Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Prolog, Tag 1

| Keine Kommentare

Morgenessen ist hier bereits ab 7:45 möglich, sogar auch am Sonntag. Weil ich meinen Renner nicht schon gestern Abend abholen konnte, wollte ich dies heute Morgen so früh wie möglich erledigen. Wer weiss schon, wie lange die Warteschlange an diesem ersten Tag sein wird. So stand ich denn schon bald in der Werkstatt. Glück gehabt: nur zwei Personen vor mir. Der Renner war bald ausgehändigt, kleines Depot für den Velocomputer, und weiss ich noch was für alles, hingelegt. Erledigt.

Wenig später, es war jetzt gerade mal 10:00 Uhr, holte ich mir den Renner, diesmal in voller Velokleidung, aus dem Velokeller, fĂĽr eine kleine Spritztour entlang der KĂĽste. Sattelhöhe einstellen, GPS montieren und weitere Kleinigkeiten wollte ich noch erledigen. Zufällig fuhr ich auf die „Cala Panoramica“ oder so ähnlich. Das stimmt, die Aussicht auf die Bucht war schön, wenigstens dann, wenn es nicht gerade steil hinauf oder hinunter ging. Ich fuhr durch ein Durcheinander von Einbahnstrassen, in einem langgezogenen Bogen, wieder zurĂĽck zum Hotel. Dabei stellte ich zweierlei fest: Zu warm angezogen. Die Temperatur vielleicht etwa 10 Grad. An der Sonne und in den Steigungen hatte ich immer zu heiss, Bergab und dem Wind ausgesetzt war es dann meist zu kĂĽhl. Wieder im Hotel zurĂĽck entledigte ich mich einer Schicht Kleider. Die zweite Feststellung: Das GPS lässt sich wieder nicht am Lenker oder sonst wo montieren und muss auch diesmal wieder in der Satteltasche mitreisen und dort den Platz mit dem Webtracker teilen.

Nach dieser ersten Bekanntschaft mit Mallorquinischen Strassen besammelten wir uns dann auf dem Platz vor der Kirche zur BegrĂĽssung und die anschliessende Gruppeneinteilung. Ich blieb bei meinem Entscheid, bei den Rollern mitzufahren. Der geplante Durchschnitt soll hier irgendwo zwischen 21 und 23 km/h zu liegen kommen.

So gegen halb eins, verliessen wir Santa Ponca, fuhren vor allem auf kleinen Strässchen, über diverse kleinere Hügel vorerst in Richtung Norden, in die Richtung der Berge. Auf Mallorca soll es in den letzten Wochen überdurchschnittlich viel geregnet haben. Wohl deshalb sind viele Wiesen schön grün und durchsetzt mit vielen gelben Blumen. Leider scheint die Zeit der Mandelblüten bereits vorbei zu sein. Einzelne letzte Bäume tragen noch wenige Blüten, bei den meisten sind sie bereits abgefallen. Mandelbäume scheinen, nebst Oliven und Zitronen, auch die einzigen Bäume zu sein, die bereits schon grüne Blätter tragen.

Der Weg führt uns immer wieder durch kleine Dörfchen und über fast verkehrsfreie, schmale, Strassen und Strässchen. In einem Fall fliesst sogar ein kleines Bächlein über die Strasse. Auf ein paar Wiesen weiden Schafe.

Im Hafen von Andratx machen wir eine erste kleine Pause, werfen einen kurzen Blick auf die im Trockendock liegenden, oder aufgebockten Schiffe und Jachten. Um das Jahresende soll hier ein fĂĽrchterlicher Sturm gewĂĽtet haben, der einigen Schaden angerichtet hat.

Wir fahren weiter, schon seit einiger Zeit nach Süden, in Richtung Peguera. Vorbei an Häusern von Berühmtheiten wie zum Beispiel Claudia Schiffer, welche hier ein paar der besseren Villen gebaut haben soll. Einige andere Villen, sind noch nicht ganz fertig, und werden es wohl auch nicht. Wenigstens nicht in den nächsten Monaten. Aber heute war ja Sonntag, und da sieht vielleicht die eine oder andere Baustelle ohnehin etwas trostlos drein.

In Peguera wollen wir, aus RĂĽcksicht auf die vielen deutschen Gäste im Team, im Restaurant „Schwarzwald“ einkehren. Daraus wird aber nichts, weil die Terrasse auch ohne uns schon mit Passanten ĂĽberfĂĽllt ist. Da gingen wir halt ein Haus weiter zum Holländer. Coca-Cola und Mandelkuchen ist gut fĂĽr den Durst und hebt den Zuckerpegel fĂĽr die Heimfahrt nochmals etwas an.

Die anschliessende Rückfahrtgeht dann nochmals über einen kleinen Hügel, weitgehend gute Strassen, durch das Hinterland, in der Nähe von Palma, Palmanuovo vorbei, so dass wir unser Hotel von der gegenüberliegenden Seite der Bucht plötzlich wieder erkennen können. Ohne die Aufzeichnungen des GPS hätte ich in der Zwischenzeit, um all die Kurven, jedenfalls die Orientierung verloren gehabt.

Das Wetter und die Temperatur hielten sich sehr gut. In der Nähe der Berge war es eher etwas kĂĽhler und der Himmel leicht bewölkt. Doch ansonsten fuhren wir unter einem blauen Himmel, bei angenehmer Temperatur. Die Schwankungen zwischen warm und kĂĽhl sind halt in dieser Jahreszeit auch auf Mallorca teils noch sehr heftig und kurzfristig. Da genĂĽgt schon ein Windstoss oder eine kräftige Wolke fĂĽr einen „gefĂĽhlten Temperatursturz“. Schlimm kann es aber nicht sein, denn einige Teilnehmer fahren sogar in kurzer Hose mit.

Es ist irgendwie schon ein merkwürdiges Gefühl: Im Wissen, dass es zu Hause wieder geschneit hat, hier die ersten Frühlingstage geniessen zu können.

Print Friendly, PDF & Email
Heute auf dem Rad
Vormittag
Fahrrad

Rennrad

64.3KM

916 HM
03:04 H

Nachmittag
einzelne_Wolken

Grad

etwas_Wolken

Grad

Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.