Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

3. Etappe: Ax les Thermes – St. Girons

Während der ganzen Nacht regnete es teils sintflutartig. Die Schneefallgrenze sank immer weiter hinunter. Sehr bald war klar, dass wir heute wohl eher eine Variante durch die Täler, statt über die Pässe zu wählen haben. Die Abfahrt nach dem Morgenessen erfolgte denn auch auf frisch gewaschenen und regennasser Fahrbahn in Richtung unseres ersten Passes, dem Souloumbrie, mit einer Scheitelhöhe von nur gerade 1069 m.

Nachtrag zu gestern: ein kleiner Spaziergang durch Ax les Thermes mussten wir doch noch unternehmen. Denn schliesslich handelt es sich hier um eine Stadt, rund um schwefelhaltige Quellen. Nicht verwunderlich deshalb, dass aus mehr als einem Hotelgarten der altbekannte Geruch von Schwefel drang. Wegen des intensiven Regens allerdings kamen wir dann doch nicht allzu weit und genehmigten uns in einer der zahlreichen Bars einen Schlummerbecher.

Während der Nacht strömte der Regen weiterhin im Überfluss, teils sintflutartig, auf unsere Stadt herunter. Auch am morgen stiegen noch zu allen Wäldern dicke Nebelschwaden auf. Bei unserer Abfahrt nach neun Uhr regnete es zwar gerade nicht, es war aber allen klar, dass die heutige geplante Fahrt über die Pässe Souloumbrie, Port de Lers, Agnes und Latrape wohl nur teilweise abgeradelt werden konnte. Einerseits war nicht ernsthaft auf eine Wetterbesserung zu hoffen, andererseits fiel die Schneefallgrenze über Nacht bis gegen 1800 Meter. Es war empfindlich kühl.

Kurz nach Ax les Thermes beginnt der Aufstieg auf den Souloumbrie. Eine schmale Strasse, ohne Verkehr, durch grüne Wälder und über Wiesen. Aus der Strasse, einem Splittbelag wachsen Grasbüschel. Die Abfahrt nach Tarascon glich einem welligen Auf und Ab an den Hängen entlang des Ariège. Einzelne Sonnenstrahlen und abgetrocknete Strassen wurden immer häufiger unsere Begleiter. In Tarascon entschieden wir uns deshalb auch für die überfahrt über den Port de Lers und schickten schon mal die beiden Begleitfahrzeuge voraus.

Nach wenigen Kilometern Anstieg kam dann das Telefon von den Begleitfahrzeugen: „Volle Wanne hier oben“. Das Tal dunkelte sich auch zunehmends zu und erste Regentropfen fielen auch schon wieder auf uns herab. So machten wir denn kehrt und fuhren wieder zurĂĽck nach Tarascon und weiter der Ariège entlang bis nach Foix. Dort in westlicher Richtung ĂĽber zwei kleine HĂĽgel nach St.-Girons unserem neuen Etappenort. Das Wetter meinte es einigermassen gut mit uns. Ausser Gegenwind und ein paar einzelnen Regentropfen kamen wir so tatsächlich hier noch trocken und hungrig an. Wegen der drohenden Wassermassen am Himmel verzichteten wir lieber auf ein Mittagessen.

Landschaftlich befinden wir uns derzeit in einer Art Voralpen. Alle Hügel sind bewaldet, da und dort ein Maisfeld, eine Kuhherde und ein paar Schafe. Alles ist sehr saftig und grün (Kunststück bei diesem Wetter). Ausser den grösseren Ortschaften Tarascon, Foix, St.-Girons kaum ein Leben in der Gegend.

Auch hier in St. Grions sonntägliche Ruhe, so dass wir grüsste Mühe haben, ein geöffnetes Restaurant zu finden um dort unser Mittagessen noch futtern zu können.

Details zur heutigen Fahrt:
113.12 KM
52.0 KM Maximale Geschwindigkeit
1250 Höhenmeter
4:31 Fahrzeit
24.9 KM/h Durchschnitt
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Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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