Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Eine handvoll Elektronik

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Ich habe es in meinem letzten Artikel schon mitgeteilt, dass ich den Schritt in die eigene Wolke gewagt habe.

Die Suche nach NAS (Network Attached Storage), Webserver, Diskstation und ähnlichen Begriffen ergab eine handvoll Anbieter solcher Geräte. Zusammen mit vorhandenen Testberichten aus einschlägiger Literatur, wie zum Beispiel dem Chip oder dem Online-PC und Artikeln im Internet (zum Beispiel beim Technikblog.ch) begann ich mich dann auf folgende mögliche Anbieter zu konzentrieren. Immer wieder wurden Synology, Qnap, Thecus, ZyXEL und Seagate genannt. Schnell wurde mir klar, dass wohl Synology und Qnap die beiden Marktführer sein könnten. Viele verschiedene Geräte auf dem Markt, recht gute Dokumentation auch im Internet, beide pflegen auch eine deutschsprachige Community, Apps für den Androiden sind vorhanden.

Ich begann nochmals die Test- und Erfahrungsberichte diesmal mit Schwerpunkt auf Installation, mechanische Handhabung, Erfahrungen mit der Software und angebotene Software zu studieren, machte auch Vergleiche mit heute noch bestellbaren Modellen in der Schweiz, stöberte in den Communities und auf der jeweiligen Hersteller-Homepage herum.

Beide Hersteller, Synology und Qnap, bieten eine sehr breite Palette an vorbereiteter Software zum Betrieb der jeweiligen Diskstation an. Ich werde wohl nie alles installieren. Die Bedienungsanleitung und Installationsanleitung bei Synology „fĂĽhlte“ sich fĂĽr mich als Neuling auf diesem Gebiet etwas einfacher an. Bei Synology gibt es unter anderem Android-Apps fĂĽr die Cloud, die Photostation und die Bearbeitung von Files. Die Community bei Synology schien mir etwas lebhafter zu sein. Das hat aber alles seinen Preis. Synology ist vielleicht eine Spur teurer.

Dennoch, ich entschied mich fĂĽr eine DS411slim von Synology, klein und superleise, gebaut fĂĽr das Schlafzimmer, stand in einem der Testberichte.

Die Installation war tatsächlich kinderleicht. Etwas Respekt hatte ich schon vor dem Einbau der vier Harddisks mit je einem Terabyte Speicherplatz. Doch die Bedienungsanleitung führt einem schön durch die einzelnen Schritte. Die Installation der Software läuft reibungslos ab. Ich nahm mir die Zeit eines verregneten Wochenendes, um die Diskstation einzurichten. Die teils recht ausführlichen Beschreibungen fand ich als Anfänger recht gut und lehrreich. Via einem Account bei Synology war die Diskstation bereits innert weniger Minuten auch vom Internet her bereits ansprechbar, trotz dynamisch zugeteilter IP-Adresse an unserem Ende des Internetproviders.

Mit der mitgelieferten Software „Data Replikator 3“ kann ich jetzt auch die Sicherung meines Notebooks auf der Diskstation durchfĂĽhren. Der USB-Drucker liess sich auf Anhieb an der Station einrichten. Auch die Einrichtung als Netzwerkdrucker auf unseren Notebooks lief problemlos ab.

Als nächstes Installierte ich dann die Cloud. Software, welche auf dem Notebook und in der Diskstation läuft und entsprechend der erteilten Berechtigungen dafĂĽr sorgt, dass die richtigen Ordner auf dem Notebook und der Diskstation miteinander abgeglichen werden. Da es dazu auch noch eine Android App „DS-Cloud“ gibt, kann ich also vorhandene Dateien auf dem Androiden verändern, löschen oder auch neue machen, und abspeicheren. Wenn ich dann am Abend zu Hause bin, dort den Notebook einschalte, werden die veränderten oder neuen Dateien sofort mit dem Notebook abgeglichen.

Etwas schwieriger war, die Vorbereitung der Diskstation als Webserver. Die Installation des „Web“ – Paketes war zwar nichts besonderes, doch den Weg, ĂĽber die dynamische IP-Adresse auf die Diskstation zu finden, da brauchte ich eine Weile. Denn nicht alle, die versprechen, diese Umleitung vornehmen zu können, machen dies so vollautomatisch. Denn mein Ziel war es immer, einmal eine eigene Domain auf der Diskstation zu haben, einmal einzurichten und dann möglichst nichts mehr damit machen zu mĂĽssen.

Das Vorgehen ist eigentlich klar: Man braucht einen Domain-Namen bei einem Registrar. In der Schweiz ist das Switch.ch für die *.ch-Domains. Dort muss man die IP-Adressen eintragen (lassen), wo sich der Server für diese Domain befindet. Steht der an einem dynamischen Ende einer Leitung, so braucht es dazwischen ein Anbieter, dessen fixe IP-Adresse bei Switch.ch eingetragen werden muss. Dieser dazwischenliegende Anbieter ist dann besorgt dafür, dass er meine jeweilige dynamische IP-Adresse kennt. Dazu muss ich ein kleines Progrämmchen in meiner Diskstation installieren, welches dem Anbieter immer wieder die aktuelle IP-Adresse meldet, damit er die Anfragen dann an meine Diskstation weiterleiten kann.

Nachdem ich alle Puzzleteile beisammen hatte, bestellte ich mir bei Switch die Internetdomain www.himmis.ch. Der Anbieter dazwischen, fĂĽr die Umleitung von der fixen IP-Adresse auf mein dynamisches Ende ist www.dyndns.org. Auf der Diskstation musste ich mir zuerst die Initialisierungs-Software fĂĽr Drittanbieter installieren und anschliessend das Update-Module, welches dyndns.org meine jeweilige Adresse der IP bekannt gibt. Beide Softwareteile konnte ich bei http://www.cphub.net/ beziehen.

Soweit steht nun mal die Einrichtung. Der Beweis, dass es möglich ist, eine Homepage auf einem eigenen kleinen Server zu betreiben ist schon mal technisch gesehen erbracht. Auch die Verwendung der eigenen Cloud, der eigenen Datenwolke in der Wohnung funktioniert bis jetzt reibungslos.

Das Gerät selber, die Diskstation DS411slim steht zur Zeit in meinem BĂĽro zu Hause. Abwärme ist kein Problem Das Gerät gibt eine Temperatur von höchsten 55 Grad im Gehäuse an, die Temperaturen der Harddisks bewegen sich zwischen 32 und 44 Grad. Der LĂĽfter läuft nicht ständig. Mein NotebooklĂĽfter ist deutlich lauter als der im NAS. Dies obwohl ich kĂĽrzlich von „Niedrigem Energiestatus“ auf „KĂĽhlmodus“ gestellt habe. Damit sank die Temperatur im Gehäuse um etwa 10 Grad und auch die Harddisks sind so gekĂĽhlt um 10 bis 15 Grad kĂĽhler.

Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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