Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Gedanken zu meiner Verwendung von Foursquare

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Vor nicht allzulanger Zeit habe ich mich hier mal über Foursquare ausgelassen. Ich versuchte das positive daran zu sehen, den Vorteil, den die Menschheit, oder wenigstens der Reisende Mensch davon haben könnte. Ich hoffte eine Menge Infürmationen über Hotels, Plätze, Einkäufe, Aktionen, Hinweise und so weiter zu erhalten. Jetzt, nach etwa drei Monaten, ziemlich intensiven Gebrauches, halte ich es an der Zeit, mir nochmals Gedanken über die weitere Nutzung zu machen.

Allgemein bekannt dürfte sein, dass sowohl Twitter wie auch Facebook ähnliche Services haben. Wenn diese auch nicht so eine grosse Akzeptanz und Verbreitung wie Foursquare gefunden haben. Auch Google bietet schon seit längerem einen ähnlichen Service an und scheint für Foursquare ein ernsthafter Gegner zu sein, soweit man den einschlägigen Untersuchungen und Umfragen glauben kann.

Hatte ich anfänglich bei Foursquare den Eindruck, so eine Art neues Geocaching entdeckt zu haben, so hat sich diese Sicht im Verlaufe der letzten Wochen vollständig verändert. Bei Foursquare ist es nämlich möglich, ja sogar gewĂĽnscht, selber „venues“, also Orte zu eröffnen. Das mag in vielen Fällen sinnvoll sein. Vielleicht in schönen Parks, an Aussichtspunkten, Orte die man anderen Leuten zeigen möchte.

Ob es sinnvoll ist, auch fĂĽr Ladengeschäfte, die noch nicht in Foursquare eingetragen sind, einen solchen „venue“, einen Ort, zu eröffnen? Vor allem dann, wenn der Ladeninhaber nichts davon weiss? Klar, als Passant, als zufälliger Besucher kann man vielleicht seinen Freunden, Bekannten, Followern und wie sie alle heissen, darauf aufmerksam machen, dass es da und dort etwas Besonderes gibt, man mit dem Service zufrieden war, die Ladenöffnungszeiten etwas besonderes sind und vieles andere. Doch ist Foursquare bei uns in der Schweiz fĂĽr so etwas genĂĽgend verbreitet? Mir scheint, ich bin ĂĽberall der Erste, der solche „venues“ eröffnet. Anschliessend bin ich dann wochenlang der Einzige der da ein und aus geht.

Meiner Meinung nach macht es ĂĽberhaupt keinen Sinn, in einem fahrenden Zug oder sonstigen öffentlichen oder gar privaten Verkehrsmittel ein solches „venue“ zu eröffnen. In solchen Fällen dĂĽrfte nur noch das Verlangen nach noch mehr Punkten der Hintergrund fĂĽr die Handlung sein. Denn mit den Punkten kann man „batches“, so eine Art Abzeichen, freischalten, man kann sich in der Rangreihenfolge seiner Freunde nach oben arbeiten. Dies Woche fĂĽr Woche, immer wieder von neuem. So in der Art eines laufenden 7-Tage-Saldos.

Ja, aber was ist es dann?

Es ist ein Social-Media-Werkzeug. Wahrscheinlich auch deshalb hat es eine sehr gute Anbindung an Twitter und Facebook. Jedes Check-in in einem „venue“, jede Freischaltung von Batches kann sofĂĽrt auf Twitter und/oder Facebook mitgeteilt werden. Mit fast 100% Zuverlässigkeit kann ĂĽberall ein Check-in gemacht werden. Allenfalls muss zuerst das „venue“ noch selber eröffnet werden. Die VerfĂĽgbarkeit der Applikation ist meines Erachtens sensationell hoch und zuverlässig.

Ich denke, das ist es denn auch. Seinen Freunden und Followern mitteilen, wo man gerade ist, manchmal ergänzt mit einem kleinen Hinweis, einem Tip, einem Foto. Ähnliche wie Twitter, aber ergänzt mit ortsbegzogenen und damit auch besser auswertbaren Daten und Hinweisen.

