Als Aargauer unterwegs

auf schmalen Reifen unterwegs

Ein gefährlicher Weg?

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Ich konnte es nicht sein lassen. Gestern Abend habe ich die Formel für das finale Versteck des Mulit-Geocaches mit dem Rechner nochmals nachgerechnet, ein paar Zahlen ausgetauscht oder verändert, aber alles half nichts. Das Ziel war immer viel zu weit weg.

Heute Morgen nach dem Hotel-Zmorge sind wir dann nochmals losmarschiert. Haben uns die Fragen nochmals angeschaut. Und siehe da. Änliche Sitation, einfach zwei Spitzkehren weiter und ich bin dem Ziel schon deutlich näher. Die Formel nochmals durchgerechnet und das finale Versteck, möchte wenigstens jetzt auf dem GPS schon deutlich mehr Sinn.

Nach einem letzten Foto über das Zillertal, stiegen wir noch den Rest bis zur Kapelle hinauf, dort über die Krete in das nächste Tal. Kurz nach der Krete wurden wir dann auch tatsächlich fündig und haben das Böxli vom Geocache zielgenau und treffsicher hinter dem richtigen Stein aus der Felswand genommen.

An dieser Stelle haben wir aber auch eine neue Möglichkeit für Laubbläser entdeckt. Schon lange hörten wir das Geräusch von Motoren. Lange dachten wir, dass Forstarbeiter unterwegs sind und uns vielleicht demnächst ein umfallender Baum den Weg versperren würde. Über die erwähnte Krete kam eine Staubwolke herüber. Scheinbar immer näher. Ich wunderte mich schon, wie hier Bäume gefällt oder bearbeitet würden. Da sahen wir ihn: ein Arbeiter mit Rucksack und Laubbläser, gab sich alle Mühe, den trockenen Waldboden von Tannnadeln und Tannzapfen zu befreien. Frage mich nur, wie lange er sich, bei den aktuellen Windverhältnissen und der aktuellen Trockenheit, an seiner Arbeit erfreuen kann.

Wir marschierten weiter, immer bergauf, typischer Wanderweg, meist durch Tannenwald, hie und da eine kleine Lichtung. An zwei Stellen standen Wegkreuze. An beiden Stellen waren ehemalige Pfürrherren verstorben. Der eine auf dem Weg zu einem Patienten, der andere auf dem Weg zur Übernahme der Pfürrei Brandberg. Beide Todesfälle waren im vorletzten Jahrhundert zu verzeichnen gewesen. Es dürfte demnach früher wohl auch nicht immer ganz ohne Stress zu und her gegangen sein.

Brandberg ein kleines Dorf im schmalen Tal. Alle paar Stunden kommt mal ein Postauto vorbei. Es herrscht fast eine unheimliche Stille, ein einsames Plätschern des Dorfürunnens und der Flügelschlag einer abhebenden Amsel, das waren tatsächlich die einzigen Geräusche. Kein Motor, kein Handy, kein Gespräch, kein Radio, keine knarrende Türe, keine Kuhglocke, kein Hundegebell, kein rauschender Bach, einfach nichts. Ich glaub, ich bin mir die Stille nicht mehr gewohnt.

Wir steigen den steilen Weg ins Tal bis zur Ziller hinunter. Kehren ĂĽber Zillergrund wieder zurĂĽck nach Mayrhofen. Unterwegs wundern wir uns noch einmal ĂĽber die Ruhe in diesem Tal und darĂĽber, dass eben doch mindestens zwei ganz neue Hotels erstellt wurden.

Bei der Ankunft in Mayrhofen weisen die Strassen gerade noch letzte feuchte Stellen auf. Ganz offensichtlich sind in der Zwischenzeit ein paar Regentropfen herunterfallen. Der erste Tag in diesen Ferien, an dem der Himmel durch ein paar Wolken verdeckt wurde.

Eine Auswahl von Fotos aus dem Zillertal

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Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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