Als Aargauer unterwegs

Spass auf schmalen Reifen

Kulturkurs zur Insel Föhr

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Der heutige Morgen hatte einen kulturellen Schwerpunkt. Im Bus wurden wir von einem örtlichen Reiseführer über die Insel Föhr gefahren. Wir erhielten dazu jede Menge Informationen und Hintergrundberichte zur Insel im allgemeinen, dann aber auch gezielt über einzelne Gegenden, Häuser, Baustile, Kirchen, Dämme, die Bevölkerung und das Leben auf der Insel. Der Reiseführer war ein einheimischer, eher älterer Mann. Er schwärmte logischerweise für seine schöne Insel, aber dies dafür mit einer ansteckenden Wärme und Leidenschaft für seine Insel. Es fehlten auch ein paar kritische Bemerkungen über die aktuelle Zeit nicht.

Nachmittags dann eine Wanderung mitten durch das trockene Wattenmeer zur Ebbezeit

Der heutige Morgen hatte einen kulturellen Schwerpunkt. Im Bus wurden wir von einem örtlichen Reiseführer über die Insel Föhr gefahren. Wir erhielten dazu jede Menge Informationen und Hintergrundberichte zur Insel im allgemeinen, dann aber auch gezielt über einzelne Gegenden, Häuser, Baustile, Kirchen, Dämme, die Bevölkerung und das Leben auf der Insel. Der Reiseführer war ein einheimischer, eher älterer Mann. Er schwärmte logischerweise für seine schöne Insel, aber dies dafür mit einer ansteckenden Wärme und Leidenschaft für seine Insel. Es fehlten auch ein paar kritische Bemerkungen über die aktuelle Zeit nicht.

Das wichtigste daraus in absoluter Kürzestform: die Insel ist ebenfalls eine Düneninsel und verdankt ihr Dasein einer Moränenablagerung aus der letzten Eiszeit, als sich die Gletscher wieder zurückzogen. Ursprünglich waren Föhr, Sylt und Amrun ein einziges Stück Land. Das heutige Wattenmeer entstand erst bei den beiden Sturmfluten im zwölften und dreizehnten Jahrhundert. Die Flut zerstörte das Land zwischen den heutigen drei Inseln Amrun, Sylt und eben Föhr.

Gegen Ende des achtzehnten Jahrhundert machte der damalige Dänenkönig auf der Insel Föhr Ferien und richtete sich hier eine „Bäderstadt“ ein. Föhr gehörte denn auch zu Dänemark. Die Sprache allerdings war immer Deutsch und Friesisch. Man sprach nie und unterrichtete in der Schule auch nie auf Dänisch. Es gab diverse Kriege zwischen den Deutschen, den Holländern und den DĂĽnen, bis dann irgendwann mal die Inseln wieder zu Deutschland gelangten.

Die Bevölkerung lebte lange Zeit ausschliesslich vom Fischfang. Die Männer fuhren meist mit den Holländern, manchmal mit den Engländern auf die See zum Walfischfang. Leider muss davon ausgegangen werden, dass vermutlich ein Drittel aller Seefahrer nie mehr nach Hause zurück gekehrt ist. Die daheim gebliebenen Frauen und Töchter hatten sich der Landwirtschaft zu widmen.

Eine Besichtigung der Kirche Nieblum, und insbesondere ein Studium der dortigen Grabsteine, ist sehr interessant. Viele der Grabsteine der Männer tragen Schiffe und diejenigen der Frauen Gegenstände aus der Landwirtschaft. Bei einzelnen Grabsteinen ist die ganze Geschichte des Verstorbenen aufgeschrieben und gibt damit viel von dem Preis, wie eben früher gelebt wurde.

Die Insel Föhr wird auch als die „grĂĽne Insel“ bezeichnet. GrĂĽn wegen der vielen grĂĽnen Flächen, dann aber auch wegen der blĂĽhenden Landwirtschaft. Die Insel lebt auf einer riesigen SĂĽsswasserlinse und hat daher kaum Probleme mit dem Frischwasser. Die Insel ist, vergleichsweise mit Sylt und Amrun, bewohnt von den ärmsten Bewohnern. Der Zufall wollte es, dass wir den Friedhofsgärtner in einem neueren Mercedes-Benz vorfahren sahen (;-).

Nach dem Mittagessen in einem kleinen, feinen Restaurant in Nieblum, (Dänische Waffel mit Kirschen, Glacé und Sahne, dazu die Teemischung: Friesengold), wanderten wir dem Meer entlang wieder zurück in das Hotel. Zu dieser Zeit herrschte gerade Ebbe und das ganze Wattenmeer lag ausgetrocknet vor uns. Ein einziger Sandstrand von vielleicht 5Km Länge und hunderten von Metern Breite bis zum Meer. Es ist ein ganz besonderes Erlebnis, auf dem Meeresgrund zu wandern, im Wissen, dass hier in ein paar Stunden vielleicht wieder zwei Meter Wasser stehen.

Nach dem wir im Hotel angekommen waren, platzierten wir uns in einem der typischen Strandkörbe der Nordsee-Badestrände und schauten dem Meer zu wie es immer näher heranrückte. Kaum ein Wellengang, nur ein langsames Voranschreiten der Flut.

Wetter:
Den ganzen Tag ein Superwetter, bei sicherlich über 20 Grad. Fast gänzliche Windstille, nur ab und zu ein Luftstoss.

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Autor: Urs

Würde mich eher als Tourenfahrer bezeichnen. Radfahren war schon in der Jugendzeit meine Leidenschaft. Doch auch dann schon eher für lange Ausflüge. Mit der Zeit gesellten sich die Fotographie dazu und teilweise beruflich bedingt auch das Interesse an IT, an Software. Damit war der Grundstein für dieses Weblog gelegt. Seit dem Jahre 2004 schreibe ich hier ziemlich regelmässig über meine Fahrten.

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