Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

365 Tage im Jahr geöffnet

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FrĂĽhmorgens, bereits um 7.00 Uhr, liege ich auf einem weichen Stuhl, leicht nach hinten gekippt, Serviette um den Hals gebunden, ĂĽber mir die starke Lampe, während die Zahnärztin mit der Spritze in den Mund einfährt. Oben rechts, ganz hinten, ist heute dran. „Es könnte einen kleinen Stich geben“ tönt es hinter dem Mundschutz hervor. Ich frage mich, ob es wohl richtig war, den Zahnarzt zu wechseln. Zu spät, bereits scheinen die GefĂĽhle um den Zahn nachzulassen.

Auf dem Röntgenbild hat man es schon gesehen. Unter der Füllung ein Schatten, unklar, wie weit sich die Karies da schon vorgearbeitet hat. Es soll die Füllung entfernt werden und dann gibt es einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen.

Während einer guten halben Stunde, schauen zwei dunkelbraune Augenpaare konzentriert in meinen Mund. Bohrer, Feilen, grazile Instrumente und Pinzetten werden in den Mund geschoben, wieder rausgenommen. Das charakteristische Bohrgeräusch von ganz feinen Bohrern wechselt ab mit eher härteren und gröberen Modellen.

Einige Worte werden zwischen der Zahnärztin und ihrer Gehilfin gewechselt. Der Gesichtsausdruck, soweit man den ĂĽberhaupt hinter dem Mundschutz noch interpretieren kann, wechselt von konzentriert auf fragend, vielleicht auch ratlos. „Ich komme da nicht weiter“ tönt es hinter dem Mundschutz hervor. Ich ahne nichts Gutes, beobachte weiter die beiden Augenpaare.

Ein etwas gröberes Modell von Bohrer hat jetzt seinen Auftritt, das feine, nadelförmige Instrument wird jetzt auch etwas länger. Die Gehilfin bereitet irgendeine Paste zu. Bald wird diese in den aufgebohrten Zahn gedrĂĽckt, ein stöpselartiger Stift verlässt meinen Mund, ein letztes Mal wird Speichel abgesaugt, irgendwelche Klammern werden gelöst, die blaue Gummiplache in meinem Mund wird entfernt. „Jetzt fest zubeissen“, höre ich. Der Stuhl wird wieder senkrecht gestellt.

Um es kurz zu machen: Die Karies war grösser als erwartet, der Zahn ist provisorisch wieder geflickt, das geschilderte weitere Vorgehen kann ich übersetzt in Franken und Rappen, also in Form eines Kostenvoranschlages in den nächsten Tagen in meinem Briefkasten finden. Der nächste Termin ist jedenfalls schon mal gebucht. Falls der Zahn in der Zwischenzeit Probleme mache, könne ich mich jederzeit melden, schliesslich habe man ja 365 Tage im Jahr geöffnet.

Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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