Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Vogelkoje und Friesenmuesum

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Die Vogelkoje ist eine Station zur Entenjagd. Enten, die sich auf dem Vogelzug von Skandinavien oder Russland in Richtung SĂĽden befanden, wurden hier mittels Lockenten angelockt.

Am Nachmittag dann noch einen Besuch im Friesenmuseum. An eindrücklichen Schautafeln und Modellen wurde uns gezeigt, wie man während Jahrhunderten Torf trocknete, verbrannte und aus der Asche Salz gewann. Ein tödliches Unterfangen, wie sich später herausstellte. Zerstörte man doch mit dem Torfabbau den eigenen Schutz vor dem Meer.

Während des Morgenessens ging über unserem Strand ein heftiger Regen nieder. Mit etwas gemischten Gefühlen bezüglich des Wetters, setzten wir uns anschliessend in den Bus, welcher uns zur nahe gelegenen Vogelkoje brachte.

Die Vogelkoje ist eine Station zur Entenjagd. Enten, die sich auf dem Vogelzug von Skandinavien oder Russland in Richtung Süden befanden, wurden hier mittels Lockenten angelockt. Das grosse Kunststück bestand darin, die eigens für diesen Zweck gehaltenen Lockvögel gerade im richtigen Moment im schwimmfähigen, aber noch nicht flugfähigen Alter zu haben. Zudem wurden sie für die Lockzeit sehr schmal bei Futter gehalten und waren dadurch gezwungen, auf dem eigens für diesen Zweck angelegten Teich, dauernd herumzuschwimmen und nach dem Futter zu suchen. Das Futter befand sich selbstverständlich nicht auf dem offenen Teich, sondern in eigens für den Fang hergerichteten Käfigen, sogenannten Reussen. Schwammen nun die Lockvögel schnatternd auf dem Teich herum, signalisierten sie dem vorbeifliegenden Entenschwarm, dass sich hier unten irgendwo Futter befand. Der Rest ergibt sich von selbst.

In Rekordjahren wurden hier auf der Insel 60 bis 70’000 Enten pro Jahr gefangen und zu Delikatessen verarbeitet. Es wurde sogar eigens fĂĽr die Verarbeitung der Enten eine Fabrik erstellt. FĂĽr die damaligen Einwohner eine willkommene Nebeneinnahme. Einzelnen Lesern ist vielleicht die Konservendose mit der Aufschrift „Krick-Ente“ noch ein Begriff.

Die Entenjagd ist heute auf 600 (sechshundert) Stück pro Jahr beschränkt.

Anschliessend kehrten wir zu Fuss ĂĽber den Deich zur alten Mohle von Wyk auf Föhr zurĂĽck. Einmal mehr mitten durch unzählige Schafe. Das Mittagessen genossen wir in einem kleinen Kaffee. Ich genehmigte mir heute ein StĂĽck Friesentorte (Blätterteig, Rahm und Pflaumenmus), zusammen mit einem Tee, genannt „Friesenfeuer“.

Am Nachmittag dann noch einen Besuch im Friesenmuseum. An eindrücklichen Schautafeln und Modellen wurde uns gezeigt, wie man während Jahrhunderten Torf trocknete, verbrannte und aus der Asche Salz gewann. Ein tödliches Unterfangen, wie sich später herausstellte. Zerstörte man doch mit dem Torfabbau den eigenen Schutz vor dem Meer. Diesen Fehler musst dann die Bevölkerung ja auch bei den riesigen Fluten im 12. und 13. Jahrhundert teuer bezahlen. Die Folgen der ungeheuren Fluten sind ja auch heute noch bestens sichtbar.

Ein anderes Kapitel, ebenfalls dargestellt in diesem Museum ist die Zeit der Auswanderung. Weil die Lebensgrundlage in Nord- und Ostfriesland mehr als ärmlich war, suchten viele Einheimische ihr Glück in Amerika und wanderten aus. Einige fanden den Weg zum grossen Reichtum, was im Museum auch schön dokumentiert ist. Sicher ist auch, dass zeitweise mehr Insulaner in Amerika lebten als auf den Inseln zu Hause.

Ebenfalls schön dokumentiert ist die schwere Zeit des Walfischfangs. Viele Männer begaben sich zu den Holländern oder Engländer auf die grossen Schiffe für den Wahlfang.

Am Abend dann noch ein letztes Buffet im Hotel und anschliessend einen letzten Strandspaziergang.

Wetter:
Der Tag begann mit einem kräftigen Regenguss. Auch tagsüber eher abwechselnd, kaum Sonne, viel Wind.

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Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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