Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Mojacar
Mojacar

Nach Mojacar zum Ziel

| 7 Kommentare

Auch heute war es mit 7 Grad nochmals recht kĂŒhl. Kam dazu, dass sich die Sonne hinter einer Art Dunst versteckte.

Das GPS dirigierte mich quer durch die Stadt Murcia hinaus. Vorbei am UniversitÀtsviertel, aber auch vorbei unter anderem an dieser grossen Kathedrale.

Kathedrale in Murcia

Kathedrale in Murcia

Bald einmal befand ich mich auf Servicestrassen entlang der Autobahn. Weiterhin standen vor allem ZitronenbĂ€ume am Strassenrand. Nach ein paar Kilometern gemĂŒtlichem und aufwĂ€rmendem Pedalieren, musste ich abzweigen. Weg von der schönen Servicestrasse. AnfĂ€nglich noch geteert, spĂ€ter immer steiniger und sandiger fuhr ich in die Höhe. Nach etwa 200 gewonnen Höhenmetern befand ich mich plötzlich neben einem Wasserkanal, Ă€hnlich wie wir sie in der Schweiz vom Wallis her kennen, nur viel breiter.

Wasserkanal

Wasserkanal

Ich staunte nicht schlecht, in der sonst so trockenen Gegend eben doch wieder fliessendes Wasser zu finden. Kam dazu, dass links und rechts des Weges immer wieder grosse Wasserbecken ausgehoben waren. Teils waren sie leer, teils aber auch mindestens teilweise mit Wasser gefĂŒllt. Wie ich spĂ€ter bemerke, fahre ich dabei an einem grösseren (Stau?)See vorbei (Embalse de la Rambla de Algeciras). Als besonderer Leckerbissen, ist die Strasse recht gut. Leider geht es allerdings zwei Mal sehr steil in die Tiefe und auf der anderen Seite gleich wieder in die Höhe. Ich habe keine Chance mit dem AnhĂ€nger da wieder hinauf zu kurbeln. Stossen ist angesagt.

Nach diesen WasserkanĂ€len muss ich ins Tal hinunterfahren und gleich die Talebene ĂŒberqueren. WĂ€hrend den nĂ€chsten 50 Kilometern steigt die Strasse langsam an. Ich fahre dabei anscheinend durch richtig fruchtbare Gegenden. Salat und GemĂŒse wird geerntet. Allerdings kenne ich nicht alles, was hier wĂ€chst und gedeiht.

GemĂŒse aller Art

GemĂŒse aller Art

Doch dann, ab etwa Kilometer 80, war ich auf dem höchsten Punkt der heutigen Fahrt angekommen. Der Wind blies schön krÀftig von hinten. Ich flog die letzten 55 Kilometer förmlich ins Ziel, ans Meer hinunter nach Mojacar.

Am Ziel angekommen

Am Ziel angekommen

So konnte ich nun meine lange Fahrt, 1939 Kilometer, mit einem ganz besonderen TĂŒpfchen auf dem „i“ abschliessen.

Auch der heutige Tag, hatte etwas Unvorhergesehenes bereit: Nach der Fahrt entlang des Kanals fuhr ich eine steile Strasse in die Tiefe. Schnurgerade Strasse in der Falllinie des Berges. Schon von weitem sehe ich das Tor am Ende der Strasse. Geschlossen, elektrisches Schloss. Links und rechts mehr als mannshohe ZĂ€une. Gefangen in einer Plantage voller blĂŒhender MandelbĂ€ume. RĂŒtteln an der TĂŒre bringt nichts. Ich fahre entlang der ZĂ€une, suche nach einem Ausweg. RĂŒttle an dem Schloss, der Elektrik, dem Motor. Ich beginne zu ĂŒberlegen, wie lange ich wohl brauchen wĂŒrde, um mein GefĂ€hrt ĂŒber den Hag zu hieven. Andererseits, ich hĂ€tte ja in meinem Werkzeug auch noch eine kleine Beisszange. Wieviel mĂŒsste ich an diesem Maschengitter wohl aufschneiden? Als ob es der Himmel gesehen hĂ€tte, kam da plötzlich ein weisser Peugeot zwischen den MandelbĂ€umen heraus. Sie sprudelte etwas spanisches auf mich herein, ich zeigte nur auf das Tor. Sie drĂŒckte auf einen Knopf an einer rostigen Stange, nicht unweit von dem Tor. Ein kleiner Ruck, das Tor öffnete sich und entliess mich in die Freiheit.

