Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Am Anfang und am Ende eine Umleitung

… und dazwischen fast 180 km Velofahrt unter einem fast makellosen blauen Himmel. Beim Blick auf das Wetterradar stellte ich fest, dass die prognostizierten „weit verbreiteten Gewitter“ noch nicht anzutreffen waren. Jedenfalls schien sich die grössere Niederschlagssituation ĂĽber den östlichen Alpen langsam in Richtung Ă–sterreich zu verziehen. Nur ĂĽber dem Zugersee-Gebiet hielt sich noch eine Zelle auf. Ich entschied mich trotzdem fĂĽr eine Fahrt an den Zugersee. Mal sehen, das daraus wird.

In der Schweiz wird zur Zeit viel gebaut und manchmal auch gefestet und gefeiert. Es ist nicht immer klar, weshalb ganze Dörfer umfahren werden müssen. Bereits in Bremgarten war der Stadtkern gesperrt. So fuhr ich dann auf der linken Seite das Reusstal bis nach Birri hinauf, wechselte dort die Talseite nach Ottenbach. Dann weiter über Mettmenstetten und auf dem Hügelzug entlang bis nach Cham und Zug. In der Stadtmitte von Zug nahm ich den Aufstieg an den Ägerisee. Für heute die längste Höhen Überwindung, dann dem Ägerisee entlang durch das Gelände der Schlacht am Morgarten und auf den Sattel, dem höchsten Punkt meiner heutigen Fahrt. Die Gewitterzelle hatte sich tatsächlich verzogen oder entleert. Einzig der Strassenrand war teilweise noch etwas feucht.

Vom Sattel dann in rasanter Fahrt nach Schwyz hinunter und weiter an den Vierwaldstättersee. In Gersau habe ich bei Manzoni’s ein vorzĂĽgliches Mittagessen genossen. Teigwaren (was denn sonst fĂĽr einen Velofahrer) gemischt mit Pouletstreifen, Tomaten und allerlei weiteren kleinen Zutaten.

Nach dem Mittagessen ging es dann weiter über Weggis und Küsnacht. In Weggis ist mir der Strassenkreisel mit den riesigen Palmen und irgendwelchen gelbgrünen Reklamen aufgefallen. Leider realisierte ich erst viel zu spät, dass das höchstwahrscheinlich einen Zusammenhang haben dürfte, mit der brasilianischen Fussballmannschaft, welche ja dort einquartiert ist/war. In Küsnacht war ich froh mich von den Alpen entfernen zu können, denn mittlerweile hatten sich über dem Vierwaldstättersee und am Himmel mächtige Kumuluswolken aufgetürmt.

Von KĂĽsnacht wieder an den Zugersee, Risch weiter auf den HĂĽnenberg bis nach Sins.

In Sins stehen mehrere Varianten für den weiteren Heimweg zur Verfügung. Einerseits weiter das Reusstal hinunter über Bremgarten und Mellingen. Das wollte ich nicht, zumal das grösstenteils wieder die gleiche Strecke war wie am Morgen auch schon. Eine andere Variante war auf den Hügel nach Muri, dann das Bünztal hinunter bis nach Dottikon oder Othmarsingen. Diese ist aber für Velofahrer relativ langweilig und hat in der Regel viel Verkehr. Die dritte Variante, über den Hügel nach Hochdorf, und dann dem Baldeggersee und Hallwilersee entlang nach Hause schien mir für heute, obwohl die längste Variante, irgendwie die Angemessenste zu sein.

Kurz nach Sins, bog ich deshalb in Richtung Ballwil / Hochdorf und später dann vollends in Richtung Hochdorf ab. Der Hügel ist nicht besonders steil, nur: es ist am frühen Nachmittag die beschienene Seite. Das Thermometer zeigte bis zu 34 Grad an. In Hochdorf wählte ich dann den Weg an der westlichen Seite des Baldeggersees vorbei. Sie ist viel weniger befahren. Wegen einer Umleitung in Zusammenhang mit einem Velorennen (ich fuhr ausnahmsweise eben doch durch, bin ja auch mit dem Velo unterwegs) war heute sogar absolut kein Verkehr. Vom Baldeggersee, dann in welligem Auf und Ab dem Hallwilersee entlang bis nach Lenzburg. Der direkte Weg nach Hause war wegen einer weiteren Umleitung in Schinznach-Bad gesperrt, so dass ich auf die westliche Seite der Aare wechselte und dann über Veltheim und Villnachern nach Hause kam.

