Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Savines le Lac – Auron: ĂĽber den Col de la Bonette

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Die Königsetappe die zur Kaiseretappe wurde. Den ganzen Tag wunderbares Wetter, die richtigen Temperaturen, im richtigen Moment etwas Rückenwind. Der ideale Tag für eine Fahrt über die Cime de la Bonette, die höchste Alpenstrasse Europas, liegt sie doch immerhin auf 2802 Metern über Meer.

Bereits schon am morgen früh strahlte mir eine lachende Sonne von einem wolkenlosen Himmel direkt ins Hotelschlafzimmer. Beste Voraussetzung für einen gelungenen Start für die Königsetappe. Weil wir alle wussten, was heute auf uns zukommen werde, starteten wir bewusst langsam.

Eine wellige Fahrt, entlang dem Lac de Serre Poncon. Als erstes Highlight warfen wir einen Blick auf die „Demoiselles coiffĂ©es“. Eine ganz merkwĂĽrdige, säulenartige Gesteinsstruktur, mitten auf einer Schotterkrete, vielleicht mal Seitenmoräne irgend eines Gletschers. Dann das Tal weiter dem See entlang und dem FlĂĽsschen Ubaye entlang hinauf nach Barcenlonnette. Das Tal hinterlässt mit seinen schroffen Felswenden zeitweise einen recht wilden Eindruck, ist ziemlich verwinkelt und gibt immer wieder den Blick in andere Seitentäler frei. In Barcelonnette genossen wir in aller Ruhe noch eine Portion Spaghetti, bevor wir dann in Jausiers nochmals unsere Bidons auffĂĽllten und uns eine Banane schnappten.

Dann war es endlich soweit: Der Anstieg auf den Col de la Bonette und die Cime de la Bonette konnte beginnen. Der Aufstieg ab hier hat eine Länge von etwa 24 Kilometern und ĂĽberwindet 1600 Höhenmeter. Ich gehe die Strecke bewusst langsam an, bin dann aber doch ĂĽberrascht wie „einfach“ die Höhenmeter zu bewältigen sind. Anscheinend habe ich heute sehr gute Beine. Auch der RĂĽckenwind hilft sicherlich noch etwas mit. Es gelingt mir, ohne Anhalten bis auf 2200 Meter ĂĽber Meer durchzufahren. Dort verpflege ich mich kurz mit einer Banane und Wasser aus dem Bidon. (ist allerdings schon fast wieder leer). Kurz vor dem Col wird die Strasse deutlich flacher und ich mache ein paar Fotos von der Cime de la Bonette. Von der Passhöhe, dem Col de la Bonette starte ich sogleich durch, um auch noch die Cime de la Bonette, ein Kreisel eben ĂĽber den höchsten Punkt der einzigen befahrbaren Passstrasse Europas zu nehmen. Nur etwa 20 Höhenmeter unter dem Kulminationspunkt fahre ich nun doch noch in eine Krise rein. Das letzte StĂĽck muss ganz hart an der 10%-Grenze liegen. Ein paar Mal tief Luft holen, wieder aufsteigen und es ist geschafft.

Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn man diese lange Strecke hier hinauf fährt. Immer wieder sieht man neue Hügel, das Ziel, die eigentliche Cime de la Bonette bleibt einem lange verborgen, bis vielleicht vier oder fünf Kilometer davor. Hätte mir jemand bei meiner Anmeldung für diese Fahrt versprochen, er würde mir diesen Tag mit diesem Wetter und diesen Bedingungen schenken, ich hätte es nicht geglaubt, dass ich so etwas schönes hier oben antreffen könnte. Eine kleine Freudenträne (oder war es doch nur ein Gemisch von Schweisstropfen und Sonnencrème) wischte ich zufrieden aus meinen Augen.

Die anschliessende Abfahrt nach St. Etienne de Tinée war eigentlich Routinesache. Der Schlussanstieg in den Skiort Aurion schmerzte anfänglich ziemlich in den Oberschenkeln. Doch schon nach paar wenigen Höhenmetern wurde auch dieser Anstieg (knapp 600 Höhenmeter) wieder Routinearbeit für Kopf und Beine.

Noch eine kleine Geschichte zur heutigen Fahrt: Ungefähr auf der Höhe der TruppenunterkĂĽnfte von Napoleon, etwa bei 2550 Metern ĂĽber Meer stand auf die Strasse gesprayt „grĂĽsst Urs H.“. Ich konnte es nicht glauben, ich habe es auch nicht fotographiert, war zu sehr mit mir selber beschäftigt. Hatte ich Halluzinationen? Ich verlange auch nicht, dass das einer glaubt, der hier mitliest.

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Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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