Nach Mojacar ins Ziel

Murcia-Mojacar


 

 

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Heute auf dem Rad
Vormittag
Fahrrad

Rennrad

133.86KM

758 HM
5:40 H

Nachmittags
dunstig

Grad

dunstig

14 Grad

Autor: Urs

WĂŒrde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher fĂŒr lange AusflĂŒge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein fĂŒr dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmĂ€ssig ĂŒber meine Fahrten.

7 Kommentare

  1. Hallo Urs

    Gratuliere zu Deiner Fahrt! Gerade zu Beginn war es ja echt hart (und nass). Geniesse ein paar Ruhetage und dann viel Spass beim guiden.

  2. Hallo Urs, herzlichen GlĂŒckwunsch, Du hast es geschafft! Eine tolle Fahrt, finde ich. Wir wĂŒnschen Dir eine gute Zeit in Andalusien. Herzliche GrĂŒsse von isabelle, Olivia, Florina und Christoph

    • Danke Euch allen. Ja es war manchmal schon anstrengend, aber ich durfte ab und zu auch mal das Schöne am Radfahren geniessen. Die Abwechslung, immer wieder Ă€ndernde Gegenden und gerade in den letzten Tagen auch mal krĂ€ftigen RĂŒckenwind.

  3. Sali Urs
    Gratuliere zu deiner tollen vollendeten Radtour! Wahnsinn was Du da abgespuhlt hast.Und das Wetter war ja wirklich nicht das einladenste.

    Kannst Du mir verraten, was Du fĂŒr Regenbekleidung anhattest?
    Vor allem bei den Schuhe? Da hebe ich pers. noch nichts gefunden, was auf die Dauer dicht hÀlt.
    Und wie hast Du das bei den HĂ€nden gemacht?
    WĂŒnsche Dir eine unfallfreie Zeit mit deinen Radtouristen.
    Herzliche GrĂŒsse

    • Hallo Bettina,
      Danke dir fĂŒr das Interesse an meinem Weblog und den Berichten zum Weg vom Winter in den FrĂŒhling.

      Wegen der Regenkleider: Ich trage an den FĂŒssen ÜberzĂŒge von „Vaude“, Regenhose ist ebenfalls von „Vaude“ und die Regenjacke ist eine „Löffler“. Alles getragen ĂŒber die Winterkleider, wenigstens bis zur Grenze von Frankreich/Spanien. Nur die Handschuhe, die lassen bald mal alles durch. Es sind doppelte Handschuhe, so bleibt wenigstens der Fahrtwind draussen. Die eigene KörperwĂ€rme sorgte meist dafĂŒr, dass ich trotz allem nicht zu stark an die Finger fror. Weiter im SĂŒden, konnte ich dann auch ohne Handschuhe im Regen fahren. Ganz trocken bleibt man bei diesem Regen nicht. Aber wenigstens waren die Kleider gegen den Wind gut. So bleibt wenigstens die „nasse WĂ€rme“ beisammen. So lange man fĂ€hrt geht das recht gut. Das Problem war einzig in einem Falle, das Warten vor dem geschlossenen Hotel.
      🙁

      • Sali Urs
        Danke fĂŒr deine Kleider-RĂŒckmeldung.
        Im Moment geniessen wir hier das schöne Wetter und ich lasse die Regenkleider sehr gerne liegen.
        Weiterhin gute Fahrt, Herzliche GrĂŒsse Bettina

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