Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Wieder am Meer
Wieder am Meer

Wieder am Meer

| 4 Kommentare

Bereits am Morgen beim Aufwachen, meinte mein Handy es mĂŒsste draussen 12 Grad warm sein. So entschied ich mich heute fĂŒr die leichteste Kleider-Version, aber doch noch nicht fĂŒr kurz/kurz. Aber immerhin, keine langfingrigen Handschuhe, keine SchuhĂŒberzĂŒge, nur noch Beinlinge und eine etwas windabstossende Jacke ĂŒber das kurze Shirt. Der Himmel war wolkenlos, etwas Dunst, vielleicht auch Smog ĂŒber Barcelona, windstill.

Es dauerte dann aber noch fast 20 Kilometer, bis ich endlich aus dieser riesigen Stadt raus war. Drunten an der KĂŒste, da liess der Verkehr, die langsam schleichenden Autokolonnen und der LĂ€rm etwas nach.

Raus aus Barcelona

Raus aus Barcelona

Es folgte eine ziemlich hĂŒgelige KĂŒstenstrasse mit teils heftigen Anstiegen. Doch am Morgen, nach einem derart reichhaltigen Buffet wie heute, schaffe ich diese, auch langen Rampen mit dem AnhĂ€nger, noch.

KĂŒstenstrasse nach Barcelona

KĂŒstenstrasse nach Barcelona

Doch nach knapp 30 Kilometern wurde es deutlich flacher.

Seit dem ich gestern auf die abenteuerliche Fahrt ĂŒber Wiesen und unbefestigte Strassen verzichte, fahre ich jetzt öfter auch auf Schnellstrassen. Diese sind vergleichbar mit unseren Kantonsstrassen. Es hat gerade in den morgendlichen und abendlichen Randstunden doch einigermassen viel Verkehr darauf. Streckenweise aber mĂŒssen Lastwagen die vielfach parallel dazu verlaufende Autobahn nehmen. Andererseits habe ich schon in Frankreich und vermehrt auch jetzt in Spanien, die Autofahrer als sehr rĂŒcksichtsvolle Verkehrsteilnehmer erfahren. In allen Kreiseln, und davon gibt es jede Menge, wird auf einander RĂŒcksicht genommen. Selbst ich als Radfahrer gelte hier als vollwertiger Verkehrsteilnehmer. Ob es an meinem GefĂ€hrt mit dem AnhĂ€nger liegt? Jedenfalls wird schön hinter mir gefahren, geschaut, abgewartet. Ich andererseits versuche natĂŒrlich ebenfalls rĂŒcksichtsvoll zu sein. Keine heftigen Schwenker, wenn immer möglich mit Handzeichen und Augenkontakt zu kommunizieren, was ich möchte.  Die meisten Kreisel sind ĂŒbrigens doppelspurig, einige haben teilweise sogar noch mehr Spuren. Lastwagen sind besonders rĂŒcksichtsvoll. Die 1.5 Meter seitlicher Abstand werden eingehalten, immer. Lieber kriechen die hinter mir den Berg hinauf, bevor sie irgend ein riskantes Überholmanöver machen. Ich andererseits, benĂŒtze aber auch Ausweichstellen, zum Beispiel bei den zahlreichen Miradors an der KĂŒstenstrasse (Aussichtspunkte), um ihnen das Überholen zu erleichtern. Die meisten der Schnellstrassen, weisen auf der Seite noch so eine Art Minipannenstreifen auf. Es reicht fĂŒr mein Rad, und ich glaube, das wird auch so geschĂ€tzt.    

Das gleiche gilt auch in den StĂ€dten und den grösseren Ortschaften. Kreisel und Rotlichte, ich verhalte mich wie ein Auto. Überhole weder rechts noch links, versuche wenn immer möglich im Verkehrsfluss zu bleiben. Denn so schnell wird in der Regel innerorts, bei all den Ampeln und Kreiseln, nicht gefahren, als dass ich mit dem AnhĂ€nger nicht mithalten könnte. Es sei denn, es ginge steil bergauf. Ich glaube, jetzt nach mehreren hundert Kilometern auf solchen Strassen behaupten zu dĂŒrfen, noch nie eine kritische Situation erlebt zu haben, weder an mir, noch um mich herum. Hoffe, dass das auch die nĂ€chsten Tage noch so bleibt.

