Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Nach Knapp 150 Jahren am Ende angelangt?

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Seit langem weiss man ja, dass es der Modellbaubranche nicht sonderlich gut geht. Einige haben da schon Schrammen abbekommen oder mussten gar ganz aufgeben. JĂĽngstes Beispiel scheint nun Märklin zu sein. Der Hersteller des Materials vieler, nicht nur Bubenträume, hat seit Jahren MĂĽhe. Die Verkaufszahlen sind auf Talfahrt und die Sammler und Käufer bleiben je länger destomehr sozusagen im Bahnhof zurĂĽck. Die ZĂĽge stehen still. Zu allem Ăśberfluss werden nun auch noch die Banken nervös und möchten ihr ausgeliehenes Geld wieder in der „Remise“ oder der „Schatulle“ sehen.

Habe den Artikel der Financial Times, Deutschland aus purem Interesse an der Geschichte gleich mal grösstenteils übernommen.

Goldman Sachs greift nach Märklin
von Angela Maier, Frankfurt

Nach fast einjährigem Ringen um die Zukunft von Märklin verhandelt die US-Investmentbank Goldman Sachs über den Erwerb des angeschlagenen Traditionsunternehmens. Die Bank habe kürzlich einen Teil der Märklin-Kredite aufgekauft und spreche mit der Eigentümerfamilie über einen Verkauf ihrer Anteile, verlautete aus Finanzkreisen.
Den Informationen zufolge handelt Goldman Sachs für einen Kunden: einen Finanzinvestor. Käme der Verkauf zustande, darf Märklin auch eine Kapitalspritze erwarten. Der 1859 gegründete Göppinger Hersteller von Modelleisenbahnen ist in den vergangenen Jahren durch die sinkende Nachfrage nach Spielzeug in eine immer tiefere Krise gerutscht. Märklin macht zudem zu schaffen, dass die leidenschaftlichen Sammler immer weniger werden.

So ist der Umsatz 2005 abermals gesunken, nachdem er 2004 schon um 13 Prozent auf 143 Mio. Euro eingebrochen war. Laut Märklin-Chef Paul Adams soll das Betriebsergebnis 2005 leicht positiv sein, was angesichts der Zinslast aber auf einen Verlust unter dem Strich hindeutet. Nach einem Abbau von 600 Stellen in den vergangenen zwei Jahren könnten weitere der insgesamt noch 1400 Arbeitsplätze zur Disposition stehen.
Der Modelleisenbahnhersteller hatte – auch auf Druck seiner Kreditgeber – Mitte 2005 mit der Investorensuche begonnen. Laut Insidern haben im Dezember mehrere Beteiligungsgesellschaften Märklins BĂĽcher intensiv geprĂĽft. Den Verkauf leitet der frĂĽhere WMF-Chef Rolf Allmendinger, der im Märklin-Beirat sitzt.

Bank verliert Geduld
Nunmehr hat zumindest eine Bank die Geduld verloren und ihren Kredit zu einem Abschlag von weniger als zehn Prozent an Goldman Sachs verkauft. Veräussert worden sei weniger als die Hälfte der Kredite, hiess es in Finanzkreisen. Insgesamt verfügt Märklin über eine Kreditlinie von 60 Mio. Euro.
Offiziell hat Märklin bisher Verkaufspläne stets bestritten und nur von einem möglichen Einstieg eines Investors gesprochen. „Es ist nach wie vor richtig, dass wir Optionen in alle Richtungen prĂĽfen“, sagte am Donnerstag Märklin-Chef Adams der FTD. Informationen ĂĽber einen bevorstehenden Verkauf wollte er nicht kommentieren. Nach wie vor sei die Kreditlinie „bei weitem nicht ausgenĂĽtzt“. Goldman Sachs lehnte einen Kommentar ab. Laut Adams macht die Restrukturierung Fortschritte. Insbesondere sei die Spielwarenmesse in NĂĽrnberg Anfang Februar gut verlaufen. „Wir liegen bei den Aufträgen im zweistelligen Bereich ĂĽber Vorjahr.“
Gläubigerin von Märklin ist unter anderem die Landesbank Baden-Württemberg, die vor gut einem Jahr beim Handelskonzern Karstadt Quelle als Erste ihren Kredit veräussert hat. Märklin verdeutlicht einen Trend im Mittelstand, dass Kredite zunehmend zum Einfallstor für Firmenjäger werden. So hatte Goldman Sachs bei der insolventen Drogeriekette Ihr Platz alle Kredite und damit schliesslich die Kontrolle übernommen. Beim Folienhersteller Treofan kaufte eine Gruppe um Goldman Sachs die Schulden auf und zwang die Eigner zur Abgabe der Mehrheit. Die Deutsche Bank kontrolliert auf einem ähnlichen Weg Senator Film.

Aus der FTD vom 17.03.2006


Ende der Fahrt?

Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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