Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Berge vor Zaragoza
Berge vor Zaragoza

Teruel-Zaragoza, ĂŒber vier PĂ€sse

| 3 Kommentare

Der gestrige Regen hat die Luft stark abgekĂŒhlt. Das Thermometer zeigte heute Morgen in Teruel (830 Meter ĂŒber Meer) lediglich noch 4 Grad an. Bis weit in den Nachmittag waren an einzelnen Stellen am Strassenrand noch Wasserlachen zu finden. Es muss gestern mancherorts wohl heftig geregnet haben.

Weil es bald nach dem Hotel in die Höhe ging, entschloss ich mich, nicht allzu viel ĂŒberzuziehen. Die Beine wĂŒrden wohl genĂŒgend WĂ€rme produzieren. Zudem schien ja auch die Sonne, bereits von allem Anfang an. Es dauerte dann aber doch bis in den Nachmittag, bis ich mich des Windstoppers entledigte.

Die ersten 50 Kilometer waren eigentlich recht eintönig. Es ging ĂŒber eine Art Hochebene. Vielleicht da und dort ein Getreidefeld. Keine BĂ€ume, meist nur ungenutztes Land. Ein paar Ruinen, ab und zu eine verwaiste Tankstelle.

Weite Leeren

Weite Leeren

Zu meiner Überraschung tauchte plötzlich eine Passtafel auf. Puerto de Cella (1013 M), etwa eine Stunde spĂ€ter eine weitere Tafel vom Puerto de Singra (1000 M). Beide auf einer Hochebene. SpĂ€ter folgten noch zwei weitere Tafeln. Bei der ersten musste ich wenigstens eine Spitzkehre hinauf fahren und bei der zweiten ging es dann anschliessend mit 5% in die Tiefe.

Die vier PĂ€sse von heute

Die vier PĂ€sse von heute

Etwas interessanter war der mittlere Teil der Fahrt. Ab KM 60 schlĂ€ngelte sich die Strasse durch ein paar recht fruchtbare TĂ€ler. Sogar eine Pflanzung mit ObstbĂ€umen habe ich gesehen. MandelbĂ€ume nur vereinzelt, dafĂŒr wieder Reben.

Auch ein paar merkwĂŒrdige Gesteinsformationen und Einschnitte waren da.

Taleinschnitt

Taleinschnitt

Rund um Daroca herum standen viele TĂŒrme und Ruinen die ich spontan den Römern zugeordnet hĂ€tte. Man machte dort auch Reklame fĂŒr irgendwas mit „romans“. Doch als vorbeifahrender Tourist ist es gar nicht einfach zu unterscheiden, zwischen wirklich „wertvollen, geschichtstrĂ€chtigen“ Ruinen, oder HĂ€usern die einfach ihrem Schicksaal ĂŒberlassen wurden.

Nach der letzten Abfahrt, kurz nach KM 120 nochmals ausgedehnte Getreidefelder und Felder mit Rebenstöcken, bevor sich langsam die industrielle Agglomeration vor Zaragoza bemerkbar machte. Es traf sich ĂŒbrigens so, dass ich zu meiner gewĂŒnschten Route zum Hotel ein grösseres StĂŒck auf einem schönen Radweg, mitten durch Zaragoza zurĂŒcklegen konnte.

Fahrradweg in Zaragoza

Fahrradweg in Zaragoza

Immer wieder begegnen mir Hinweise entlang der Strasse zu dieser Provinz Aragon. Immer wieder kommen die Begriffe „Imperial“ oder „Corona“ vor, sei es bei Hotelnamen, Strassennamen, selbst BĂ€che, zum Beispiel der Rio Imperial, usw. TatsĂ€chlich war Aragonien mal ein Königreich. SpĂ€ter vereinigte es sich mit dem Königreich Kastilien. Auch Andalusien soll dabei mal eine Rolle gespielt haben.