Es ist allerdings auch zu sagen, dass es jetzt in Spanien vergleichsweise wenig Verkehr hat. Denn eigentlich ist es nur der lokale Verkehr. Es sind ja noch kaum Touristen hier.

Ab und zu aber geht mein Weg dennoch an der vordersten Strasse, der KĂŒste entlang.

Unterwegs am Sandstrand

Unterwegs am Sandstrand

Da konnte ich heute an mehreren Orten beobachten, wie die Restaurants und Gartenwirtschaften herausgeputzt werden. Da wird frisch gestrichen, die BÀume geschnitten, gewischt und gereinigt. Auch umgebaut wird an allen Ecken und Enden. Vereinzelt sind auch schon Touristen da. Schweizerdeutsche und hochdeutsche GesprÀchsfetzen finden den Weg an mein Ohr.

Die heutige Strecke brachte mir aber noch eine andere Gewissheit. Seit dem ich am Meer angelangt bin, fahre ich immer wieder an teils stolzen Burgen oder wenigstens Ruinen vorbei. Ich meine nicht die Überbleibsel von Bunkern oder Festungen aus dem zweiten Weltkrieg. Sondern eher Festungen in Dörfern und auf HĂŒgeln. In einem Fall war das heute auch ein Triumphbogen in einem der vielen Strassenkreisel. SpĂ€ter fand ich zufĂ€lligerweise wieder eine solche Ruine, kurz vor Tarragona, und habe mich dort etwas gescheiter gemacht. Hier in der Gegend, dann bis Girona hinauf, fĂŒhrt die Via Augusta vorbei. Ein Weg den bereits die Römer schon benutzt haben. Zudem musste anscheinend Tarragona, hier ganz in der NĂ€he, eine der wichtigeren Ortschaften fĂŒr die Römer gewesen sein. 

Via Augusta

Via Augusta

Nehme an, dass ich auch in den nĂ€chsten Tagen, wohl noch ab und zu an Hinweisen fĂŒr diesen Weg vorbeifahren werde.

Im ĂŒbrigen habe ich mich heute ein bisschen mit dem Unterhalt des Rades beschĂ€ftigt. Bei einem VeloverkĂ€ufer durfte ich eine Pumpe mit Manometer kurz auslehnen um den Luftdruck in den Pneus wieder mal richtig zu kontrollieren, statt nur per „Daumendruck“. Es war höchste Zeit. Zudem habe ich dem Rad nach all den Kilometern durch Regen und Schlamm bei einer Tankstelle eine richtige Dusche mit Seife und sogar Warmwasser verpasst. Ein Euro fĂŒr jede Seite hat mich das gekostet 😉 Auch eine Kettenpflege hat es erhalten. Kettenreiniger, BĂŒrste und Kettenöl, sind ja auch noch in meiner Fuhre dabei. Wellnesstag fĂŒr das Rad.

Wieder am Meer

Barcelona-Tarragona-Cambrils


 

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Heute auf dem Rad
Vormittag
Fahrrad

Rennrad

107.64KM

654 HM
5:11 H

Nachmittags
schoenster_Sonnenschein

Grad

etwas_Wolken

15 Grad

Autor: Urs

WĂŒrde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher fĂŒr lange AusflĂŒge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein fĂŒr dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmĂ€ssig ĂŒber meine Fahrten.

4 Kommentare

  1. Sehr interessant Ihre Berichte, danke und weiter gute Fahrt.
    Liebe RadlergrĂŒsse aus Wien

  2. Hallo Urs, jetzt bist Du schon mitten in Spanien! Das ist noch Reisen, wie Reisen sein sollte. Weiter alles Gute von Isabelle und Christoph

    • Danke Euch. Ich glaube gerade heute habe ich wieder so etwas wie eine Klimagrenze ĂŒberschritten. Nach dem Überqueren des Ebro, welcher anscheinend halb Nordspanien entwĂ€ssert, fehlen plötzlich die WĂ€lder. Die Natur hat sich auf Trockenheit eingerichtet. Zufall? ich werde es in den nĂ€chsten Tagen wohl schon noch herausfinden.

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