Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Der letzte grosse Pass in diesem Jahr?

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Die Meteorologen versprachen uns für heute ja einen warmen, wenn auch föhnigen Tag, mit Sonne in den Alpen und wieder wärmeren Temperaturen, auch in den Alpen. Diese Gelegenheit, so kurz vor dem Ende der Sommerzeit, konnte ich mir nicht entgehen lassen und stand bereits um neun Uhr fahrbereit mit meinem Renner in Flüelen.

Schon die Hinfahrt mit dem Zug nach FlĂĽelen war ein Erlebnis. Ăśber dem ZĂĽrichsee eines der schönsten Morgenrote (wenigstens fĂĽr mich als Aargauer), später dann glänzte die Rigi in ihrem Herbstgewand, welches von der aufgehenden Sonne noch zusätzlich regelrecht vergoldet wurde. Dazu fiel ein ganz feiner Regen und brach das Sonnenlicht zu einem Regenbogen, ähnlich dem Sternenkreis der „Paramount Pictures Studios“. Eine Foto davon zu machen, wäre auf jeden Fall kitschig geworden.

So stand ich dann um neun Uhr in Flüelen und stellte erst mal mit Schrecken fest, dass ich meine Trinkflaschen zu Hause vergessen hatte. Da ich in der Regel sowieso nur Wasser ohne isotonische Zusätze trinke, musste ich mir erst noch Flüssigkeit beschaffen. Aber dann wurde gestartet: Altdorf und dann links weg ins Schächental, Richtung Klausenpass. An der Strasse kann man stellenweise noch gut die Schäden von den Unwettern von Ende August erkennen. Das Tal selber liegt im Herbst bis gegen Mittag im Schatten. Es war denn auch entsprechend kühl. So etwa nach Urigen, dort wo die Strasse nach dem zweiten Taucher ins Tal hinab sich endgültig für lange Zeit in Richtung Passhöhe dem Hang entlang schlängelt, dort fuhr ich in die Sonne. Das Thermometer stieg nun laufend weiter und erreichte auf der Passhöhe sagenhafte 18 Grad.

Passfahren im Herbst ist ein besonderes Erlebnis: Einerseits ist die Strasse leer, fast kein Auto und auch fast keine Motorräder. Hie und da ein Velofahrer, der bereits von der Passhöhe herunter kommt. Anderseits kommt die ganze Farbenpracht des Herbstes dazu. Auch das Spiel von Licht und Schatten hat in diesen engen Tälern mit den steilen Hängen seinen besonderen Reiz. Die Bauern scheinen so ziemlich alle Wiesen mit Mist oder Gülle besprüht zu haben. Dazwischen jede Menge Schafe, manchmal Ziegen und etwas weniges an Kühen.

Auch auf der Passhöhe fast absolute Stille. Das Hotel Klausenpass ist geschlossen. Als einziges hat der Kiosk direkt auf der Passhöhe noch offen und verkauft den paar verirrten Touristen noch ein paar Kleinigkeiten.

Um die Mittagszeit fahre ich dann in Richtung Glarus, das Linthal hinunter. Auch hier: fast kein Mensch auf der Strasse, eine wundervolle Farbenpracht in den Wäldern und einzelne Velofahrer in sommerlicher Bekleidung, die den Pass noch vor sich haben. Es kommt mir vor, als ob der Herbst in der Talebene schon weiter fortgeschritten ist. Die Bäume sind hier nicht mehr so farbig, sondern eher eintönig braun. Das ganze Tal ist hingegen voll vom Glockenklang der Kühe, welche draussen weiden und bekanntlich von den Alpen heruntergeholt worden sind.

Nach Glarus kommt dann ein leichter Gegenwind auf. Der Himmel beginnt sich mit Wolken zu ĂĽberziehen. Die Temperaturschwankungen werden dann ziemlich gross. Unter der Sonne habe ich zu warm, unter den Wolken habe ich zu kalt und umziehen will ich mich nicht alle paar Kilometer. So entschliesse ich mich den „hunderter“ noch voll zu machen und steige dann in Pfäffikon (SZ) wieder in den Zug.

Details zur heutigen Fahrt:
101.31 KM
62.1 KM Maximale Geschwindigkeit
1805 Höhenmeter
5:07 Fahrzeit
19.7 KM/h Durchschnitt


Passhöhe Klausen

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Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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