Auszug aus Wikpedia:

Das Königreich AragĂłn (aragonesisch Reino d’AragĂłn, katalanisch Regne d’AragĂł, spanisch Reino de AragĂłn) war ein Staatsgebilde des mittelalterlichen Spaniens, welches von 1035 bis 1707 existierte.

Das Königreich AragĂłn ging 1035 durch eine Abspaltung aus dem baskischen Königreich Navarra unter einem Seitenzweig des Hauses JimĂ©nez hervor. Im ersten Jahrhundert seines Bestehens konnte es sich neben dem Königreich Navarra, dem aus dem Königreich Asturien hervorgegangenen Königreich LeĂłn-Kastilien und dem wiederum davon abgespaltenen Königreich Portugal als eines der vier wichtigsten christlichen Reiche auf der Iberischen Halbinsel etablieren. UrsprĂŒnglich auf die SĂŒdauslĂ€ufer der PyrenĂ€en begrenzt konnte es im Zuge der Reconquista gegen das muslimische Al-Andalus territorial erheblich nach SĂŒden expandieren.

In der Mitte des 12. Jahrhunderts wurde das Königreich Aragón zum Namensgeber der Krone Aragón. Dieses Territorialkonglomerat wurde durch die Union des Königreichs mit Katalonien unter dem Haus Barcelona geschaffen.

Durch eine dynastische Vereinigung im frĂŒhen 16. Jahrhundert wurden AragĂłn und die mit ihm assoziierten LĂ€nder mit dem Königreich Kastilien zum modernen Königreich Spanien verbunden. AragĂłn bestand darin allerdings als autonome Gebietskörperschaft fort, bis es im Jahr 1707 durch König Philipp V. in den Decretos de Nueva Planta aufgelöst und mit den Institutionen Kastiliens zu einem spanischen Zentralstaat vereint wurde. Erst im Jahr 1982 erhielt AragĂłn, nun als autonome Gemeinschaft innerhalb Spaniens (siehe: Aragonien), wieder den Status einer eigenstĂ€ndigen Gebietskörperschaft.

Scheint wohl eine sehr geschichtstrÀchtige Gegend zu sein, durch die ich jetzt gerade gefahren bin, oder noch unterwegs bin.

Teruel-Zaragoza, ĂŒber vier PĂ€sse

Teruel (Botanicos)-Daroca-Saragossa (Diagonal)


 

Heute auf dem Rad
Vormittag
Fahrrad

Rennrad

192.62KM

894 HM
8:04 H

Nachmittags
etwas_Wolken

Grad

einzelne_Wolken

16 Grad

Autor: Urs

WĂŒrde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher fĂŒr lange AusflĂŒge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein fĂŒr dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmĂ€ssig ĂŒber meine Fahrten.

3 Kommentare

  1. Sascha Hosennen

    192 km😳 ojojoj, jetzt willst du es aber wissenđŸ™ŒđŸ» weiterhin viel spass…

  2. Hoi Urs, Hast Du die 192 km so vor gehabt? Ist ja eine wahnsinnige Leistung !! Mittlerweile bin ich wieder zu Hause angelangt. Am nÀchsten Mal aufs Velo werde ich wahrscheinlich am Mittwoch oder Donnerstag gehen. Weiterhin gute Fahrt und lockere Beine.

    • Ich fand wĂ€hrend der Planung der Etappe nach gut 100 KM kein Hotel, das mir passte. Dann realisierte ich, dass es viel bergab gehen wĂŒrde und versuchte es mal. GlĂŒck hatte ich, dass sich der Wind erst wĂ€hrend der letzten 20 KM vor Zaragoza als Gegenwind bemerkbar machte. Es hĂ€tte sonst ein schöner Chrampf werden können. GlĂŒck war auch, dass es in Teruel bereits ab 7 Uhr ein sehr gutes und reichhaltiges FrĂŒhstĂŒcksbuffet gegeben hat, da hatte ich wenigstens eine ganze Weile keine Probleme mehr mit Nachschub. Die Notportion aus dem AnhĂ€nger reichte noch.

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