Das erste Posting nach überstandenem Hackerangriff auf dieses Weblog.
Seit 22 Jahren betreibe ich nun schon dieses Weblog. Seit gut zehn Jahren im Selfhosting. Doch kürzlich war es das erste Mal, dass das Weblog gehackt wurde.
Ich war gerade mitten im Schreiben eines Postings, als die Meldung aufpoppte, das Passwort sei erfolgreich geändert worden. Häää? was ist da genau los?
Natürlich hatte ich sofort keinen Zugriff mehr, musste mir erst ein neues Passwort geben lassen, habe dann unter den „Benutzer“ nach neuen Einträgen gesucht. Tatsächlich waren da vier neue Administratoren eingetragen.
Ich schaltete das Weblog in den Maintenance-Betrieb, nicht mit einem Plugin, sondern mit einer vorbereiteten index.php für alle Fälle, insbesondere keine Verbindung zur Datenbank.
Weitere Nachforschungen haben bald ergeben, dass WordPress das Loch in der Software bekannt sei, dass es gestopft ist, und man doch möglichst rasch die neue Version von WordPress installieren sollte/müsste.
Vielleicht hat meine schnelle Reaktion Schlimmeres verhindert. Alle weiteren geschilderten möglichen Auswirkungen, wie zum Beispiel installierte Programm-Dateien, fand ich keine, ausser eben der vier Admin-Benutzer.
Wie üblich nahm ich den Moment mit dem Update der WordPress-Version auch zum Anlass, alle Plugins ebenfalls upzudaten. Als ich die Plugins wieder aktivierte lief gar nichts mehr. Der Server mindestens zwei Stunden am Anschlag, kaum Zugriffsmöglichkeiten mehr, der Aufbau des Weblogs für den Besucher nur noch ermüdend langsam.
Mit der Zeit stellte ich fest, dass ausgerechnet das grösste Plugin, das, welches zuständig ist für alle meine Fotos in diesem Weblog, gar nicht mehr richtig funktionierte.
Es begann eine mehrtägige Suche nach einer möglichen Ursache. Irgendwann kam ich zur Überzeugung, dass möglicherweise die Datenbank selber das Problem sein könnte. Doch wie bereinigt man so etwas?
Glücklicherweise gibt es viel Literatur zum Thema und auch Empfehlungen für Plugins.
Während einer mehrtägigen Bereinigungsphase verkleinerte ich die Datenbank um zwei Drittel, entfernte über eine Million Zeilen und über 60 Tabellen. Alles Überbleibsel aus deinstallierten Modulen und Versuchen in den letzten 20 Jahren.
Das störende Plugin, welches verhinderte, dass die Fotosoftware nicht mehr lief, konnte ich auch finden und deaktivieren.
Somit habe ich nach dem Schrecken des Gehacktwerdens einiges dazu gelernt und kann heute mit einem Weblog weiter arbeiten, hinter dem eine viel schlankere Datenbank steht und das jetzt wieder recht kurze Antwortzeiten aufweist. Der Server verdankt es mit einem leisen Surren, weit unter seiner Kapazitätsgrenze.
Um den Klingnauer Stausee
Klingnauer Stausee
Blick nach Klingnau über den Klingnauer Stausee


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