die Dörfer hinein. Abseits der Hauptstrassen kommt man auch immer wieder durch Dörfer, die „stillgelegt“ aussehen. Aber vielleicht war es auch nur die Mittagszeit oder der Samstag, der diese Ruhe vortäuschte.

Merkwürdige Spuren, wie von Stacheln oder Pferdehufen führten immer wieder quer über die Strasse. Irgendwann sah ich die Lösung: Mindestens am Rande der Poebene wird Reis angepflanzt. Kilometerlang, gleiche Farbe, gleiches Gewächs. Neben der Strasse ein Bächlein. Manchmal in meine Fahrtrichtung, manchmal eben nicht. Doch der Höhenmesser am GPS schwankt dennoch kaum. Die Spuren auf der Strasse rührten von Traktoren her. Statt Rädern hatten die allerdings so eine Art überdimensionierte Kettenräder (wie beim Fahrrad) montiert. Die Spuren auf der Strasse mussten von diesen Zähnen an den Zahnrädern herrühren. Mit diesen Rädern, oder eben den überdimensionierten Zahnkränzen, stacheln die Bauern durch die Reisfelder.

Übrigens scheinen die Fischreiher (jedenfalls sehen sie so aus) an diesen unzähligen Bächlein und dem Gewässer zwischen den Reisstauden ihren Gefällen zu haben. Wobei die Fischreiher hier schneeweiss sind. Störche sind es aber auch nicht, da bin ich ziemlich sicher.

Ein gutes Nachtessen und eine gehörige Portion Bier, sowie eine gefällte Minibar im Zimmer des Hotels, haben meine Lebensgeister wieder zurückgeholt. Zudem zieht im Moment draussen ein Gewitter vorbei. Das kühlt dann für Morgen vielleicht etwas ab.

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Heute auf dem Rad
Vormittag
Fahrrad

Roubaix mit Anhaenger

127.3KM

665 HM
05:29 H

Nachmittag
dunstig

Grad

schoenster_Sonnenschein

Grad

Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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