Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Zum Aufw├Ąrmen ein Zwischenspurt.

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Heute hatte ich mit dem Gegenwind und dem R├╝ckenwind nicht so viel Gl├╝ck wie gestern. Wohl fuhr ich am Morgen gegen den Wind, doch der Wind musste am Abend auch wieder nach Hause (glaubs!). Denn er kam wieder von vorne.

Am Abend, bei der Heimfahrt, mitten im Feierabendverkehr durch die Stadt Baden, fuhr ich an einen anderen Velofahrer. Sah ziemlich harmlos aus. In der Vermutung es k├Ânnte sich um ein E-Bike handeln, suchten meine Augen den Akku. Im oder am Rahmen war nichts zu sehen, auch der Gep├Ącktr├Ąger sah nicht so aus, als ob er einen Akku verstecken m├╝sste. Und doch: die dicke Radnabe am Hinterrad, die merkw├╝rdige Schalterei des Fahrers, seine merkw├╝rdige Haltung auf dem Rad und er kam trotzdem recht z├╝gig voran.

In der Stadt mit den vielen Ampeln, hielt ich es nicht f├╝r ratsam, einen Fluchtversuch zu starten. Zu schnell h├Ątte er mich wieder einholen k├Ânnen, falls es tats├Ąchlich „so einer“ war.

Doch nach dem letzten Lichtsignal konnte ich es dann doch nicht sein lassen. Die Strasse geht etwas hinunter, die n├Ąchste Ampel kommt erst nach mehr als einem Kilometer und mit etwas Gl├╝ck, ist sie auch heute wieder gr├╝n.

Aus der ├ťberraschung heraus vollf├╝hrte ich einen regelrechten Kickdown. Jeder Ferrari-Motor h├Ątte vor Freude aufgeheult. Einen Moment lang schien der Coup gelungen zu sein. Ich kurbelte weiter, alles auf der mittleren Scheibe. Kurz vor der n├Ąchsten Ampel musste ich dann doch etwas weg vom Gas, wegen Linksabbiegern und solchen die sich rechts auf dem Radstreifen vorbeidr├╝cken wollten. Da hatte er mich wieder.

Nach diesem Intermezzo gab ich nochmals voll Schub. Er klebte an meinem Hinterrad, in seinem Lampenlicht sah ich meinen eigenen Schatten. Nach dem Kappelerhof, die letzte Strassenlaterne, nur noch dunkler Waldrand und seine Lampe. Die Strasse geht hier nochmals leicht hinunter, bevor sie dann wieder zu steigen beginnt. Ich werde immer schneller, es l├Ąuft mir wahnsinnig gut.

Doch mit der Zeit merke ich, wie sich sein Lichtkegel langsam nach hinten schiebt. Ist das das Ende seines Akkus? Gibt’s ab dieser Geschwindigkeit keine Unterst├╝tzung mehr? Den n├Ąchsten H├╝gel hinauf, vorbei an der Abzweigung zur Kehrichtverbrennungsanlage, bin ich schon l├Ąngst wieder alleine.

Der Vorteil solcher Zwischenspurts? Ich gebe es zu, es tut dem Ego gut und vor allem es gibt warm. Sogar die F├╝sse waren f├╝r die restlichen Kilometer bis nach Hause wieder warm.

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Autor: Urs

W├╝rde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher f├╝r lange Ausfl├╝ge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein f├╝r dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelm├Ąssig ├╝ber meine Fahrten.

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