Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Man(n) und Frau wird glÀsern

KĂŒrzlich war ich ja ziemliclh ĂŒberrascht, als ich feststellte, mit welcher Genauigkeit Google’s Latitude neuerdings arbeitet. Sie erinnern sich vielleicht noch an die Aufzeichnung meines Arbeitsweges nach ZĂŒrich-Nord, alleine und lĂŒckenlos durch die Positionsmeldungen meines Androiden an Google.

Ich möchte mich auf die Suche nach weiteren Beispielen meiner VelofĂŒhrten, die diese neuerliche QualitĂ€t entweder belegen oder allenfalls halt auch widerlegen wĂŒrden.

Es ist relativ einfach: Im Normalfall und in der NĂ€he von halbwegs dichter Überbauung und unterwegs mit dem Rad oder zu Fuss sind die Aufzeichnungen sehr zuverflĂ€ssig und schon fast beĂ€ngstigend genau. Ist man mit dem Zug oder im Auto unterwegs, so dĂŒrfte es doch ziemlich draufankommen, wo sich das Handy befindet. Zum Beispiel unter dem Sitz im Rucksack, da schaffen es nur noch einzelne Positionsmeldungen durch die Kommunikationsnetze bis zu Google. Einzelne Ausreisser oder schlichtweg falsche Positionsmeldungen können aber immer wieder vorkommen.

Herbstfahrt, Teil 1
Am Beispiel vom 24. September 2011, dem motorenfreien Tag am Klausenpass, fuhr ich mit dem Zug bis nach Linthal. Es braucht ein bisschen Phantasie um festzustellen, dass ich mit dem Zug entlang dem ZĂŒrichsee, dann die Linthebene und bis hinauf nach Linthal (roter Marker) gefahren, beziehungsweise getragen wurde. Soweit ich mich erinnern kann, lag mein Rucksack spĂ€testens ab Thalwil unter dem Sitz mit dem Handy drin. Der Glarner-Sprinter, war an diesem Tag komplett ĂŒberlastet mit Velofahrern.

Die anschliessende Fahrt ĂŒber den Klausenpass nach Altdorf, dann sĂŒdlich weiter nach Wassen und wieder westwĂ€rts weiter ĂŒber den Sustenpass bis Innertkirchen lĂ€sst sich wenigstens erkennen. Sie fĂŒhrt, ausser im Reusstal, kaum an Ortschaften, Autobahnen oder Zuglinien entlang. Also auch fĂŒr das Handy praktisch Niemandsland.

Übernachtet habe ich damals in Innertkirchen, auf der Karte sind dies die Punkte unter den letzten Buchstaben von Meiringen. Der Punkt sĂŒdlich von Lungern, hat sich mein Handy selbst ausgedacht, da war ich nie in dieser Nacht.

Herbstfahrt Teil 2
Die Strecke von Innertkirchen (roter Marker) ĂŒber Grimsel und Furka bis nach Göschenen, lĂ€sst sich knapp erahnen. Etwas gestaunt habe ich, als mein Handy wĂ€hrend der Zugfahrt von Göschenen hinunter bis nach Altdorf, durch die Reussebene eine lĂŒckenlose Serie von Positionsmeldungen absetzen konnte. Also an der gleichen Stelle wie am Samstag, als aus dem Rucksack unter freiem Himmel keine Meldung gelingen wollte.

Der Rest der Fahrt, alles im Zug, lĂ€sst sich einigermassen klar nachvollziehen. Ich bin damals ĂŒber Schwyz, wie alle ZĂŒge auf der Gotthardlinie, gefahren. Blieb dann aber sitzen und entschied mich damit fĂŒr die Variante Luzern – Olten (umsteigen) – Aarau – Brugg, statt ĂŒber Zug und ZĂŒrich (umsteigen) nach Hause zu fahren.

Im Sommer 2010, anschliessend an meine DolomitenfĂŒrien, hatte ich schon mal eine Ă€hnliche Untersuchung gemacht. Seither hat sich einiges getan. Die AufzeichnungsqualitĂ€t ist zwar ausserhalb der Ballungszentren, Autobahnen und Zuglinien immer noch relativ dĂŒrftig, aber man sieht in der Zwischenzeit doch mehr als nur ansatzmĂ€ssig, wo man sich bewegt hatte.

Damit wird auch die AuswertungsqualitĂ€t der Aufzeichnungen besser. So behauptet Google, ich befĂ€nde mich durchschnittlich pro Woche 50 Stunden in ZĂŒrich-Nord bei der Arbeit, etwa 6 weitere Stunden in ZĂŒrich-SĂŒd ebenfalls bei der Arbeit. So unrecht hat er dabei nicht. Daneben liegt er aber mit der Aussage, ich sei wöchentlich 51 Stunden unterwegs.

Es gibt auch noch weitere Ungenauigkeiten: Liechtenstein hĂ€tte ich letztmals im 2010 besucht. Da hat Google wohl meine Fahrt nach und zurĂŒck aus Österreich in diesem Jahr nicht mitbekommen. Ein weiterer Ausreisser lĂ€sst vermuten, dass ich mich ein paar 100 Kilometer sĂŒdlich von Marseille auf dem offenen Mittelmeer bewegt hĂ€tte. Aber eben: langsam werden diese Ungenauigkeiten zu EinzelfĂ€llen.

Den schönsten Track allerdings, ohne Ausreisser, regelmĂ€ssig fast wie eine Perlenkette, gibt eine unserer Nordic-Walking – Übungen um den Klingnauer-Stausee ab.


Klingnauer-Stausee

Print Friendly, PDF & Email

Autor: Urs

WĂŒrde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher fĂŒr lange AusflĂŒge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein fĂŒr dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmĂ€ssig ĂŒber meine Fahrten.

Kommentare sind geschlossen.

ï»ż
Mein Rad ist gerade hier:

Mehr Details sind hier zu finden