Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Nachlese auf das Nordkapp

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Es sind nun auf die Nacht genau zwei Wochen seit unserem Besuch am Nordkapp vergangen. Die Arbeitswelt hat uns wieder eingefangen, doch noch schimmert das Erlebnis dieser goldenen Mitternachtssonne über der stählernen Weltkugel am Nordkapp durch unsere Erinnerungen.

Aber nicht nur das:

Es mag vielleicht zurückschrecken, wenn Google einem vorrechnet, dass wir in einer Woche etwa 3000km im Reisecar zurückgelegt haben. Doch langweilig oder gar nerventötend oder sonst irgendwie in negativer Erinnerung ist diese Carfahrt definitiv nicht geblieben. Zu abwechslungsreich und unbekannt die Landschaft. Zudem haben sich die Reiseleitung und das veranstaltende Reiseunternehmen (Traveltrend) alle nur erdenkliche Mühe gegeben, die Reise unterhaltsam und lehrreich zu gestalten. Jeden Tag hatten wir deshalb unsere Highlights ausserhalb des Reisecars.

Drei Stadtbesichtigungen (Kopenhagen, Stockholm und Helsinki): In der kurzen Zeit, kann man sicherlich nicht alles anschauen. Aber den örtlichen, deutschsprechenden Stadtführern ist es in jedem Fall gelungen, die wichtigsten Punkte der jeweiligen Stadt zu zeigen und dazu auch eine Fülle von Informationen, nicht nur gerade zu diesem Gebäude oder dem Platz zu vermitteln, sondern auch über die aktuelle Situation des jeweiligen Landes (Dänemark, Schweden, Finnland). Regelmässig waren das, das Verhältnis zu den Ausländern und Asylanten, dem Gesundheitswesen, der Steuerpolitik, die Situation mit der Arbeitslosigkeit, und natürlich ein kurzer Abriss der Geschichte.

Rückblickend beeindruckten mich in Kopenhagen (Dänemark) die vielen und grossen Burgen, in Stockholm (Schweden) das viele Wasser und dass die Stadt verteilt über 14 Inseln gewachsen ist, in Helsinki (Finnland) die grossen Kirchen und Dome, sowie die Sportbegeisterung der Finnen. Pflicht war übrigens auch, dass uns die Stadtführer an der jeweiligen Schweizer Botschaft vorbeigeführt haben.

Passend zu der Gegend die wir jeweils durchfahren haben, frischte oder bereicherte unsere Reiseleitung auch noch unser Wissen auf. Das mögen zum Beispiel in SĂĽdschweden Geschichten und Erzählungen von und ĂĽber Astrid Lindgren (Autorin von Pippi Langstrumpf) gewesen sein, später hörten wir aus dem Roman ĂĽber die „Tote am Göta-Kanal“ kurz vor Berg und der Besichtigung der Schleusen am Göta-Kanal, da war auch die CD-Musik ĂĽber ABBA (kurz vor Stockholm). Falls wir nicht selber die grossen Logistik-Zentren von IKEA, Husqvarna, Ericsson und anderen Herstellern oder Verteilern nicht schon gesehen hätten, wurden wir auch dazu mit Hinweisen und Geschichten eingedeckt. Auch ein Schluck aus der Flasche mit dem Lakka-Likör (Moltebeere), oder ein Film ĂĽber die Samen in Lappland, waren dabei.

Ein weiterer Höhepunkt die Überfahrt der Fähre von Stockholm nach Helsinki. Eine Nacht auf dem Schiff, vielleicht sollte man das eher als schwimmendes Einkaufszentrum bezeichnen. Taxfree-Shopping war angesagt.

Weiter nördlich dann die Besuche diverser Museen, Sportanlagen, Aussichtspunkte und Märkte. Besonders imponiert haben mir jeweils Ausstellungen oder Museen in Zusammenhang mit den Samen (Bewohner von Lappland). Einem Volk das sich im wesentlichen um die Haltung und Zucht der Rentiere kümmert und in früheren Zeiten auch den Rentieren nachgewandert ist. Übrigens gehören die Rentiere immer jemandem, ähnlich unseren Kühen. Die weiden zwar frei im Wald oder auf der Wiese, werden aber jährlich zusammengetrieben und markiert. Rentiere kann man im nördlichen Finnland problemlos selber entdecken, hingegen Elche, davon hatten wir keinen einzigen gesehen, mal ausgenommen die stilisierten Bilder auf den unzähligen Warnschildern entlang der Strasse.

Während der Fahrt durch Finnland näherten wir uns auch immer mehr der russischen Grenze. Bei der Übernachtung in Saariselkae befanden wir uns jedenfalls nur noch rund 42 KM Luftlinie von Russland entfernt. Damit gelangten wir aber auch in einen Landesteil, der während der Kriegsjahre stark gelitten hatte. Auch dazu erhielten wir einige Informationen und eine passende Geschichte. Besichtigung des Friedhofes in Rovaniemi stand dazu ebenfalls auf dem Programm.

Bei der Rückfahrt vom Nordkapp fuhren wir entlang einiger Fjorde nach Tromsö. Die Gegend änderte abrupt von flachen Hügeln zu bergiger, wilder Landschaft.

Unser Ziel, um Mitternacht die Sonne scheinen zu sehen, haben wir mit viel Glück erreicht. Wir haben bei der ganzen Fahrerei und der verabreichten Informationsflut, vieles gesehen, gehört, miterlebt. Dennoch glaube ich, dass wir erst einen ganz kleinen Teil von dem, was man in Skandinavien erfahren könnte, gesehen haben, gerade soviel, dass wir Lust auf weitere Besuche, auf weitere Ferien in den skandinavischen Ländern bekommen haben.

Meine Eindrücke habe ich versucht, täglich in einem Posting festzuhalten

Fotos aus der Reise ans Ende der Welt

Die Fotos habe ich in einem Fotoalbum gesammelt.

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Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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