Einige der Leser dieser Zeilen warten ja gespannt auf einen Erlebnisbericht mit meinem GPS. Ich habe während der ganzen Fahrt darauf geachtet, dass Kilometerzähler und GPS immer zur gleichen Zeit ein- und ausgeschaltet wurden. Vor allem beim GPS ist das wichtig, denn der Besuch im Restaurant, mit dem hin- und her zwischen den Tischen, zerstört die ganzen gemessenen „Durchschnittswerte in Bewegung“. Weil zudem der Empfang unter Terrassen oder in Gebäuden nicht besonders gut ist, stimmen dann auch die gemessenen Distanzen nicht. Hat das GPS nicht mindestens 3 Satelliten als starke Sender, so stimmt bezĂĽglich der gemessenen Bewegung nichts mehr.

Hier zum Vergleich die gemessenen Zahlenwerte: (in Klammern der Kilometerzähler)

  • Gefahrene Kilometer: 178,2km (178.59),
  • Höchstgeschwindigkeit: 60.6 (62.4),
  • gefahrene Zeit: 6:31 (6:31),
  • Durchschnittsgeschwindigkeit 27.3 (27.3),
  • Höhenmeter 1636 (1287)

Das GPS hat viermal den Kontakt zu den Satelliten verloren. Einmal in einer Gallerie, kurz nach Brunnen, zweimal waren es die beiden Tunnels bei Weggis und das letzte Mal eine AutobahnunterfĂĽhrung zwischen KĂĽsnacht und Risch. Bei der Autobahn-UnterfĂĽhrung am HĂĽnenberg, konnte der Kontakt offensichtlich aufrecht gehalten werden.

Etwas heikel ist das Einschalten und Wegfahren. Vermutlich muss in jedem Fall gewartet werden bis das „3D“-Zeichen am Display erscheint. Dann sind nämlich genĂĽgend Satelliten vorhanden um auch die Position in der Fahrt genĂĽgend genau berechnen zu können. Nach dem Mittagessen dauert dieses Warten nur gerade ein paar Sekunden. Beim Start am Morgen allerdings kann das gegen 2 Minuten andauern.

Der Stromkonsum des Gerätes ist beachtlich. Eine Portion (2 AA-Batterien) reicht gerade für etwa 13 Stunden. Es dürfte entscheidend sein, ob man mehrheitlich die Zahlenwerte wie Geschwindigkeit usw anzeigen lässt, oder ob man eher nach Karte fährt. Das Anzeigen der Karte dürfte deutlich mehr Strom verbrauchen.

Der Blick auf das Display ist fast immer gut, ausser ĂĽber Mittag, wenn die Sonne so ziemlich direkt ĂĽber einem steht.

Persönlich finde ich das Gerät und seine Funktionen sehr gut und auch eine Hilfe fĂĽr die nachfolgende Dokumentation der Fahrt. Jetzt, am Anfang verleitet das neue sicherlich noch etwas zum „Spielen“ während der Fahrt. Zuwenig benutze ich zur Zeit noch die Möglichkeit, die aktuelle Position festzuhalten und später dann zu Hause am PC entsprechend zu dokumentieren. (Restaurantbesuche, Standorte fĂĽr SchnappschĂĽsse mit dem Fotoapparat, wichtige Abzweigungen und dergleichen). Ebenfalls zuwenig benutze ich vorerst die Möglichkeit, Fahrten nach Routenplaner zu fahren. Kurzum: Nach ein bisschen Ăśbung und Verständnis fĂĽr das Verhalten des Gerätes, möchte ich es nicht mehr missen. Dass die Höhenmeter mit dem Kilometerzähler vor allem in Zeiten von grossen Wetterschwankungen ungenau sind, weiss man ja. Gegen den Batterieverbrauch können auch aufladbare Akkus der Grösse „AA“ verwendet werden.


 

Details zur heutigen Fahrt
einzelne Wolken Vormittag

mit dem Renner
Nachmittag etwas Wolken
  178.2 Kilometer

60.6 KM Maximale Geschwindigkeit

1636 Höhenmeter

6:31 Fahrzeit

27.3 KM/h Durchschnitt

34 Grad Max. Temperatur 1 Meter ĂĽber der Strasse

GPS-Aufzeichnung der Strecke GPS-Aufzeichnung der Strecke

GPS-Profil der Strecke GPS-Profil der Strecke

image Aktueller Stand der Kilometer in der Saison 2006

image Aktueller Stand der Höhenmeter in der Saison 2006

 
     
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Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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