Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Weblog als Buch?

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In den letzten Tagen ist in verschiedenen Weblogs die Rede vom Erstellen eines Buches mittels Vorlagen und Software von bookfactory.ch. Dabei ist wieder einmal alles ganz einfach. Bilder und Texte können da sinnvoll hineinplatziert werden. Die Berechnung der Buchdicke übernimmt dann der Anbieter. Als ob das das schwierigste wäre.

Die Herausforderung, um nicht zu sagen das Problem, beginnt ja schon lange vorher. Sind denn Printmedien überhaupt das Richtige? Wäre vielleicht nicht etwas Interaktives ab CD/DVD, oder direkt aus dem Internet doch sinnvoller? Oder das Konzept: worüber will ich schreiben, was könnte überhaupt gelesen werden? Wofür könnte überhaupt irgendjemand Interesse haben?

Mal angenommen man hat sich doch fĂĽr das Papier entschieden und man glaubt einen Leserkreis gefunden zu haben, oder mobilisieren zu können: Dann ist da die Auswahl der Fotos. Welche? Viele? Oder gar nur Fotos? Abhängig von dieser Antwort dann vielleicht auch die Auflösung der Aufnahmen, die Qualität ganz allgemein. Was „geht noch durch“? Oder die Texte: Interessant sollen sie sein, mitreissend, abwechslungsreich, zu den Fotos passen, diese ergänzen, nicht nur beschreiben. Wir Blogger hätten da vielleicht noch Talent dazu.

Ich hab es schon mehrmals probiert. Auch letzten Sommer wieder. Während den Sommerferien in Pertisau, quasi als Probelauf. Und dann zur Fahrt durch die Hautes-Alpes. Minutiös habe ich mich vorbereitet. Für jede einzelne Etappe. Stundenlang Daten zusammengesammelt, Fahrberichte von anderen gelesen, erste Eindrücke der Strecke erhalten. Die Phase der Vorbereitung war beendet. Höhenprofile, Streckenabschnitte und vieles mehr war fein säuberlich als Entwurf festgehalten. Ich war gerüstet für die Fahrt.

Vieles passte mit den Erwartungen. Hie und da hätte am Entwurf aus den Vorbereitungen etwas geändert werden müssen. Zum Beispiel die falsche Seite am Izoard beschrieben. Dennoch: Nach einem Tag voller Erlebnisse, voller teils anstrengender Kilometer und Höhenmeter und nach dem geschriebenen Fahrbericht im Weblog, noch das Skript für das Buch ergänzen? 13 Tage voll im Dauerbeschuss von neuen Erlebnissen, die alle hätten aufgezeichnet werden sollen? Habe dann einfachheitshalber mal die Texte vom Weblog übernommen und mit ein paar ergänzenden Bemerkungen, die nicht im Weblog standen angereichert. Zu Hause wollte ich dann die Texte mit den Bildern ergänzen, den Text überarbeiten und veröffentlichen.

Kaum zu Hause, wird man wieder vom Tagesgeschäft eingeholt. Die Zeit wird knapp, das Erlebte sollte ja auch noch mental verkraftet werden. Details aus der Fahrt verblassen langsam.

Nach mehrmaligem Durchlesen, überarbeiten, Umstellen, Anpassen und andersherum beschreiben, kam ich zum Schluss, dass eigentlich im Weblog schon alles drin steht, wenigstens das, was auch Aussenstehende interessieren könnte. Ich sah den Mehrwert eines Buches, neben dem Weblog nicht mehr. Ich habe das Manuskript beiseite gelegt.

Ich glaube, es gibt mehrere Sachen die ich daraus gelernt habe:

  • Ich habe einfach meinen Stil fĂĽr das Nebeneinander von Weblog und Buch noch nicht gefunden. Vielleicht sind die Beiträge im Weblog zu detailliert. Vielleicht sollten es nur ein paar schnelle, hingeworfene Facts sein?
  • Das Arbeiten nach einer solchen, vor allem mehrtägigen Fahrt, muss ich noch vereinfachen. Vielleicht mehr oder wenigstens bessere Vorlagen kreieren oder beschaffen.
  • Zudem glaube ich, dass etwas Interaktives vermutlich besser zu meiner Art passen könnte. Nebst den Fotos zum Beispiel auch mal einen kurzen Film einbauen oder vielleicht auch Links auf andere Quellen. Der Idee nach: „mehr Erleben, weniger Erzählen“, das wärs vielleicht.

Die nächste Gelegenheit kommt bestimmt. Ich versuchs auf jeden Fall wieder.

Die letzten Fahrten mit dieser Ăśbung (FII-002). Sie dauert 60 Minuten:

  • Winterpokal 2007/08
  • am 09.01.08: 27.7 Kilometer
  • am 10.03.08: 29.0 Kilometer
  • Winterpokal 2008/09
  • am 02.12.08: 29.6 Kilometer
  • am 20.02.09: 31.7 Kilometer; Trittfrequenz 100 U/Min
  • am 04.03.09: 29.3 Kilometer; Trittfrequenz 90 U/Min
  • am 10.03.09: 30.4 Kilometer; Trittfrequenz 93 U/Min
  • Winterpokal 2009/10
  • am 12.11.09: 29.5 Kilometer; Trittfrequenz 89 U/Min
  • am 23.11.09: 30.4 Kilometer; Trittfrequenz 91 U/Min
  • am 29.12.09: 29.3 Kilometer; Trittfrequenz 92 U/Min
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Heute auf dem Rad
Fahrrad

Rolle

29.3KM

HM
01:00 H

Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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