Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Mount Evans
Mount Evans

Rocky Mountains Tour, RĂĽckblick

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Um es vorweg zu nehmen; es war in jeder Beziehung ein grandioses Erlebnis. Alles mindestens zwei Nummern grösser, mindestens 1000 Meter manchmal auch 2000 Meter höher, viel länger, viel flacher, viel heisser, manchmal auch viel schneller.

Wie erinnerlich wurde ich ja kurzfristig angefragt, eine Gruppe Rennradfahrer durch die Rockies zu guiden. Innerhalb von 26 Stunden sass ich bereits im Flugzeug, hinĂĽber nach Amerika, aber auch hinauf auf 1700 Meter ĂĽber Meer, aus einem schweizerischen feucht nassen Sommer in eine Gluthitze.

Drei Tage hielten wir uns in Colorado, nördlich Denver, rund um Boulder, auf. Eine flache Etappe, eine etwas höhere durch die äussersten Hügel der Rockies und eine dritte Fahrt hinauf an den Brainard Lake. Damit knackten wir bereits zum ersten Mal die Höhe von 3000 Metern über Meer.

Brainard Lake

Brainard Lake

Den Ruhetag benutzen wir, um uns von Boulder nach Durango, im Süden von Colorado zu verschieben. Die Gäste flogen mit dem Flugzeug hin, während wir mit den Rädern und dem Gepäck im Auto den Weg zurücklegten. Dabei überquerten wir einige Pässe und manchmal fast endlose Weiten.

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Unterwegs nach Durango

Anschliessend fuhren wir mit den Gästen in insgesamt acht Tagesetappen wieder zurück nach Boulder. Die ersten drei Tage führten uns über drei Pässe mit einer Scheitelhöhe von mehr als 3000 Meter über Meer, sowie diverse kleinere Pässe und Übergänge im Bereich von 2500 bis 2800 Meter über Meer. Die Grenze von 2000 MüM haben wir fast nie unterschritten.

Ausser einem heftigen Gewitter kamen wir fast immer in den Genuss von schönstem und sehr warmem Wetter. Kurz/kurz war unsere Bekleidung, selbst zu oberst auf den Pässen.

Wir kamen aber auch in sehr schönen Canyons, an riesigen Wasserreservoiren, in ehemaligen Silbergräber- und Goldgräber-Städten, an ehemaligen und noch aktiven Abbaugebieten von Kohle und Kupfer vorbei. Silverton (ehemalige Silbergräberstadt), Million Dollar Highway, Black Canyon of the Gunnison, schönste Espenwälder säumten unseren Weg zum nächsten Ruhetag in Aspen.

Aspen

Aspen

Gut erholt nahmen wir den zweiten Teil der Rückfahrt in Angriff. Auf meist sehr langen, nicht besonders steilen Passstrassen überquerten wir zuerst den Independence Pass (3600), Freemont Pass (3500), Loveland Pass (3700) und gelangten so nach Idaho Springs (2400 MüM). Die meisten der Abfahrten der Pässe waren ebenfalls so sehr langgezogen wie die Auffahrten. Zudem kamen wir sehr oft und während dutzenden von Kilometern, in den Genuss schönster Radwege.

Aufstieg zum Independence Pass

Aufstieg zum Independence Pass

In Idaho Springs wartete das unvergessliche Highlight der Tour. Die Rundfahrt auf den höchsten Punkt der in den USA noch mit dem Rennrad erreicht werden kann. Der Mount Evans. 45 Kilometer für 2000 Höhenmeter, hinauf auf 4348 Meter über Meer. Colorado besitzt 54 Berggipfel über 14000 Fuss (4267 MüM) und auf fast alle konnte man hinunter blicken. Eine wahnsinnig schöne Aussicht, ein super Panorama.

Mount Evans

Mount Evans

Die 60 Kilometer Abfahrt nach Idaho Springs waren ein ganz besonderer Genuss. Da störten nicht mehr mal die kleinen Gegensteigungen.

Am nächsten Tag, bereits am Morgen, dann schon leider der letzte 3000er. Das Wetter wollte auf einmal nicht mehr auf unserer Seite stehen. Die Fahrt vom Pass hinunter nach Grand Lake, war eine 80 KM-Flucht vor dem Regen in die Arme des nächsten Gewitters. Wir kamen aber trotzdem noch trocken in unserem Hotel an.

Von der letzten Etappe, von Grand Lake nach Boulder, blieb leider nur noch der Besuch im Nationalpark übrig. Regen, Gewitter und Kälte zogen über die Berge. Die Strecke hätte immerhin noch über zwei Pässe mit knapp 4000 MüM geführt.

Ein paar Unbeirrbare machten sich am Morgen, noch vor dem Frühstück auf dem Rad in den Nationalpark. Es ist eine ganz besondere Freude, mal einem Wapiti-Hirschen beim Morgenessen aus nächster Nähe zusehen zu können, oder dutzenden von Rehen auf der Waldlichtung zu begegnen.

Wapiti (Hirsch)

Wapiti (Hirsch)

Den Rest des Tages verbrachten wir dann mit Packen und RĂĽckfahrt im Bus nach Boulder.

Ich glaube nach dem Überfahren all der Passstrassen über 3000 Meter über Meer und einmal sogar über 4000 Meter über Meer, ist mein Bedürfnis nach dem Erkurbeln hoher Pässe vorerst gedeckt.

Ein Fotoalbum der Bilder in diesem Weblog gibt es hier:

Sowie ein paar weitere Bilder aus der ersten Woche und der zweiten Woche


 

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Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

Ein Kommentar

  1. Merci, dass du die Zeit und Kraft gefunden hast uns hier im Blog mit auf die spontane Reise zu nehmen. Nur eigentlich Schade, dass du nicht noch etwas ‚echte Ferien‘ anhängen konntest. Bin gespannt, wohin dich deine neue Guide-Tätigkeit noch hinfĂĽhren wird.

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