Aus meiner ersten Hoffnung heraus, gute Tips und Hinweise zu erhalten, bin ich eigentlich enttäuscht. In der Anfangszeit meiner Verwendung von Foursquare genoss ich gerade eine Woche Ferien in Wien. Ich hatte mir deutlich mehr von den Hinweisen nach Kaffees, Museums, Ausstellungen, Plätzen usw. erhofft. Schlussendlich haben wir, Foursquare hin oder her, unsere Restaurants, Museums und Highlights im weitesten Sinne nach Gesprächen mit dem Hotelier, nach eigenem Gutdünken, Ratschlägen der Tourismusbüros, Erfahrungen aus der Familie und zufällig gefunden. Gegessen und getrunken hatten wir jeweils das, wonach uns gelüstete, und nicht das, was dort andere gut und fein gefunden haben.

Ich vermute, dass Foursquare bei den Geschäftsinhabern, die, die eigentlich ihre „venues“ eröffnen sollten, den durchbrechenden Erfolg noch nicht gehabt hat. GefĂĽhlsmässig scheint mir da Google deutlich weiter zu sein.

Für mich persönlich hat Foursquare drei Vorteile:

1) Man kann selber „venues“, Orte, Punkte, Geschäfte, erfassen und generieren. Das habe ich so zum Beispiel bei Google nicht gesehen.

2) Foursquare scheint immer verfĂĽgbar zu sein und ist sehr gut in die Social-Welt eingebettet.

3) Einen sehr persönlichen, aber fĂĽr mich entscheidenen Vorteil hat Foursquare im Vergleich zu meinen bisherigen Versuchen, in meinem Weblog, etwas ĂĽber meinen aktuellen Standort zu veröffentlichen: Erfasse ich meinen Standort in Foursquare, allenfalls nach der Eröffnung eines neuen „venues“, dauert das ein paar Sekunden, bis es auch in Twitter und damit in meinem Weblog, und/oder in facebook, sichtbar wird. Meine frĂĽhere Lösung, ein Mail an mein Weblog zu senden, das in ein Posting umzuwandeln hat zwar technisch funktioniert, war in der Regel nach ein paar Minuten nach dem Absenden auf dem Weblog. Doch vom Weblog zu Twitter oder Facebook konnte das Stunden dauern. Ich war längst ĂĽber alle Berge, bevor das ĂĽberhaupt ein Follower oder Freund auf Twitter oder Facebook mitbekommen hat.

Wie weiter?

Ich werde in meiner eigenen Welt, rund um Expression Engine und mein Weblog nach einer Möglichkeit suchen, meine Standortmeldungen von Foursquare via Twitter in meinem Weblog besser darstellen zu können.

Ich werde foursquare höchstwahrscheinlich weiter benutzen, sei es auch nur, um während meiner VelofĂĽhrten mehr oder weniger live und direkt mitzuteilen, wo ich mich gerade befinde oder was ich gesehen und/oder erlebt habe. Höchstwahrscheinlich also eine weitere one-way – Kommunikation mit Verbindung zu meinem Weblog. Es sei denn, sie seien einer meiner Freunde in Foursquare, da könnte dann schon mal eine Kommunikation entstehen. 🙂

(Wer hier schon länger mitliest, mag sich vielleicht an meine frĂĽheren Versuche mit near-realtime-tracking erinnern. Es war und ist mir immer noch ein Anliegen, während meiner VelofĂĽhrten ein bisschen und das möglichst zeitnah, Kommunikation zu betreiben. Zur Zeit versuche ich dieses Anliegen auch ĂĽber Google’s Latitude zu verwirklichen.)

Nebenbei liefürt Foursquare auch noch eine Menge Statistiken darüber, wo man sich wie oft eingecheckt hat. Welche Branchen, welche Orte, welche Geschäfte. Wieviele Batches man schon freigeschaltet hat, wo man bezüglich der Punktzahlen im Vergleich zu seinen Freunden steht, wo man sich schon öfter als seine Freunde eingechecked hat, usw.

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Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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